Assekuranz: Google-Gefahr gebannt?

Momentan ist es um Internet-Riesen wie Google oder Amazon, was einen Angriff auf die Assekuranz angeht, ruhig geworden – vorerst zumindest. Dennoch bleibt Google auch ohne Vergleichsportal weiterhin ein relevanter Spieler im Vertrieb – und sammelt fleißig Daten.

Berater sind durch Google Compare noch nicht unmittelbar bedroht – sobald Google aber die anfänglichen marktspezifischen Schwierigkeiten beiseite geräumt hat, kann es für die Marktteilnehmer sehr schnell eng werden.
Das Scheitern von Google Compare heißt nicht, dass der Tech-Riese sich vom Versicherungsmarkt abgewendet hat.

Zwar gab es seitens der Tech-Konzerne verschiedene Versuche, ins Versicherungsgeschäft einzusteigen – bisher aber hauptsächlich als Vergleichsportale.

Riesiger Datenschatz

Dabei haben sie mit dem riesigen Datenschatz, über den sie verfügen, durchaus das Potenzial, zu einer ernsthaften Konkurrenz für Versicherer und Vermittler zu werden.

„Sie besetzen heute bereits die Kundenschnittstelle perfekt und verfügen über weit mehr und aktuellere Daten als die Versicherungsbranche“, bestätigt Dr. Walter Botermann, Vorstandsvorsitzender des Alte-Leipziger-Hallesche-Konzerns.

Dennoch hat Google im Frühjahr 2016 seine Vergleichsportale in Großbritannien und den Vereinigten Staaten wieder eingestellt – aufgrund ausbleibenden Erfolges.

So berichtete das „Wall Street Journal“, dass Googles Vergleichsportale letztlich daran gescheitert seien, dass sich die großen Versicherungskonzerne nicht daran beteiligen wollten, was die Aussagekraft deutlich reduziert habe.

„Zudem gibt es für die Internet-Riesen aktuell noch lukrativere und weniger staatlich regulierte Geschäftsfelder als Spielwiese“, fügt Botermann hinzu. Dieser Schutz müsse aber nicht ewig währen, weshalb jeder Versicherer perspektivisch seine eigene strategische Rolle definieren müsse.

Google auch weiterhin relevanter Spieler

Zurich-Vorstand Dr. Klaus Endres weist zudem darauf hin, dass Google auch ohne Vergleichsportale weiterhin ein relevanter Spieler im Versicherungsvertrieb bleibe: „Zwar nicht über ein eigenes Versicherungsvergleichsangebot, aber über die große Bedeutung und den finanziellen Aufwand für die Top-Platzierungen bei der Suche nach Versicherungsbegriffen wie ‚Autoversicherung‘.“

Zurücklehnen sollten sich die deutschen Versicherer also nicht, fordert der Referent Kommunikation bei der Wüstenrot & Württembergischen (W&W), Kevin Roller. „Vielmehr müssen wir uns ständig weiterentwickeln und verbessern – und auch Kooperationsmöglichkeiten ausloten.“

Seite zwei: Wachsam bleiben

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