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7. August 2018, 11:17
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BdV: Höhe der Provisionen in der LV hat sich in 20 Jahren vervierfacht – GDV widerspricht

Im Zuge der anstehenden Evaluation des Lebensversicherungs-reformgesetzes (LVRG) wird derzeit auch über einen gesetzlichen Provisionsdeckel diskutiert. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) hat in dem Zusammenhang die Entwicklung der Provisionszahlungen bei privaten Renten mit garantierten Rentenhöhen in den der vergangenen 20 Jahre aktuariell untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Höhe der Provision hat sich in den letzten 20 Jahren etwa vervierfacht – inflationsbereinigt. Widerspruch kommt vom GDV.

 

Kleinlein in BdV: Höhe der Provisionen in der LV hat sich in 20 Jahren vervierfacht - GDV widerspricht

Axel Kleinlein fordert einen klaren Deckel bei den Provisionen: “1,5 Prozent snd die Spitze des Erträglichen. Alles darüber ist unredlich”

 

„Noch nie gab es derart hohe Provisionen wie heute, gemessen an der Höhe der garantierten Altersvorsorge“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. Insofern begrüßt der BdV die Diskussion um den Provisionsdecke und hat dazu jetzt eine Stellungnahme beim Finanzausschuss des Deutschen Bundestages und beim Bundesministerium der Finanzen eingereicht.

BdV: Begrenzung der Provision auf 1,5 Prozent der Beitragssumme

Der BdV fordert daher, dass die Provision auf 1,5 Prozent der Beitragssumme begrenzt werden muss. Damit würde die Provision im Vergleich zu denen vor 20 Jahren noch immer höher ausfallen. „Was vor 20 Jahren auskömmlich war, muss auch heute reichen. Deshalb sind 1,5 Prozent die Spitze des Erträglichen“, erklärt Kleinlein. „Alles darüber ist unredlich.“

Entgegen der Position manch anderer Verbraucherschützer sieht der BdV jedoch keine Notwendigkeit Provisionen per se zu verbieten. „Wir brauchen auch weiterhin Vermittler aus Fleisch und Blut, deswegen kann eine Provision nach Augenmaß gut und richtig sein“, so Kleinlein.

Der Grund für die extreme Provisionssteigerung der letzten Jahrzehnte liegt nach Ansicht von Kleinlein jedoch nicht primär bei den Vermittlern, sondern bei den Versicherungsunternehmen. „Das Problem ist nicht die Gier der Vermittler, sondern die miese Qualität der Tarife“, sagt Kleinlein.

Tarife: Teuerer und schlechter

Denn die Tarife wurden nicht nur immer teurer, die Produkte wurden auch immer schlechter. „Die Vermittler stehen daher in dem Dilemma, nur teure und schlechte Tarife anbieten zu können“, fasst Kleinlein das Problem zusammen und skizziert eine Lösung: „Würden die Versicherungsunternehmen endlich bessere, verständlichere und günstigere Tarife entwickeln, würde das auch die Vermittler entlasten“.

Mit Blick auf die Politik möchte der BdV eine intensivere politische Diskussion anregen. „Es ist dringend notwendig, die drängenden Fragen der Lebensversicherung im demokratischen Austausch zu diskutieren und nicht im Hinterzimmer des Finanzministeriums am Bundestag vorbei Fakten zu schaffen“, warnt Kleinlein.

In der sich verschärfenden Krise der Deutschen Lebensversicherung wäre es notwendig, diese Themen auf die Agenda des Finanzausschusses zu setzen. „Angesichts von Run-Off, überbordenden Zinszusatzreserven und hohen Provisionen brauchen wir eine offene Diskussion mit allen Beteiligten.“

GDV widerspricht

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) jedenfalls lässt die Kritik des BdV nicht gelten und weist diese zurück: “Die Aussagen des BdV sind irreführend und halten einer sachlichen Überprüfung nicht stand. Nachweislich sind die vom Kunden zu tragenden Abschlusskosten seit Inkrafttreten des Lebensversicherungsreformgesetzes deutlich gesunken und nicht etwa gestiegen: Wer heute eine Lebensversicherung abschließt, zahlt nach aktuellen Berechnungen des Bundesfinanzministeriums 22 Prozent weniger für den Abschluss als noch vor vier Jahren. Die an Vermittler gezahlten Abschlussprovisionen sind um fast 13 Prozent gesunken. Der BdV nimmt diese Fakten leider nicht zur Kenntnis, sondern argumentiert mit einer eigenen Modellrechnung und fiktiven Provisionshöhen. Es ist unsinnig, Provisionen ins Verhältnis zu Garantien zu setzen, wie es der BdV tut. Denn die Garantien müssen angesichts des Zinsverfalls und der steigenden Lebenserwartung bei einem heute abgeschlossenen Vertrag niedriger sein als vor 20 Jahren. Entscheidend für den Kunden sind die Gesamtleistungen inklusive der Überschüsse“, sagt Christian Ponzel, Leiter externe Kommunikation beim GDV. (dr)

Foto: BdV

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7 Kommentare

  1. Also ich bin seit 27 Jahren im Geschäft und kann hier absolut bestätigen das sich in Verbindung mit den aktuellen Zahlungen die Provisionen z.B. im LV – Geschäft inflationsbereinigt sehr verringert haben und eben nicht extrem erhöht und gar vervierfacht wie dieser selbsternannte “Experte” hier von sich gibt. Ich weiß nicht wo dieser Herr Kleinlein seine “Weisheiten” her hat aber meiner Meinung nach ist er entweder extrem unwissend diesbezüglich dann sollte er mindestens seinen Mund halten und das besser gestern als heute oder er verbreitet bewusst Lügen was noch schlimmer wäre. Ich lasse mich da gern belehren habe aber absolut keine Angst davor. Außerdem haben sich natürlich auch die Ausgaben der Makler z.B. erheblich erhöht in den letzten 20 Jahren. Ich weiß nicht ob das dem Herren vielleicht entgangen ist. Überall gab es in den letzten 20 Jahren mehr oder weniger große Einkommenserhöhungen in Deutschland nur die Makler sollen mehr ausgeben aber weniger Einkommen haben nach dem willen dieses Mannes. Von dem erheblichen Mehraufwand welchen Makler speziell in den letzten Jahren durch Bürokratie usw. bis zum Abschluss betreiben müssen möchte ich gar nicht reden. Ich könnte dem Menschen zig Beispiele nennen wenn er schon seinen “Gerechtigkeitssinn” und seine “Fachkompetenz” zu diesem Thema unbedingt ausleben möchte wo es wirklich in den letzten Jahren erhebliche Einkommenssprünge nach oben gegeben hat. Da traut er sich aber sicher nicht ran dies eventuell einmal “unter die Lupe” zu nehmen und eventuell anzuprangern.

    Kommentar von Winfried Stangl — 8. August 2018 @ 17:25

  2. Es stellt sich ja nur noch die Frage was sich der Mann so einflößt! Er muss ja wissen das mehr als die Hälfte der Vermittler weniger als der Innendienst verdient. Irgendwann muss selbst mal der einfachste Geist einen Unterschied zwischen Maklern, tragen alle Kosten für Büro, Pkw, Fortbildung, Altersversorgung etc. selbst und beziehen keinerlei Gehalt und Angestellten Außendienstlern mit Gehalt und Altersversorgung registrieren. Alle aber fallen unter die Beschwerdequote von 0,03% das ist hervorragend, dies sollten diese seltsamen VBSler und BDVler ja auch mal kapieren. Weshalb kümmern Sie sich nicht um die Rückstände bei der Beamtenversorgung von aktuell 1,7 Billionen EURO??? Aber da sitzt man schön bequem im eigenen Boot und möchte keinesfalls eine Reduzierung oder Abschaffung der Beamtenprivilegien. Vielleicht habe ich ja wirklich keine Ahnung. Deswegen erwarte ich gerne qualifizierte Informationen. Das einzig Dumme daran, VBSler, Politiker und Richter suhlen sich in Ihren Pfründen, die Medien unterstützen das Dilemma noch. Allerdings wird mit solchen Berichten die Mantra mäßig immer wieder auftauchen, verhindert dass der Bürger für das Alter vorsorgt. Der Staat wird -Siehe Beamtensituation und aktuell 42% im Mindestlohn, es nicht schaffen. Dummes bleibt auch nach ständiger Wiederholung Dummes. Lernfaktor gleich null.

    Kommentar von Wilfried Strassnig — 8. August 2018 @ 16:37

  3. Eines muss klar sein: Mit dieser Bundesregierung wird die Insolvenzverschleppung der EU-Pleitestaaten bis zum Sankt Nimmerleinstag weitergeführt. Ich sehe kein Licht am Ende des Tunels, denn sobald die Leitzinsen am Markt angehoben würden, währen Pleitekandidaten wie Griechenland aber auch Italien am Ende und das ganze EU-Fake-Kartenhaus würde zusammenfallen. Also werden die ungelösten Probleme weiter vor sich hergeschoben und der deutsche Sparer ist weiter der Dumme. Viele Kunden werden sich in der Altersarmut wiederfinden, die sich auf Ihre Altersvorsorge verlassen haben und den Schuldigen suchen Sie dann bei denen, die das nicht zu verantworten haben, am wenigsten die Makler. Hier jetzt einfach hinzugehen und die Maklercourtagen erneut zu kürzen, ist eine bodenlose Frechheit. Ich weiß wen ich zu wählen habe. Seit 5 jahren haben wir eine Alternative. Die könnnen das Problem auch nicht mehr lösen aber zumindest können die den Irrsinn stoppen

    Kommentar von stephan botz — 8. August 2018 @ 15:12

  4. Es ist ein Stück aus dem Tollhaus. Herrn Kleinlein ist wirklich kein Taschenspielertrick zu doof, um seinem verqueren Bild über die private Altersvorsorge einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben. Ich will auf diesen Blödsinn gar nicht eingehen, sondern kurz darüber berichten, wie ein Gesprächsangebot, welches ich einem Politiker der
    Grünen unterbreitet habe, behandelt wurde. Ich hatte diesem MdB, der massiv für die Abschaffung von Courtagen/Provisionen eintritt, angeboten in unserem Unternehmen zu hospitieren, um die Lebenswirklichkeit einmal kennenzulernen. Dabei hätte er den Kunden einmal erklären können, wie er sich die Honorierung einer Beratungsleistung vorstellt. Nun, dieses Angebot hat er leider nicht angenommen, sondern hat nur seine üblichen Floskeln wiederholt: Fehlanreize etc etc.
    Die Herrschaften wollen die wahre Welt gar nicht mehr kennenlernen. Was eigentlich ein Skandal ist. Ich will hier gar nicht auf die Selbstbedienungen bei Diäten und ähnlichem herumreiten. Es wäre aber sehr nützlich, wenn die Herrschaften im Elfenbeinturm Berlin einmal herabsteigen würden und sich mit der Realität befassen würden. Ein Arbeitnehmer, der in Sachen BAV beraten werden möchte, hat nicht das Geld ein Honorar zu zahlen. Das ist eine wirklichkeitsfremde Diskussion. Punkt und Aus!

    Kommentar von Achim Hülsbruch — 8. August 2018 @ 14:34

  5. Ja, gemessen an der “garantierten Altersversorgung” haben sich die Provisionen erhöht. Denn mit der Inflation haben sich die Preise für Autos, Häuser, Nahrungsmittel oder eben für das Leben allgemein erhöht. Im Gegensatz dazu sinkt seit 40 Jahren die staatliche Versorgung. Dann erhöhen die Menschen auch entsprechend Ihre Altersversorgung. Dafür wird von Seiten der Verbraucherschützer und des Staates auch kräftigst geworben. Die Provisionssätze sind in dieser Zeit um annähernd 50% gesunken. Damit fehlen den Kollegen im Außendienst erhebliche Einnahmen. Nur ein Verbraucherschützer wie Kleinlein bekommt es hin, hieraus einen Strick gegen die Vermittler zu drehen und Alle schauen zu und nicken. Das ist dreist, methematisch Unsinn und zeigt wie man mit dem Siegel des Verbaucherschutzes faktenlos sich ins rechte Licht rücken kann, ohne wirklich hinterfragt zu werden. Das war schon vor Jahrzehnten so und wurde da auch nie hinterfragt. Ich kann mich noch gut an eine Lichtgestalt der Versicherungskritik erinnern. Der war dann plötzlich weg und saß für Jahre im Gefängnis. Aber das hatte nichts mit Finanzen, sondern eher mit kleinen Kindern zu tun. Doch das wollte keiner mehr wissen.

    Kommentar von M. Hübner — 8. August 2018 @ 13:13

  6. Ich kann mich Herrn Botz nur anschliessen. Die Schuld an der Miesere der Kunden tragen wohl kaum die redlichen Vermittler (seien es Versicherungsmakler oder Einfirmenvertreter).

    Dabei habe ich auch noch Artikel im Kopf, die von der immer größeren Bedeutung der privaten Altersvorsorge berichten. Wie war das gleich noch mit der größer werdenden Gefahr der Altersarmut?

    Aber es scheint so schön einfach:
    Die Vermittler verzichten einfach auf noch mehr Bezahlung (wie auch immer man diese nennen mag) und leisten trotzdem noch mehr Aufwand in Form von guter Beratung und Betreuung (!) des Kunden, mehr Verwaltungsaufwand durch die neuen (EU-)Regelungen und stellen noch mehr Fachwissen (am besten zum Nulltarif) zur Verfügung…

    Manchmal wünscht man sich fast Bauer zu sein! –
    Egal wie das Wetter auch wird, fordern wir doch einfach mal eine Milliarde an Hilfen für entgangenen Ertrag…

    Kommentar von Michael Marcour — 8. August 2018 @ 13:03

  7. „Noch nie gab es derart hohe Provisionen wie heute, gemessen an der Höhe der garantierten Altersvorsorge”. Aha. Die Schlagzeile ist somit irreführend, denn die Provisionen haben sich mitnichten erhöht, sondern immer weiter reduziert. Dies wurde aber nicht an die Kunden weitergegeben sondern vermutlich als Gewinn für die Aktionäre der Versicherungskonzerne verbucht. An den immer geringereren Garantien/Ablaufleistungen tragen die Makler keine Schuld sondern einzig und alleine die EU-Politiker mit Ihrer durchgeknallten Niedrigzins-Pleiteländerrettungspolitik, die die deutschen Sparer seit über 8 Jahren zwangsenteignet. Ist schon frech, wenn die gleichen Politiker der Parteien, die dafür mitverantwortlich sind, jetzt die angeblich zu hohen Courtagen der Makler anprangern

    Kommentar von stephan botz — 7. August 2018 @ 14:47

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