22. April 2016, 08:20
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Mehr Vorsorgeglück mit der Deutschland-Rente?

Im Windschatten der Riester-Kritik hat eine neue Altersvorsorge-Idee das Licht der Welt erblickt: die Deutschland-Rente. Der wohlklingende Name steht im Kontrast zu den bekannten Politiker-Produktnamen-Kombis. Diese sind trotz guter Ansätze und wohlwollender Absichten nicht unbedingt Erfolgsmodelle.

Die Haff-Kolumne

Deutschland-Rente: Mehr Vorsorgeglück?

Tobias Haff, Procheck24: “Interessant ist die Frage, woher das Geld für das Vorsorgesparen kommen soll.”

Das zeigen Pflege-Bahr (wenig Resonanz), Rürup-Rente (kleine Zielgruppe) und Nahles-Rente (Umsetzung fraglich). Selbst die mit 16,5 Millionen Verträgen weit verbreitete Riester-Rente bekommt hauptsächlich als Dauerstreitthema rund um Rendite und Zukunftsfähigkeit Aufmerksamkeit. Die drei hessischen Minister, die die neue Idee einbringen, zielen vor allem darauf ab, dass die Altersvorsorge günstig und aktienorientierter erfolgen soll. Sanfter Zwang (“Opt-out-Modell”) soll für Kapitalzufluss sorgen. Vieles erinnert an einen Staatsfonds.

Dass die Lebensversicherung sehr gut funktioniert hat, wird gern übersehen

Gern wird übersehen, dass die Lebensversicherung als Kapitalsammelbecken in den vergangenen Jahrzehnten sehr gut funktioniert hat. Vor allem als Abnehmer für Staatsanleihen, die nicht nur den Kunden sichere Erträge brachten, sondern dem Staat im Gegenzug auch das gesuchte Kapital. Auch der Transfer der laufenden Einzahlungen in eine lebenslange Rente oder Kapitalversorgung funktionierte, sogar kundenindividuell abgestimmt. Viele konnten mit ihrer privaten Vorsorge die gesetzliche Rente gut aufbessern. Der Anlagemix war für diesen Zweck gerade richtig.

Auch das Kostenthema – die Deutschland-Rente soll auf Selbstkostenbasis eingerichtet und verwaltet werden – stellt sich im Licht vieler Fintech-Ansätze seltsam dar. So günstig wie heute lässt sich kaum mehr Geld anlegen und verwalten. Das Internet hat zu einem Abrieb der Transaktionsgebühren geführt. Neue Robo-Advisor verwalten zu minimalen Gebühren mit kostengünstigen Produkten wie ETFs teilweise auf Einzelkundenbasis und individueller Risikoneigung das Kundenvermögen. Wenn es um Kostenreduktion geht, braucht nichts neu erfunden zu werden.

Seite 2: Ob die Fast-Zwangsversicherung das richtige Mittel ist?

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