19. Dezember 2018, 12:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fondspolicen: “Die Spanne ist beträchtlich”

Das Geschäft mit Fondspolicen bietet viel Potenzial – für Kunden und Versicherer. Dieses wird von deutschen Anbietern häufig aber verschenkt, wie eine Studie von f-fex zeigt. Cash. sprach mit CEO Dr. Tobias Schmidt.

Fondspolicen: Die Spanne ist beträchtlich

Tobias Schmidt von f-fex fordert eine laufende Überprüfung des Fondsportfolios.

Cash.: Sie schreiben, dass es große Unterschiede zwischen den Anbietern gibt: Wer überzeugt, wer nicht?


Schmidt: Wir beschäftigen uns in unseren Studien zur fondsgebundenen Lebensversicherung vor allem mit den in den Policen eingesetzten Fonds.

Da diese zu jeweils sehr unterschiedlichen Anlageklassen beziehungsweise Peergroups gehören, nutzen wir das Kriterium “Outperformance gegenüber dem Peergroup-Durchschnitt”, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.

Bei dieser Größe zeigt sich, ob erfolgversprechende Fonds im Anlagestock der fondsgebundenen Lebensversicherung (FLV) eingesetzt werden.

Im Schnitt wurde in 2017 nur für ein Viertel des FLV-Anlagestocks Outperformance erzielt, jeweils etwas mehr als ein Drittel war durchschnittlich beziehungsweise unterdurchschnittlich.

Neue Studie Anfang 2019

Die Spanne zwischen den Versicherern ist dabei beträchtlich. In unserer Analyse für 2017 lag die auf den jeweiligen Anlagestock eines Versicherers gerechnete Outperformance zwischen minus 2,51 Prozent und plus 4,80 Prozent.

Bei den größeren Häusern mit einem FLV-Anlagestock über eine Milliarde Euro liegt die Spanne für das Jahr 2017 immerhin noch zwischen minus 1,13 Prozent und plus 1,69 Prozent.

Bei der langen Laufzeit einer Fondspolice hat dies natürlich große Auswirkungen auf die Ablaufleistung. Bei den großen Anbietern lag in 2017 die Ergo vorn, die Axa hinten.

Unsere neue Studie kommt Anfang 2019 heraus. Ich bin gespannt, wie sich die Versicherer im turbulenten Jahr 2018 geschlagen haben.

Seite zwei: Die größten Defizite der Lebensversicherer

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Wenn der Berater resp. die Beraterin dem Kunden in punkto Fondspolicen nur diese zwei Fragen stellen würde, würden 90 % der Versicherer angesichts folgerichtiger Entscheidungen potenzieller Kunden ein echtes Problem bekommen:

    1. Weist Du (Kunde), woher die Renditen kommen?
    2. Wenn Du Dir (Kunde) von den 4 grds. vorhandenen Risiken
    eines klassischen Aktienfonds 3 sparen könntest, wäre das
    für Dich interessant?

    Bestünde Klarheit über diese beiden Fragen, würde jeder einigermaßen intelligente Mensch ausschließlich extrem kostengünstige Fonds mit nur dem einen – nicht wegdiversifizierbaren – MarktRisiko nachfragen, bei denen man nicht einmal hohe (und für den Anleger völlig sinnlose) Transaktionskostenbelastungen von so hoch gepriesenen Index-Fonds (infolge turnusmäßiger Neugewichtungen) in Kauf zu nehmen braucht.

    Um sukzessiv mit der Kunden-Verdummung Schluss zu machen, habe ich einen kostenfreien, jedermann zugänglichen, Online-Kurs unter dem Titel “Bezahle Dich zuerst” in meine Webseite eingestellt.

    Informierte Kunden befinden sich im Einklang mit ihren Entscheidungen, schätzen dauerhaft gute Gespräche während ihrer Vertragsbegleitung und zahlen deshalb auch gern ein Honorar als Gegenwert an ihren Berater resp. ihre Beraterin.

    Sobald und solange der Bedarf aus dem Produkt heraus (also initiiert durch den Produktgeber) definiert wird, klafft zwingend eine Lücke zwischen dem Investor und seinem und seinem Investment. Zu divergierend sind die Interessen.

    Gute Beratung ist teuer – Schlechte hingegen unbezahlbar.

    Ich mache ständig die Erfahrung, dass Kunden meine Honorare als äußerst fair und angemessen empfinden, nachdem sie das wahre Kostenausmaß herkömmlicher Fondspolicen präsentiert bekommen.

    Kommentar von Susanne Richter — 20. Dezember 2018 @ 16:57

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Augsburger Aktienbank gibt Wertpapiergeschäft ab

Die Augsburger Aktienbank (AAB), eine Tochter der LVM Versicherung, steht vor einer Neuordnung. Das Wertpapiergeschäft der AAB wechselt zur Münchener European Bank for Financial Services GmbH (ebase). Der Verkauf ist zugleich Ausgangspunkt für eine Neustrukturierung der AAB-Geschäftsfelder. 

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilienmarkt: Finanzierungsaktivitäten über Vor-Corona-Niveau

Seit dem 8. April nehmen die Finanzierungsaktivitäten für den Wohnimmobilienmarkt kontinuierlich zu und liegen mittlerweile 8 % über Vor-Corona-Niveau. Dies zeigt der SprengnetterONE Index.

mehr ...

Investmentfonds

Die Bröning-Kolumne: Erst wenn die Ebbe kommt…

…sieht man, wer keine Badehose trägt. Dieses Zitat von Warren Buffett traf wieder einmal auf die Entwicklung der Börsen zu. Mit dem Ausbruch des Coronavirus ging es mit den Aktienkursen weltweit teils erheblich bergab. Aktienindizes wie der DAX oder der Dow Jones verloren mit 38 % bzw. 36 % in der Spitze erheblich an Wert (in Euro). Dabei fiel eines auf: Vor allem Unternehmen mit einer starken Bilanz, einem robusten und zukunftsfähigen Geschäftsmodell sowie einem weitsichtigen Unternehmensmanagement verloren wesentlich weniger als konjunkturabhängige und (hoch-)verschuldete Firmen. Die Bröning-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Corona-Handbremse bitte lösen, jetzt

Gemessen an der Anzahl an Neuemissionen verlief das erste Halbjahr für Sachwertanlagen erstaunlich normal. Doch die Branche fährt weiter mit angezogener Handbremse. Zeit für ein Umschalten. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Wirecard: Interessenten weltweit wollen Geschäftsbereiche erwerben

Das Amtsgericht München hat mit Beschluss vom 29. Juni 2020 im vorläufigen Insolvenzverfahren über das Vermögen der Wirecard AG einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt. In seiner konstituierenden Sitzung bestätigte der vorläufige Gläubigerausschuss heute einstimmig Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé von der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter als vorläufigen Insolvenzverwalter. Der ebenfalls am 29. Juni 2020 vom Amtsgericht München eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter erstattete in der mehrstündigen Sitzung einen ersten Bericht. Demnach haben sich bereits zahlreiche Interessenten weltweit für den Erwerb von Geschäftsbereichen gemeldet. 

mehr ...