20. Juli 2017, 15:00
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Policen im Fondsmantel: Experten streiten um Transparenz und Renditechancen

Die Versicherer setzen immer stärker auf Angebote, die in einem Fondsmantel daherkommen oder eine Index-Partizipation vorsehen. Marktexperten monieren allerdings, dass Indexpolicen nicht hinreichend transparent seien.

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Norbert Heinen, Württembergische: “Moderne Geldanlage ist insbesondere in diesen Zeiten oft beratungsbedürftig und beratungsintensiv.”

“Ich persönlich bin kein Fan von Indexpolicen”, bekannte kürzlich etwa Dr. Jürgen Bierbaum, Mitglied des Vorstands der Alten Leipziger-Halleschen, während einer von Cash. veranstalteten Round-Table-Diskussion.

“Nicht richtig transparent”

“Als Finanzmathematiker finde ich sie zwar interessant, aber sie sind einfach nicht richtig transparent. Der Kunde weiß gar nicht so genau, dass er da eigentlich ein Derivat kauft, das irgendwie gehebelt ist”, sagte Bierbaum und erinnerte sich an eine Veranstaltung mit Maklern, auf der ein Experte einer Ratingagentur Indexpolicen vorgestellt habe. “Dann kam irgendwann die Zwischenfrage: Wie ist denn der Zusammenhang zwischen Cap und Volatilität? Und als dann selbst der Experte das nicht richtig erklären konnte, wurde der Unmut im Raum ziemlich groß.”

Klaus-Peter Klapper, Leiter Produkt- und Vertriebsmarketing der Stuttgarter, findet die Kritik nicht berechtigt: “Wir haben die Funktionsweise von Indexpolicen von Anfang an sehr offen und transparent kommuniziert. Der Kunde kann doch jährlich entscheiden, wie er seine Überschüsse anlegen möchte: lieber in die sichere Verzinsung oder in die Beteiligung an einem Index. Diese Entscheidung ist zeitlich auf ein Jahr befristet und kann jedes Jahr geändert werden.” Die pauschale Aussage “Der Kunde kauft ein Derivat” treffe deswegen nicht zu.

Einwand der zu geringen Renditen

Auch Norbert Heinen, Vorstandschef der Württembergischen, teilt den Vorwurf der Intransparenz nicht: “Moderne Geldanlage ist insbesondere in diesen Zeiten oft beratungsbedürftig und beratungsintensiv. Diesem Auftrag versuchen wir stets nachzukommen.”

Der Kunde müsse darüber informiert werden, welche Risiken und Chancen er mit seinem Investment eingeht. Wie weit die Funktionsweise eines Konstrukts im Detail erläutert werden sollte, sei im Einzelfall zu unterscheiden.

Doch nicht nur die fehlende Transparenz wird bemängelt: Wer die Eckdaten von tatsächlichen Versicherungsangeboten mit historischen Aktiendaten vergleiche, stelle fest, dass die Rendite der Indexpolicen nur geringfügig höher sei als bei klassischen Verträgen, heißt es gelegentlich. Allerdings ist nach Angaben von Assekurata aufgrund der vergleichsweise jungen Produkthistorie ein isolierter Renditevergleich von Indexpolicen mit den langfristigen Vergangenheitsrenditen klassischer Rentenversicherungen wenig aussagekräftig.

Seite zwei: Kein “free-lunch”

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