5. Januar 2018, 15:38
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Amazon: Die unterschätzte Bedrohung

Warum sollte die Branche also durch einen Einstieg Amazons in das Versicherungsgeschäft beunruhigt sein, wenn Produktversicherungen für den überwiegenden Teil der deutschen Versicherer und Vermittler keine Rolle spielt?

Amazon verfügt über vertiefte Kenntnisse über die Einkaufsgewohnheiten seiner Kunden und kann so jederzeit vielfältigen Versicherungsschutz anbieten, wenn mutmaßlich der Bedarf hierfür entsteht.

Beispielsweise könnte den Käufern von Hundefutter oder Hundeleinen nach der Bestellung Hundehalterhaftpflicht- oder Hunde-OP-Versicherungen angeboten werden, oder bei Bestellungen von Babykleidung, Kinderwagen oder Babyspielzeug könnten den Käufern Risikolebensversicherungen und Krankenzusatzversicherungen für Kinder angeboten werden.

Internet wird immer dominanter

Um diese beispielhaften Versicherungsprodukte, zum Zeitpunkt des Bedarfs anbieten zu können, investieren und zahlen Versicherer wie auch Vergleichsportale Millionenbeträge.

Das Internet nimmt bei der Identifizierung solcher Vertriebschancen eine immer dominantere Rolle ein, alleine wenn man berücksichtigt, dass über 50% des Marketingbudgets der Allianz Deutschland laut Presseberichten bereits in den digitalen Bereich fließen.

Nach einer wahrscheinlichen Umsetzung der europäischen ePrivacy-Verordnung wird es für Versicherer noch aufwändiger und teurer im Internet Kunden zu gewinnen.

Wettbewerbsvorteil kann genutzt werden

Amazon stehen diese Informationen Ihrer Kunden jedoch quasi kostenfrei zur Verfügung und ist darüber hinaus nicht so stark von den Auswirkungen der ePrivacy-Verordnung betroffen wie andere Unternehmen, da der mutmaßliche Versicherungsbedarf auf der eigenen Seite ermittelt wurde.

Warum sollte sich der Konzern daher mit einem Angebot an Produktversicherungen begnügen und diesen offensichtlichen Wettbewerbsvorteil nicht nutzen um im größeren Rahmen vom Versicherungsgeschäft zu profitieren?

Ein weiterer Vorteil von Amazon ist die Abo-Mitgliedschaft “Amazon Prime“, mit der es gelungen ist, ein Angebotspaket bestehend aus kostenlosem Premiumversand, Zugang zu besonderen VIP-Angeboten, zu eBooks, zu einer Onlinevideothek, zu einem Musikstreamingdienst und zu einer unbegrenzt großen Fotocloud zu schaffen.

Kunden binden sich immer mehr

Darüber hinaus greift der Konzern mit Amazon Fresh den stationären Lebensmittelhandel an, bietet einen Cloudservice an, gibt in Kooperationen mit Banken Amazon-Kreditkarten heraus und baut mit Amazon Payments ein Konkurrenzangebot zu Paypal auf.

Auch im Bereich der Logistik ist Amazon näher am Kunden als ein Großteil der anderen Unternehmen. In den USA bietet das Unternehmen seit 2011 eigene Paketabholstationen an und übernimmt mit eigenen Subunternehmern mittlerweile auch selber in Deutschland einen Teil der Auslieferungen.

Dieses Konglomerat an Dienstleistungen, das neudeutsch als Ökosystem bezeichnet werden kann, stärkt mit jeder weiteren Dienstleistung die Kundenbindung an Amazon.

Seite drei: Riesiges Potenzial für Versicherungsangebot

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