9. Juni 2017, 14:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Betriebsrenten: “Noch viel Luft nach oben”

Nur 26 Prozent der Arbeitnehmer nutzen derzeit die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit eigenen Beiträgen. Und nur elf Prozent erhalten eine vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente, mit der sie auch zufrieden sind. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Deloitte-Studie “bAV zwischen Wunsch und Wirklichkeit”.

Shutterstock 179296124 in Betriebsrenten: Noch viel Luft nach oben

Die Offenheit gegenüber der Entgeltumwandlung ist laut Studie vergleichsweise hoch.

Demnach profitiert aktuell nur eine Minderheit von einer arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung – lediglich 40 Prozent haben einen Anspruch. 28 Prozent davon wissen jedoch nicht, um welche Summen es geht. Und 63 Prozent sind der Meinung, der Arbeitgeber sollte etwas mehr leisten. Die Offenheit gegenüber der Entgeltumwandlung, also der Verzicht auf einen Teil des Bruttogehalts, sei vergleichsweise hoch, so Deloitte. Doch viele Arbeitnehmer beklagten ein mangelndes Angebot ihrer Firma.

Das Problem liegt offenbar auch in der schlechten Informationslage. 65 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich nicht ausreichend oder gar nicht über bAV-Optionen informiert – von den übrigen Befragten finden nicht alle die Informationen auch vertrauenswürdig, ganz gleich, ob diese von den Arbeitgebern, den Versicherungen oder dem Betriebsrat stammen. Laut Studie wünschen sich die meisten ein persönliches Beratungsgespräch, würden sich aber auch mit einer ausführlichen Broschüre zufrieden geben. Apps als Informationsquelle spielen dagegen nur eine ergänzende Rolle.

Stärkung der bAV noch fraglich

Wenn die Arbeitnehmer ein bAV-Angebot in Anspruch nehmen, kommt es ihnen in erster Linie auf Sicherheit an – gegebenenfalls auch zulasten einer größeren, aber risikobehafteten Rendite. Wichtig sind den Befragten flexible Ein- und Auszahlungsoptionen (45 bzw. 42 Prozent). 40 Prozent bevorzugen die Kapitalleistung, 38 Prozent würden eine Rente wählen und 22 Prozent favorisieren Raten. Ein schrittweiser Übergang in den Ruhestand ist für 74 Prozent interessant.

“Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, wie viel Luft nach oben es bei der bAV noch gibt. Um die Zahl der Nutzer zu steigern, müssen die tatsächlichen Wünsche der Arbeitnehmer stärker berücksichtigt werden. Einige Elemente des Betriebsrentenstärkungsgesetzes weisen in die richtige Richtung, andere widersprechen den derzeitigen Vorstellungen der Arbeitnehmer aber sogar. In welchem Maße und in welchem Zeitraum die bAV gestärkt werden wird, ist daher fraglich”, erklärte Peter Devlin, Partner Human Capital Advisory Services bei Deloitte.

Für die Studie wurden 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte befragt. (kb)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Steigende Angst vor Altersarmut

    Wie groß ist meine Rentenlücke?
    Vermögensverzehr oder Vermögenserhalt?
    Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Altersvorsorge gilt längst als unbestritten. Doch während die meisten Vorsorgeformen nach dem Prinzip funktionieren, dass während der Erwerbstätigkeit Vermögen aufgebaut und nach dem Eintritt in den Ruhestand wieder aufgezehrt wird, bleibt der Wert von Immobilieneigentum erhalten.

    Börsenunabhängiger Vermögensaufbau für Ihren Ruhestand Immobilien gelten als sinnvolle Altersvorsorge, da sie gleichzeitig mehrere positive Punkte bieten: Hohe Sicherheit, Inflationsschutz, Steuervorteile, gute Renditen und eine Einkommensquelle im Alter.
    http://spectrum-rem.com/de/SiteConteudo.php?idParentConteudo=3969&idTbCategoriasNivel1=3548&idTbCategoriasNivel2=3969

    Kommentar von André Ebeling — 12. Juni 2017 @ 15:52

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nach Bundestag stimmt auch Bundesrat für die Grundrente

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat der Grundrente zugestimmt, durch die kleine Renten von rund 1,3 Millionen Menschen aufgebessert werden sollen.

mehr ...

Immobilien

Trotz Corona ins Eigenheim: Was Immobilieninteressenten jetzt beachten sollten

Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je: Selten zuvor waren die Menschen so viel zuhause wie jetzt in der Corona-Krise. Die eigenen vier Wände sind für viele zum Schutzraum geworden. Hier verbringen sie Zeit mit der Familie, arbeiten im Home-Office oder bringen ihren Kindern Mathe und Deutsch bei. „Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen des Alltags hat in vielen Menschen den Wunsch nach Wohneigentum gestärkt“, sagt Roland Hustert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

mehr ...

Investmentfonds

Ermittlungen gegen Wirecard-Manager auch wegen Untreueverdachts

Im Skandal um fehlende Milliarden beim Dax-Konzern Wirecard ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” nun auch wegen Untreueverdachts gegen den Ex-Vorstandschef und weitere Manager.

mehr ...

Berater

Soli-Umfrage: Mehrheit der Deutschen erwägt Soli-Ersparnis in Altersvorsorge zu investieren

Willkommener Geldsegen für eine finanziell selbstbestimmte Zukunft: Die Deutschen begrüßen die „Soli-Abschaffung“ und erwägen die Ersparnis für die eigene Altersvorsorge einzusetzen. Das geht aus einer von Swiss Life Select in Auftrag gegebenen repräsentativen YouGov-Studie mit 2.048 Personen hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...