Konkurrenzprodukt zur privaten Altersvorsorge in der Pipeline?

Die Politik droht mit weitreichenden Markteingriffen, sollten die deutschen Versicherer in mehreren Bereichen nicht sichtbare Veränderungen herbeiführen – unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl am 24. September.

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Reichstag Berlin: Die Politik fordert von den Versicherern deutliche Veränderungen.

Dazu gehören ein staatliches Konkurrenzprodukt zur privaten Altersvorsorge, Änderungen in der Vermittleraufsicht und eine Bürgerplattform mit strengen Transparenzanforderungen an Vorsorgeprodukte. Dies ergibt die Sektoranalyse Versicherungen der Kommunikationsberatung Instinctif Partners zum Bundestagswahlkampf 2017. Darin werden die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Die LINKE, Grünen, FDP und der AfD hinsichtlich ihrer für die Versicherungswirtschaft relevanten Prioritäten analysiert.

Bürgerplattform im Internet

Zu den drängendsten Themen gehört die Altersvorsorge. Zwar ist mit der baldigen Einführung einer verpflichtenden Deutschlandrente nicht zu rechnen. Doch auch auf Seiten von CDU und FDP zeigt man sich für die Einführung eines staatlichen Konkurrenzproduktes zur privaten Altersvorsorge mittlerweile gesprächsbereit. Damit steigt die Schnittmenge mit den Grünen, die einen Bürgerfonds als Alternative zur sonstigen Altersvorsorge etablieren möchten. Um die Transparenz am Markt zu erhöhen, planen CDU und FDP außerdem eine Bürgerplattform im Internet, die alle Leistungen und Ansprüche einheitlich aufführt. Im Falle einer Regierungsbeteiligung würden sich die anderen Parteien dieser Idee kaum entgegenstellen.

Parteien sehen aufgrund der Demografie Handlungsbedarf

„Alle Parteien sind sich der langfristigen Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Rentenkassen bewusst und sehen Handlungsbedarf. Produktgeber und Vermittler müssen jetzt glaubwürdig und öffentlichkeitswirksam eigene Lösungsansätze vorlegen. Sonst können die Themen Deutschlandrente, Bürgerfonds und Co. eine Dynamik entwickeln, die sich kaum noch wirksam beeinflussen lässt“, erklärt Dr. Hubert Becker, Partner bei Instinctif Partners.

Analyse der unterschiedlichen Wahlprogramme

Mit dem Wahlkampf-Navigator bietet Instinctif Partners (www.wahlkampf-navigator.de) Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle zur laufenden Analyse des Bundestagswahlkampfs. Auf der Plattform werden die politischen Programme der Parteien, kommunikative Trends und Highlights des Wahlkampfs sowie wichtige Termine übersichtlich aufbereitet. Branchenspezifische Sektoranalysen unter anderem zu den Themen Versicherungen, Gesundheit, Finanzen sowie Ernährung und Landwirtschaft ergänzen das Angebot. (fm)

Foto: Shutterstock

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