20. Dezember 2017, 13:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wie der Pflege-Pauschbetrag geltend gemacht werden kann

Eine pflegende Privatperson kann unter Umständen bei der Einkommensteuererklärung den Pflege-Pauschbetrag in Anspruch nehmen – und zwar im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen. Darauf weist die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hin.

Shutterstock 529427158 in Wie der Pflege-Pauschbetrag geltend gemacht werden kann

Das nachvollziehbare enge Verhältnis zwischen dem Pflegenden und der Person, die gepflegt wird, ist bei der Geltendmachung besonders wichtig.

Mit dem Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 Euro pro Jahr sollen laut VLH-Experten die laufenden Ausgaben des Pflegenden aufgefangen werden, die oft nur schwer nachzuweisen sind. Das könnten zum Beispiel Fahrt- oder Telefonkosten sein, aber auch Aufwendungen für eine spezielle Pflegebekleidung oder für Reinigung und Wäsche.

Sollten die Ausgaben der pflegenden Person höher als 924 Euro pro Jahr sein, könne sie auf den Pflege-Pauschbetrag verzichten und die tatsächlich anfallenden Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. In diesem Fall müssten aber alle Ausgaben belegt werden.

Wer auf den Pflege-Pauschbetrag setzt, muss nach Angaben des VLH eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen, damit dieser gewährt wird: Das nachvollziehbare enge Verhältnis zwischen dem Pflegenden und der Person, die gepflegt wird, sei dabei besonders wichtig. Der Mensch, der die persönliche Unterstützung erhält, müsse hilflos sein und der Pflegende müsse selbst pflegen. Außerdem dürfe der Pflegende für die Pflegeleistungen keine Bezahlung im Sinne einer Vergütung oder Aufwandsentschädigung bekommen. Die Pflege solle im gewohnten häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen stattfinden.

Pauschbetrag kann mehrfach berücksichtigt werden

Der Pflege-Pauschbetrag wird den VLH-Experten zufolge auch dann in voller Höhe gewährt, wenn sich die Pflegetätigkeit nicht über das ganze Jahr erstreckt. Der Fiskus berücksichtige den Pauschbetrag auch mehrfach, wenn eine Privatperson mehrere Angehörige – etwa Mutter und Vater – pflegt und die genannten Bedingungen jeweils gegeben sind. Teilen sich mehrere Privatpersonen – etwa Geschwister – die Pflege eines Angehörigen, werde der Pflege-Pauschbetrag gleichmäßig unter den pflegenden Personen aufgeteilt. (kb)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...