Erwerbsminderung: Fast jeder zweite Antrag scheitert

Fast jeder zweite Antrag auf Erwerbsminderungsrente wird abgelehnt. Im vergangenen Jahr seien 43 Prozent der Anträge negativ beschieden worden, berichtet die „Passauer Neue Presse“ am Mittwoch.

Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente ist, wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten zu können.

Die Zeitung beruft sich dabei auf die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Von 344.467 erledigten Neuanträgen seien 147.974 zurückgewiesen worden.

Im Vorjahr sei die Ablehnungsquote bei 42,4 Prozent gelegen. 2017 habe die durchschnittliche Höhe der Bezüge 754 Euro bei voller und 412 Euro bei teilweiser Erwerbsminderung betragen.

Medizinische Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente ist, dass jemand wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann – nicht nur in seinem erlernten Beruf, sondern generell.

Zugang muss erleichtert werden

Die Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann forderte in der Zeitung eine Erhöhung der Leistungen. Dies sei „dringend geboten“, sagte sie.

Die von der große Koalition unternommenen Schritte in diese Richtung reichten nicht aus. Zudem müsse der Zugang zur Erwerbsminderungsrente leichter werden.

„Es kann nicht sein, dass fast jeder Zweite weggeschickt wird. Menschen, die sich kaputt gearbeitet haben, müssen abgesichert aus dem Erwerbsleben ausscheiden können und Zugang zu auskömmlichen Versicherungsleistungen erhalten.“ (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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