8. August 2017, 06:28
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Einstieg in die Assekuranz: Was hat Google vor?

Im Gegensatz zu einer Flugverbindung sind die Leistungen einer Versicherungspolice weitaus schwieriger zu vergleichen. Dieser Aufwand brächte der Suchmaschine Google kaum ein vernünftiges Maß an zusätzlicher Attraktivität, denn während der durchschnittliche Anwender mehrmals im Jahr nach Flugverbindungen sucht, sucht er bestenfalls einmal im Leben nach einer Privathaftpflicht. Aus Sicht einer Suchmaschine zu wenig Attraktivitätssteigerung im Vergleich zum Aufwand.

Mangelnder Erfolg?

Trotzdem schien es so, als wolle Google gerade im Versicherungsbereich in den Produktverkauf einsteigen. Tatsächlich geschah dies in Großbritannien ebenso wie später in Kalifornien mit dem Dienst Google Compare.

Auch in Deutschland nahm Google zunächst entsprechende Verhandlungen auf, schloss sogar einen ersten Deal mit einem deutschen Vergleichsrechnerhersteller. Dann zog sich der Konzern jedoch wieder zurück. Von vielen Branchenmitgliedern wurde dies als Scheitern gewertet.

Wer sich jedoch mit den Verkaufserfolgen in Großbritannien und Kalifornien näher beschäftigt hat, wird feststellen, dass die Ursache des Rückzugs nicht im mangelnden Erfolg begründet liegt.

Keine Nachbildung von Geschäftsmodellen

Vielmehr fand der Rückzug ziemlich genau zu dem Zeitpunkt statt, als Google seine Unternehmungen neu strukturierte. Google selbst wurde dabei in seine neue Holding Alphabet eingebracht. Dabei wurden alle Projekte aus Google entfernt, die nicht explizit mit seiner Ausrichtung als Suchmaschine zu tun haben.

Die restlichen Geschäftsfelder wurden als eigenständige Firmen aufgestellt und direkt unter Alphabet angebunden. Die Projekte zur Versicherungsvermittlung wurden eingestellt. Dies jedoch nicht, weil sie nicht erste Erfolge gezeigt hätten, sondern weil sie der Philosophie von Google widersprachen: Google lehnt es ab, vorhandene Geschäftsmodelle nachzubilden.

Disruption ist das Ziel

Einerseits zöge dies die Gefahr nach sich, dass man Google die Ausnutzung seiner nahezu monopolistischen Aufstellung vorwerfen könnte (was bereits jetzt regelmäßig zu Verfahren der EU-Kommission mit teils milliardenschweren Strafen führt).

Zum anderen verfolgen die Google-Gründer die Philosophie, dass eine Befassung mit weiteren Geschäftsbereichen nur dann Sinn ergibt, wenn man dabei die vorhandenen Prozessketten komplett verändert. Ein Geschäft nur etwas besser zu betreiben, ist Google zu wenig. Die Online-Welt braucht keine weitere Vergleichsplattform.

Das bedeutet gleichwohl nicht, dass Google nicht in den Versicherungsbereich einsteigen wird. Kaum eine Branche dürfte für eine Disruption geeigneter sein. Versicherungen sind vor allem ein datengetriebenes Geschäftsmodell. Es werden keine Produktionsstraßen und kein Materialeinsatz benötigt, sondern vor allem ein effizienter Umgang mit Daten – gerade darin liegt die besondere Stärke von Google.

Seite drei: Tod des Innendiensts?

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