20. Januar 2017, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD-Umsetzung: Reaktion auf schlechte Beratung?

Schlechte Beratung im Versicherungsvertrieb habe in den vergangenen Jahren “große Schäden” verursacht, sagt Staatssekretär Matthias Machnig und begründet damit die Vorschriften des Gesetzentwurfs zur IDD-Umsetzung. Diese Aussage geht genauso an der Realität vorbei, wie der Entwurf selbst. Die angekündigte Minimalumsetzung der IDD-Vorschriften wäre sinnvoller. 

Kommentar von Norman Wirth, AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V.

IDD-Umsetzung: Reaktion auf schlechte Beratung?

“Ich setze auf den Willen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, kein verfassungs- und europarechtswidriges Gesetz zu verabschieden.”

Die Bundesregierung hat am 18. Januar den Gesetzentwurf zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD beschlossen. Dazu äußerte der Staatssekretär Matthias Machnig vom Wirtschaftsministerium: “Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt wie groß der Schaden sein kann, der beim Vertrieb von Versicherungen durch schlechte Beratung entsteht. Der heute verabschiedete Gesetzentwurf ist ein wichtiger Schritt dies künftig zu unterbinden.”

Herr Machning lebt offensichtlich auf einem anderen Planeten als ich. Denn am selben Tag hatte ich die Gelegenheit an einem Symposium zum 15-jährigen Bestehen der Schlichtungsstelle “Versicherungsombudsmann” teilzunehmen.

Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an diese bewährte Einrichtung! Auch Vertreter der Politik, unter anderem Staatssekretär Gerd Billen vom Justiz- und Verbraucherschutzministerium gratulierten aufrichtig.

Kaum Beschwerden über Vermittler

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Der Ombudsmann führt penibel Statistik über die Anzahl der Beschwerden gegen Vermittler und Versicherungsunternehmen, die bei ihm eingehen. Und auch darüber, wie viele der Beschwerden berechtigt waren, gegen wen die Beschwerden geführt wurden etc..

Leider unterteilt die Statistik – auch nach regelmäßiger Nachfrage seitens des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung beim Ombudsmann – nicht zwischen Versicherungsvertreter und Makler. Alle in einem Statistiktopf.

Aber: Im Jahr 2015 wurden 92 zulässige Verfahren gegen Vermittler (Vertreter und Makler) beim Ombudsmann beendet. 35,3 Prozent dieser Verfahren waren für den Beschwerdeführer, also den Kunden, erfolgreich. Also circa dreissigmal wurde vom Ombudsmann festgestellt, dass der betroffene Vermittler tatsächlich einen Fehler gemacht hat.

Seite zwei: Wettbewerbsverzerrungen zulasten der Makler

Weiter lesen: 1 2

4 Kommentare

  1. Kaum Beschwerden beim Versicherungsombudsmann, bescheinigen nicht gleich eine hohe Beratungsqualität.

    Wenn ich an so manche schlechte Erfahrung mit anderen Vermittlern und Versicherern denke, dann gibt es hier sicher auch eine große Anzahl an unzufriedenen Kunden.

    Schade ist diese fortschreitende Regulierung für die Vermittler mit hohem Anspruch an Ausbildung, Qualität und Kundenzufriedenheit. Denn diese werden unnötig mit Bürokratie belastet.

    Kommentar von Yannick Leippold — 20. Januar 2017 @ 16:23

  2. Dem Artikel schließe ich mich ebenso an, wie den ebenso treffenden Kommentaren. Chapeau.

    Kommentar von Lutz Birke — 20. Januar 2017 @ 14:29

  3. Die Beratung bei den Maklern findet mit nahezu 100%iger Zufreidenheit der Mandanten statt.
    Die Fehler der Vergangenheit sind fast ausnahmslos in der Ausschließlichkeit entstanden und genau hier muss der Gesetzgeber nachfassen.
    Da die Lobby der Makler noch nicht stark genug duch Verbände vertreten wird, sollte gerade jetzt jeder von uns Maklern einem Berufsverband wie z.B. de, AfW beitreten.

    Kommentar von Kai Hartmut Ortmann / Versicherungsmakler / EKO Finanz- & Wirtschaftskanzlei — 20. Januar 2017 @ 09:38

  4. Da sind mehr als 99,99% der Vermittler/Makler Beschwerdefrei, Das bedeutet eine fast 100% Zufriedenheit mit der Beratung.
    Für unsere Politiker ein Grund für restriktive Maßnahmen. Wie würde das Volk bei einer Bewertung dei Politiker bewerten, wohl zighundertfach schlechter. Die Frage, was kann man tun, um im selben Verhältnis bessere Politiker zu bekommen? Wieder mal liefern diese Poltiker ein arrogantes Statement ab. Man braucht sich dann über Politikverdrossenheit nicht zu wundern. Da hilft auch der Satz “Wir machen gute Politik, wir verkaufen sie nur schlecht” nicht mehr. Offensichtlich werden klare Fakten ignoriert. Ein Berufsstand der an der Seite des Kunden soger für das beste Produkt und für schlechte Beratung haftet, sollte für Politiker und für Ihre Entscheidungen eher ein Vorbild sein……..

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 20. Januar 2017 @ 07:24

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Deutscher Maklerverbund bietet optimierte Vergleichsrechner

Dank verbesserter Vergleichsrechner können Makler mit dem MVP Professional works des Deutschen Maklerverbunds (DEMV) die Beratungsqualität für Kunden zum Start des Jahres 2020 nochmals deutlich erhöhen.

mehr ...

Immobilien

McMakler knackt die Milliarden-Marke

Beste Stimmung auf dem Immobilienmarkt: Die Branche spricht bereits vom Superzyklus und ein Ende des Booms sehen Experten derzeit nicht. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Jahresrückblick von McMakler wider.

mehr ...

Investmentfonds

Globaler Branchenindex für Erneuerbare Energie schlägt MSCI World

Die umweltfreundliche Erzeugung von Energie ist einer der Megatrends der kommenden Jahre. Dies schlägt sich zunehmend an der Börse nieder. Jon Sigurdsen, Portfoliomanager des DNB Fund – Renewable Energy, analysiert, warum der MSCI World bereits 2019 übertroffen wurde.

mehr ...

Berater

Blau Direkt holt Kerstin Möller-Schulz in die Geschäftsführung

Ab Februar ist Kerstin Möller-Schulz neben CEO Lars Drückhammer und Oliver COO Pradetto neue Geschäftsführerin CFO beim Lübecker Maklerpool Blau Direkt.

mehr ...
22.01.2020

Simplify your job!

Sachwertanlagen

RWB steigert Umsatz zum fünften Mal in Folge

Die RWB Group hat im Jahr 2019 bei Privatanlegern und institutionellen Investoren insgesamt mehr als 77,5 Millionen Euro platziert. Mehr als drei Viertel des platzierten Kapitals entfallen auf das Kerngeschäft der Private-Equity-Dachfonds.

mehr ...

Recht

Negativzinszahlungen an die EZB steigen auf 25 Milliarden Euro

Im vergangenen Oktober senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins für Banken auf -0,5 Prozent. Gleichzeitig führte sie durch eine Zinsstaffelung einen Freibetrag ein: Einlagenüberschüsse in Höhe der sechsfachen Mindestreserve, die die Banken als Pflichteinlage bei den nationalen Zentralbanken unterhalten müssen, werden vom Negativzins ausgenommen. Eine heute anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellte Analyse des Hamburger FinTech-Unternehmens Deposit Solutions legt nun erstmals dar, wie sich die geldpolitischen Änderungen der EZB auf die Negativzinszahlungen der Banken konkret auswirken.

mehr ...