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24. August 2018, 10:53
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Kfz-Tarife: Versicherer langen bei Senioren deutlich zu

Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge für die Autoversicherung. Schon ab 65 Jahren müssen Versicherte durchschnittlich elf Prozent mehr bezahlen, als wenn sie nur 55 Jahre alt wären. Noch teurer wird es für 75-Jährige: Im Mittel beträgt der Preisaufschlag von 55 auf 75 Jahre für die Kfz-Versicherung satte 57 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

Kfz-Versicherung1 in Kfz-Tarife: Versicherer langen bei Senioren deutlich zu

Eine Preisgestaltung mit Geschmäckle. Bei Senioren steigen die Preise für die Kfz-Versicherung mit zunehmendem Alter deutlich.

 

Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren auf Deutschlands Straßen rund 16 Millionen Autofahrer über 65 Jahre. Viele Versicherer halten diese Klientel offenbar für eine sichere Einnahmequelle: “Obwohl Senioren laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind, werden die meisten Kfz-Versicherungen mit dem Alter immer teurer“, sagt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip.

“Wir haben herausgefunden, dass 65-Jährige heute im Schnitt 11 Prozent mehr bezahlen als 55-Jährige.“ Bei 75-Jährigen beträgt der Preisaufschlag im Mittel aktuell satte 57 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug derselbe Preisaufschlag nur 51 Prozent.

Viele merken nicht, dass der Tarif steigt



Viele Senioren merken jedoch gar nicht, dass sie mehr bezahlen. Denn wer schon lange unfallfrei fährt, profitiert von steigenden Schadenfreiheitsklassen, die den Beitrag drücken. Durch den stetig steigenden Rabatt fällt der altersbedingte höhere Grundbeitrag oft nicht so auf. Finanztip empfiehlt deshalb insbesondere Senioren, ihren Kfz-Tarif jedes Jahr zu vergleichen und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln.

Denn obwohl alle Versicherer die Preise im Alter anpassen, gibt es unter den Versicherungstarifen sehr große Unterschiede. Ein Beispiel: Ein 75-jähriger Halter eines VW Golf III zahlt ohne Kaskoschutz bei der Europa-Versicherung im Basistarif 551,22 Euro. Würde er zur BGV in den Basistarif wechseln, müsste er nur 419,75 Euro bezahlen. Das entspricht einer Ersparnis von 131,74 Euro beziehungsweise von rund 31 Prozent.

Auch wenn es immer wieder zu Diskussionen darüber kommt, ob Senioren nun öfter Unfälle verursachen als jüngere Fahrer – die Unfallstatistik besagt Folgendes: Im Jahr 2015 wurden insgesamt 210.000 Verkehrsunfälle mit Personenschaden von Autofahrern verursacht, so Bußgeldkatalog.org.  Jeder fünfte Pkw-Fahrer, der einen Unfall verschuldet hatte, war jedoch zwischen 18 und 24 Jahren alt. Lediglich jeder dreizehnte Unfallverursacher zählte in die Kategorie der Senioren von 65 bis 74 Jahren, ebenfalls jeder dreizehnte Unfallverursacher war 75 Jahre oder älter.


So hat Finanztip getestet



Ziel der Untersuchung war herauszufinden, welchen Einfluss das Alter auf den Kfz-Versicherungstarif hat. Dafür hat Finanztip im Juli 2018 zehn unterschiedliche Fahrer-Profile mit den gängigsten PKW erstellt und für diese auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto Preise abgefragt. Dabei wurde das Alter variiert, während alle anderen Merkmale des Fahrers unverändert blieben. Als Vergleich wurden jeweils Preise für 55-, 65- und 75-jährigen Fahrer erhoben. In die Berechnungen gingen jeweils die ersten 30 Ergebnisse für jedes Fahrer-Profil ein. (dr)

Foto:

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3 Kommentare

  1. Angeblich merken viele Senioren gar nicht, dass sie mehr bezahlen. Grund: die steigenden Schadenfreiheitsklassen. Das kann man so nicht unwidersprochen stehen lassen. Früher fielen die Beiträge teilweise noch um 5% je Schadenfreiheitsklasse. Bei den neuen Tarifen machen die Unterschiede teilweise nur noch 1% aus, oftmals sinken die Beiträge überhaupt nicht trotz steigendem Schadenfreiheitsrabatt. Wenn dann ein Alterszuschlag von 10 oder 20% erfolgt, merkt man das sehr wohl. Tatsache ist: die meisten Rechnungen/Beiträge werden per Abbuchung bezahlt. Hier merkt man oftmals gar nicht, dass die Versicherung wieder teurer geworden ist.

    Kommentar von Wolfgang Zimmerer — 24. August 2018 @ 14:18

  2. Es gab Zeiten da gab es Seniorenrabatte und Invaliden haben Nachlass erhalten, heute zählt der erfahrene und sichere Fahrer nicht mehr. Dass ein 55-Jähriger schlecht oder schadenträchtig fährt ist sicher nicht beweisbar, dass aber ein junger Fahrer ab 18 Anfänger und unerfahren schadenhäufig fährt ist beweisbar. Also diese Statistik ist unbedingt zu überprüfen und nicht akzeptabel!

    Kommentar von Peter Rösler — 24. August 2018 @ 14:09

  3. Warum handelt es sich hier nicht um einen Fall der unzulassigen Benachteiligung aufgund des Alters? Bei Lebens- und Krankenversicherungstarifen darf z. B. das Geschlecht keine Rolle mehr spielen obwohl eindeutig tariflich belegt ist, dass sich Männer und Frauen je nach Lebensalter deutlich im Schadenaufkommen unterscheiden. Warum ist das in der Kfz-bzw. Sachversicherung beim Lebensalter anders, obwohl nach dem AGG das Alter wie auch das Geschlecht nicht zu Benachteiligungen führen dürfen?

    Kommentar von Hans Kubens — 24. August 2018 @ 13:17

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