Versicherer rechnen mit Rückgang von Wohnungseinbrüchen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche könnte nach einem drastischen Anstieg in den vergangenen Jahren nun erstmals wieder sinken.

Nach den jüngsten vorliegenden GDV-Zahlen beliefen sich die Schäden im Jahr 2014 auf 490 Millionen Euro für 150.000 versicherte Einbrüche in Wohnungen und Häuser.
Nach den jüngsten vorliegenden GDV-Zahlen beliefen sich die Schäden im Jahr 2014 auf 490 Millionen Euro für 150.000 versicherte Einbrüche in Wohnungen und Häuser.

„Die Zahlen der ersten drei Quartale deuten im Vergleich zum Vorjahr darauf hin, dass wir 2016 möglicherweise einen leichten Rückgang der Einbrüche in Deutschland verzeichnen könnten“, zitierte die „Rheinischen Post“ am Mittwoch den Präsidenten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland. Konkrete Zahlen nannten die Versicherer am Mittwoch auf Anfrage nicht.

Versuchte und vollendete Wohnungseinbrüche hatten zuletzt kontinuierlich zugenommen – von 108.284 registrierten Fällen im Jahr 2008 auf 167.136 im Jahr 2015. Das entsprach einem Plus von rund 50 Prozent innerhalb von sieben Jahren.

Für das Jahr 2016 gibt es zumindest in einigen Regionen Hoffnung. So zeichne sich im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ein deutlicher Rückgang der Wohnungseinbrüche ab, hatte der Direktor des dortigen Landeskriminalamts, Uwe Jacob, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt. In NRW seien von Januar bis November 2016 nach vorläufigen Zahlen 45.100 Wohnungseinbrüche registriert worden. Im gesamten Vorjahr waren es laut Kriminalstatistik 62.360 Taten in Nordrhein-Westfalen.

Leichte Rückgänge in einzelnen Ländern

Mittlerweile gelinge auch nur noch jeder zweite Einbruch, sagte Jacob. „Da muss man der Bevölkerung ein großes Lob aussprechen. Die Wohnungen werden wesentlich besser gesichert, und die Bevölkerung scheint aufmerksamer zu sein.“

Die offizielle bundesweite Kriminalstatistik wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 vorgestellt. Doch auch in Ländern wie Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und dem Saarland deuten sich bereits zumindest leichte Rückgänge bei den Einbrüchen an, wie Nachfragen der dpa ergaben. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gehen von einem in etwa gleichbleibenden Niveau aus.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) unterstrich: „Wir arbeiten mit viel Energie an der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen.“ Dazu gehörten – gerade in der dunklen Jahreszeit – gezielte Maßnahmen der Fahndung und Prävention.

Bundesregierung plant härtere Strafen

In einzelnen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern waren die Einbruchszahlen bereits im Jahr 2015 zurückgegangen. Mehrere Bundesländer haben inzwischen Kooperationen geschlossen, um Täter zu fassen. Zum Teil versucht die Polizei auch mit Hilfe spezieller Software, Einbrüche zu verhindern.

Außerdem wird über härtere Strafen für Einbrecher diskutiert. Ein Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums ist derzeit in der Ressortabstimmung. Justizminister Heiko Maas (SPD) hatte sich zuletzt für ein Mindeststrafmaß von sechs Monaten ausgesprochen.

Auch die Versicherer hatten die bundesweite Zunahme der Einbrüche in den vergangenen Jahren zu spüren bekommen. Nach den jüngsten vorliegenden GDV-Zahlen beliefen sich die Schäden im Jahr 2014 auf 490 Millionen Euro für 150.000 versicherte Einbrüche in Wohnungen und Häuser. Im Jahr 2010 waren es 350 Millionen Euro bei 120.000 versicherten Einbrüchen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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