29. Juni 2017, 06:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Insurtechs: Vom “Bestandsräuber” zum BU-Versicherer

Insurtechs mischen seit wenigen Jahren den Versicherungsmarkt in Deutschland auf. Nach dem Vertrieb nehmen die Versicherungs-Start-ups nun die Produktschmieden ins Visier. Die zweite Welle der Insurtechs tritt als digitale Versicherer auf – mit echtem Disruptionspotenzial.

Getsurance-Viktor-Johannes-Becher in Insurtechs: Vom Bestandsräuber zum BU-Versicherer

Dr. Viktor Becher, Gründer von Getsurance (links): “Die echten Probleme der Kunden wurden nicht gelöst, beispielsweise dass man die wichtigste Versicherung – die BU – nicht online abschließen kann.” Mit im Bild sein Bruder Johannes, Mitbegründer von Getsurance.

Die erste Welle der Versicherungs-Start-ups hierzulande konzentrierte sich zunächst auf den Vertrieb von Versicherungen.

Großes Manko des deutschen Markts

Hier sahen die jungen Unternehmer ein großes Manko des deutschen Markts. Denn der digitale Abschluss und die Verwaltung von Versicherungen steckt in Deutschland in den Kinderschuhen: Während Verbraucher es gewohnt sind, ihre Konsumwünsche komplett online oder mobil zu erledigen, ist der Kauf von Versicherungen noch ein Papierkrieg.

Anbieter wie Clark, Knip und Getsafe entwickelten daher zunächst Tools, um den klassischen Versicherungsordner zu digitalisieren. Diese sogenannten digitalen Versicherungsmanager sind Apps, mit denen Versicherte ihre Policen verwalten und stets griffbereit in der Hosentasche bei sich tragen können.

Versicherungsbestand prüfen

“Kunden können ihre Versicherungen mit unserer App digitalisieren – dann gehören die Papierstapel zu Hause der Vergangenheit an”, erläutert Chris Lodde, Chief Marketing Officer (CMO) des
Insurtechs Clark. In einem zweiten Schritt bieten die Tools den Kunden die Möglichkeit, ihren Versicherungsbestand zu überprüfen.

Bei Clark wird im sogenannten Versicherungscockpit der App die “Versicherungsfitness” des Kunden dargestellt. “Zudem überprüft unser Robo-Advisor permanent, ob die Versicherungen des Kunden in Qualität und Preis angemessen sind”, sagt Lodde.

Genau dieser Aspekt ist der lukrative Teil des Geschäftsmodells. Denn die Insurtechs stellen ihre Apps kostenlos zur Verfügung, können allerdings über neue Versicherungsabschlüsse Geld verdienen.

Seite zwei: Aufschrei unter Versicherungsmaklern

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Wer sich auf Basis solcher Vertragsbestimmung meint versichern zu können, der soll dieses ruhig tun aber sich nicht wundern, wenn sein Ziel dann doch nicht erreicht wird. Werbung versichert nicht. Ich sehe keine Gefahr für den fachlich versierten Makler, spätestens wenn es um die Frage der Betreuung im Leistungsfall geht.

    Kommentar von Frank Dietrich — 30. Juni 2017 @ 08:32

Ihre Meinung



 

Versicherungen

“Ob die Zinszusatzreserve dann langfristig ausreicht, kann sehr unterschiedlich sein”

Die Lebensversicherer steuern auf eine neue Talsohle niedriger Zinsen zu. Dies meldet die Deutsche Presse Agentur (dpa) heute morgen. Cash.Online fragt nach, Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertungen bei Assekurata, antwortet.

mehr ...

Immobilien

Mietkauf: DIW fordert Politik zum Handeln auf

In die Diskussion um den angespannten Wohnungsmarkt hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ein staatlich gefördertes Mietkauf-Modell eingebracht, von dem vor allem einkommensschwache Familien profitieren sollen. Was nun geplant werden soll.

mehr ...

Investmentfonds

Libra: Zentralbanken legen Facebook Forderungskatalog vor

Facebook muss nach Einschätzung von Zentralbanken und Weltwährungsfonds vor einer möglichen Einführung seiner Digitalwährung Libra noch viele Fragen klären. Was im nun durch die G7 Zentralbanken überreichten Forderungskatalog steht.

mehr ...

Berater

Fehlende Trennschärfe im Verbraucherschutz

Verbraucherschützer sind auf das Thema fixiert und einmal mehr warnte der „Marktwächter Finanzen“ letzte Woche vor Praktiken im „Grauen Kapitalmarkt“. Doch der war diesmal überhaupt nicht gemeint. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Sachwertanlagen

Familien: Chance auf Eigenheim durch Mietkauf

Mietkaufmodell könnte mehr Menschen den Erwerb einer Immobilie und damit den Aufbau von Vermögen erlauben. Monatliche Zahlungen würden sich Berechnungen zufolge im Rahmen aktueller Mieten bewegen.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...