„Dem Informationsniveau von Emojis zuvorkommen“

Im zweiten Teils seines Branchenreports widmet sich Professor Dr. Hans-Wilhelm Zeidler der betrieblichen Altersversorgung, den Dauer-Themen Regulatorik und Transparenz sowie dem „totalen Rhetorikspreitz“ der Versicherer beim Thema Digitalisierung: „DIGITALISIERUNG. Groß in den Verlautbarungen. Digitalisierung. Klein in der Realisation oder dem Bemühen, diese anzugehen“, schreibt Zeidler.

Gastbeitrag von Professor Dr. Hans-Wilhelm Zeidler, Zeidler Consulting

„Vielleicht wird es ja ein Trend, die Befähigung der Verbraucher zu erhöhen, die immer transparenteren Darstellungen der Versicherungsprodukte etc. zu verstehen, damit er sie auch genießen kann, bevor wir auf das Informationsniveau von Emojis kommen.“

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) zu fördern steht im Koalitionspapier der aktuellen Bundesregierung. Vor allem die kleinen und die mittleren Unternehmen, feiner: die KMUs. Ebenfalls großer Bedarf, kaum versorgt.

Die Eiopa stresst auch hier aktuell

Frau Ministerin hat ja losgelegt mit der Empfehlung, einen neuen Durchführungsweg zu etablieren. Der Sprachgebrauch folgt der Übung, diese Rente auch gleich mit dem Namen ihrer Erfinderin zu versehen. So richtig versicherungsorientiert sind die Überlegungen ja nicht. Ferner nistet sich zurzeit auch ein Stimmungsproblem in den Köpfen der zuständigen Geschäftsführer und Vorstände der KMUs zur bAV ein.

Wieso hadert ein großes Beförderungsunternehmen mit seiner bAV und führt dazu Verhandlungen mit den Betroffenen? Es darf auch schon mal ein Streik sein. Oder warum begründet ein bedeutender Versicherer, der einen anderen Bedeutenden übernehmen möchte, seine Absage unter anderem damit, dass dieser ja ökonomisch schwer erträgliche Altersversorgungslasten vor sich herschiebe? Die Aufsicht, hier die Eiopa, stresst auch hier aktuell, signalisiert große Lücken in den Rückstellungen und verkündet, dass die Arbeitgeber sicherlich irgendwann noch zusätzlich zur Kasse gebeten werden.

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bAV-Initiative macht Sinn, fordert Unternehmen aber auch heraus

Hier soll nicht die kritische Auseinandersetzung mit der Analyse stattfinden, sondern die Stimmungswirkung angedeutet werden. Die Herausforderung ist, positive Signale für die privatrechtlichen Lösungen der betrieblichen Altersversorgung in die Entscheidungsfindung der Verantwortlichen zu platzieren.

Auch die Eiopa hat Initiativen gestartet, die das Thema bAV in den Fokus rücken, seien es Maßnahmen, die Flexibilität in der Leistungsphase zu erhöhen, „Cross Border“ oder ein zunehmender Wechsel von der Leistungs- zur Beitragsorientierung. Das macht Sinn, fordert die Unternehmen aber auch heraus, entsprechend zu reagieren.

Digitalisierung: Vielen Versicherern gelingt der totale Rhetorikspreitz

Dann ist da noch ein ganz besonderer Ball, der hat je nach Betrachtungsrichtung zwei verschiedene Größen. DIGITALISIERUNG. Groß in den Verlautbarungen. Digitalisierung. Klein in der Realisation oder dem Bemühen, diese anzugehen.

Seite zwei: Ein bisschen Disruption täte der Branche schon gut

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