Allianz steckt weitere Milliarde in Aktienrückkauf – Früher als gedacht

Europas größter Versicherer Allianz gibt früher als gedacht weiteres Geld an seine Aktionäre zurück. Bis Ende September will der Dax-Konzern eigene Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen, wie er überraschend am Montagabend in München mitteilte.

Starten soll das neue Rückkaufprogramm an diesem Mittwoch. Die erworbenen Papiere will Allianz einziehen.

Den vorigen Aktienrückkauf über zwei Milliarden Euro vom Jahresbeginn hatte der Versicherer erst Anfang Mai abgeschlossen. Damit scheint die Allianz nach den Deals zu Liverpool Victoria und Euler Hermes derzeit keine größere Übernahme zu planen.

Nach Aussage von Finanzvorstand Giulio Terzariol von Mitte Mai geht die Allianz-Spitze bei den Aktienrückkäufen grundsätzlich von einem jährlichen Rhythmus aus.

Der Manager hatte aber nicht ausgeschlossen, dass eine Entscheidung auch früher fallen könnte – was nun geschah. Analysten hatten angesichts der dicken Kapitaldecke des Konzerns bereits darauf spekuliert.

Rückkaufprogamm startet am Mittwoch

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Kurz nach Handelsstart am Dienstag gewann die Allianz-Aktie 1,1 Prozent an Wert. Analyst Johnny Vo von der Investmentbank Goldman Sachs rechnete allerdings mit keiner allzu großen Kursreaktion.

So sei das Volumen des Aktienrückkaufs im Vergleich zum Börsenwert des Versicherers eher begrenzt. Die Allianz ist an der Börse insgesamt rund 77 Milliarden Euro wert.

Starten soll das neue Rückkaufprogramm an diesem Mittwoch. Die erworbenen Papiere will Allianz einziehen, so dass sich die Zahl der Aktien am Markt verringert. Dadurch sollte der Wert der verbleibenden Papiere steigen.

Keine geeigneten Übernahmeziele in der Sachversicherung

Die Allianz hatte Anfang 2017 eine Welle von Aktienrückkäufen gestartet. Anlass war eine selbst gesetzte Regel, nach der der Konzern überschüssiges Kapital, das er nicht für Übernahmen oder anderes Wachstum benötigt, alle drei Jahre an die Aktionäre zurückgibt.

Diese Regel wurde zwar sofort wieder gestrichen. Allerdings erklärte die Allianz, überschüssiges Kapital künftig flexibel an die Aktionäre zurückzugeben. Anfang 2018 folgte dann das zweite Programm, im Juli nun das dritte.

Hintergrund ist, dass die Allianz auf der Suche nach geeigneten Übernahmezielen die ganz große Gelegenheit bisher nicht gefunden hat. Konzernchef Oliver Bäte hat wiederholt erklärt, in der Sachversicherung weiter zukaufen zu wollen. Allerdings seien die aufgerufenen Preise für Unternehmen zu hoch.

Seite zwei: Allianz-Rivale übernimmt XL Group

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