Bertelsmann-Studie sieht Rückschritte in der Rentenpolitik

Eine neue Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung kritisiert die Rentenreform der Großen Koalition von 2014. Durch sie habe sich die Zukunftsfestigkeit des Rentensystems verringert, so der „Sustainable Governance Indicator“-Index (SGI-Index), der jährlich die Regierungsführung von insgesamt 41 Staaten untersucht.

Beim Indikator Rentenpolitik hat sich Deutschland laut der Studie SGI-Index innerhalb von zwei Jahren um zehn Plätze verschlechtert.
Beim Indikator Rentenpolitik hat sich Deutschland laut der Studie SGI-Index innerhalb von zwei Jahren um zehn Plätze verschlechtert.

In der internationalen Studie der Bertelsmann Stiftung werden jedes Jahr anhand von 136 Indikatoren Regierungshandeln und Reformen aller OECD- und EU-Staaten analysiert und bewertet. Im aktuellen SGI-Index liegt Deutschland auf Rang sechs.

Während die Bundesrepublik der Analyse zufolge bei den Indikatoren Arbeitsmarkt und Umweltpolitik punkten konnte, stellen die Studienautoren der Rentenpolitik ein schlechtes Zeugnis aus. Im Vergleich zu 2014 ist Deutschland bei diesem Indikator demnach um zehn Plätze auf Rang 30 abgestiegen.

Generationengerechtigkeit und Zukunftsfestigkeit verringert

Grund für die schlechte Entwicklung sei die Rentenreformen der Großen Koalition: Sie habe Generationengerechtigkeit und Zukunftsfestigkeit des Rentensystems gleichermaßen reduziert. Die Rente mit 63 ist nach Ansicht der Studienautoren ein schlechtes Signal und weicht die Strukturreformen der letzten Jahre auf.

„Bei niedrigen Geburtenraten und gleichzeitig steigender Lebenserwartung wird es unvermeidlich, dass wir länger in die Rentenkassen einzahlen müssen, damit das Rentenniveau nicht zu stark absinkt“, kommentiert Daniel Schraad-Tischler, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung. Die Rentenreformen der Großen Koalition sei jedoch Klientelpolitik zu Lasten der jüngeren Generationen. (jb)

Foto: Shutterstock

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