„Vermittler spielen zentrale Rolle in der Beratung“

Wird durch die Reform nicht lediglich eine weitere Komplexitätsschicht zum bestehenden System hinzugefügt, wie Kritiker monieren?

Das Betriebsrentenförderungsgesetz stärkt die bAV für die Zukunft. Hier finden sowohl Tarifpartnermodell als auch die „alte bAV-Welt“ ihre Berechtigung und können sich durchaus ergänzen.

Der Vorsitzende des Bundesverbands pauschaldotierter Unterstützungskassen befürchtet, dass der Markt und die Möglichkeiten für Vermittler und Makler durch die Reform sehr viel enger werden. Als Begründung führt er an, dass die Hoheit über die bAV künftig hauptsächlich bei den Tarifparteien liegen werde. Teilen Sie diese Befürchtung?

Nein, ganz im Gegenteil: Es gibt sehr viele kleine und mittelständische Unternehmen, die keinen Tarifvertrag haben. Auch deren Mitarbeiter brauchen gute bAV-Lösungen für die zusätzliche Altersvorsorge – Versicherungen werden dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber auch der Beratungsbedarf steigt: Hier spielen Vermittler eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit den Arbeitgebern können sie die Situation des Betriebes analysieren und eine darauf zugeschnittene passgenaue bAV-Lösung erstellen. Wir unterstützen sie dabei mit unserem ganzheitlichen Beratungsansatz.

Die Anbieter von bAV-Konzepten mit pauschaldotierten Unterstützungskassen haben mitgeteilt, sie würden bereits jetzt deutlich vermehrte Anfragen seitens der Arbeitgeber feststellen. Der Verband wertet dies als Indiz dafür, dass sich Unternehmen zunehmend von Versicherungen abwenden und nach höherverzinslichen Alternativen suchen. Halten Sie eine solche Entwicklung für wahrscheinlich?

Ganz klar nein. Verbraucher sind auf der Suche nach Sicherheit und möchten diese gerne mit Renditechancen verbinden. Es liegt in unserer Hand, hier attraktive Produkte anzubieten. Canada Life kommt diesem Wunsch schon seit Jahren nach, in der zweiten Schicht durch unseren Tarif GENERATION business: Hier partizipieren Versicherte über den hinterlegten Unitised-With-Profits (UWP)-Fonds, der zu etwa 40 Prozent in Sachwerte investiert, an den Renditemöglichkeiten der Kapitalmärkte. Gleichzeitig sind sie zu Rentenbeginn durch endfällige Garantien gegen Schwankungen an den Kapitalmärkten abgesichert, wenn die bedingungsgemäßen Garantievoraussetzungen erfüllt sind. Das Modell ist bereits sehr erfolgreich: Zum Ende Juni dieses Jahres erreichte der Fonds seit Auflegung im Januar 2004 eine durchschnittliche Wertentwicklung von 6,1 Prozent jährlich. Die Garantien sichern das Ersparte ab. Man kann sich zwei Konten vorstellen, die buchhalterisch getrennt sind: Das Konto „Garantie“ beinhaltet den geglätteten Wert und das Konto „Renditechance“ den tatsächlichen Wert. Beide Konten werden zum Rentenbeginn separat betrachtet. Der höhere Wert wird ausgezahlt: Laufen die Börsen gut, erhalten Versicherte den tatsächlichen Wert zu Rentenbeginn. Und der geglättete Wert beträgt zu Rentenbeginn mindestens ein Prozent.

Gibt es aus Ihrer Sicht noch Schwachstellen oder Regelungslücken bei der Reform?

Es besteht noch eine Lücke: zwischen der Erhöhung des steuerlichen Dotierungsrahmens auf acht Prozent und der gleichbleibenden Höchstgrenze von vier Prozent, die sozialversicherungsfrei bleiben. Hier könnte es noch Optimierungsbedarf geben. Auch könnte ein höherer Dotierungsrahmen über die acht Prozent hinaus einen noch besseren Ansatz bieten. Denn aufgrund der Einbeziehung pauschalbesteuerter Beiträge nach Paragraf 40 b EStG a.F. auf diesen Dotierungsrahmen ist der Rahmen nicht sehr viel größer geworden.

Der Informationsbedarf von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu den Inhalten der Reform wird sehr hoch sein. Wie stellen Sie sich darauf ein? Wie bereiten Sie Ihre Vertriebspartner auf die gesetzlichen Neuerungen vor?

Wir werden hier natürlich informieren, welche Möglichkeiten wir sehen und bei Fragen gerne weiterhelfen. Wir stehen weiterhin an der Seite unserer Vertriebspartner und unterstützen sie mit unserem ganzheitlichen bAV-Beratungsansatz dabei, die Potenziale der bAV zu nutzen. Denn mit einer besseren Durchdringungsquote können mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer von den Vorteilen einer passenden betrieblichen Vorsorge profitieren.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Canada Life

 

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