Munich Re erwartet kein schnelles Ende des Preiskampfs

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re rechnet im jahrelangen Preiskampf in der Branche mit keinem baldigen Umschwung. Bei den Vertragsverhandlungen mit Erstversicherern wie Allianz oder Axa im Schaden- und Unfallgeschäft für den kommenden Jahreswechsel sei das Marktumfeld „unverändert herausfordernd“.

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„Es gibt zwar keinen positiven Trend, aber positive Zeichen“, sagte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek.

Dies sagte Rückversicherungs-Vorstand Dr. Torsten Jeworrek am Sonntag beim Branchentreffen „Rendez-Vous de Septembre“ in Monte Carlo.

Die dicken Kapitalpolster der Rückversicherer, die anhaltenden Niedrigzinsen und der Zustrom branchenfremder Investoren prägten den Wettbewerb. Die Branche sucht nach neuen Feldern, die höhere Gewinne versprechen. Immerhin hat sich der Preisverfall im Standardgeschäft in den kleineren Verhandlungsrunden seit Jahresbeginn abgeschwächt, wie Rückversicherer und Ratingagenturen berichten. „Es gibt zwar keinen positiven Trend, aber positive Zeichen“, sagte Jeworrek.

Auch Scor stellt sich auf eine längere Durststrecke ein

Auch der französische Rückversicherer Scor, weltweit die Nummer fünf der Branche, stellt sich auf eine längere Durststrecke ein. „Wir planen für die nächsten drei Jahre mit der Annahme, dass der Markt sich jetzt irgendwann drehen muss“, sagte der Chef des Schaden- und Unfallgeschäfts von Scor, Victor Peignet. Aber Vorstandschef Denis Kessler dämpfte die Hoffnungen: Auch 2017 werde dies nicht gelingen. Die Renditeerwartungen für die kommenden Jahre hat Scor bereits gekappt.

Cyber-Prämienvolumen dürfte deutlich ansteigen

Die großen Rückversicherer versuchen mit dem Verzicht auf unrentable Verträge und der Entwicklung neuer Geschäftsfelder gegenzusteuern. So wollen die Münchner das Geschäft mit der Cyberversicherung gegen Hackerattacken und Datenlecks ausbauen. Bis Ende 2020 dürfte das weltweite Cyber-Prämienvolumen von heute 3 Milliarden auf dann 8 bis 10 Milliarden US-Dollar wachsen, schätzt Munich-Re-Vorstand Thomas Blunck.

Die Preise im Rückversicherungsgeschäft sind seit 2013 im Sinkflug. Weil ganz schwere Katastrophen seither ausblieben, können Erstversicherer und Großkunden in den Verhandlungen immer niedrigere Prämien durchsetzen. Das letzte Jahr mit immens hohen Schäden war 2011, als etwa die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan, Beben in Thailand und schwere Überflutungen in Thailand die Versicherungsbranche teuer zu stehen kamen.

Seite zwei: „Es braucht noch mehr Druck auf die Ergebnisse“

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