20. August 2018, 08:59
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Bund unter Druck: Hilfe für Dürreversicherung gefordert

Die Dürre hat große Schäden verursacht, der Staat soll helfen. Helfen könnte auch eine Dürreversicherung, doch die haben nur ganz wenige deutsche Bauern – weil der Staat dabei nicht hilft.

Bund unter Druck: Hilfe für Dürreversicherung gefordert

Nicht nur in den USA, sonder auch in vielen europäischen Ländern wird die Versicherung der Landwirte subventioniert.

Angesichts der erwarteten Dürreschäden in Milliardenhöhe wächst der politische Druck auf den Bund, die Versicherung für die Bauern billiger zu machen.

Insbesondere Bayern verlangt von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) eine Ausweitung der Steuervorteile für die landwirtschaftliche Versicherung und finanzielle Unterstützung für die Beitragszahlungen.

“Wir fordern vom Bund, dass er den Abschluss von Mehrgefahrenversicherungen unterstützt”, sagte die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. “Denn der Staat kann angesichts des Klimawandels nicht jedes Jahr das Risiko übernehmen und immense Summen als Schadensausgleich bereitstellen.”

“Quasi nichts ist versichert”

Der Hintergrund: Deutsche Bauern sind im Gegensatz zu ihren Kollegen in den USA, Frankreich und anderen Ländern in aller Regel nicht gegen Dürre versichert, sondern lediglich gegen andere Schäden wie Hagel.

“Insgesamt kann man für Deutschland schon sagen, dass hier quasi nichts (gegen Dürre) versichert ist”, sagte ein Sprecher des Rückversicherers Munich Re. “In den USA hingegen gibt es ein umfassendes System basierend auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft.”

Die USA, häufig als Musterbeispiel eines herzlosen Kapitalismus kritisiert, bezuschussen die Dürreversicherung, der deutsche Sozialstaat hingegen nicht.

Dürre ist ein “Kumulrisiko”

“Wir brauchen passende Rahmenbedingungen für Versicherungslösungen”, sagte Kaniber. “Das wird bei der nächsten Agrarministerkonferenz Ende September auch ein zentrales Thema sein.”

Dass die Versicherung gegen Dürre in vielen Ländern subventioniert wird, hat seinen Grund. Für die Versicherungsunternehmen ist Dürre ein “Kumulrisiko”, wie eine Sprecherin der Münchener und Magdeburger Agrar erläuterte, einer Tochtergesellschaft der Allianz. Übersetzt in die Alltagssprache bedeutet dies das gehäufte (“kumulierte”) Auftreten eines Schadens.

Das ist auch für Laien leicht nachvollziehbar: Brände oder Autounfälle treffen grundsätzlich nur einen kleinen Teil der Versicherten, das Risiko ist gut kalkulierbar.

Seite zwei: Deutschland beschreitet Sonderweg

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