28. März 2018, 09:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Prisma Life prüft rechtliche Schritte gegen Verbraucherschützer

Die Prisma Life wehrt sich gegen eine Mitteilung der Marktwächter der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH). Den Verbraucherschützern liegen nach eigenen Angaben zahlreiche Beschwerden über unangemessen hohe Abschlusshonorare der Vertriebsagentur Afa vor. Zudem treffe die Afa Vergütungsvereinbarungen mit ihren Kunden, die auch bei einer Kündigung des Lebensversicherungsvertrags weiter zu bedienen seien.

54181979 in Prisma Life prüft rechtliche Schritte gegen Verbraucherschützer

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband  und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten.

Die Verträge weisen laut VZHH Abschlusshonorare aus, die weit über den gängigen Provisionen und Honoraren am Markt liegen. Abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses seien Abschlusskosten für Lebensversicherungen in den ersten fünf Jahren zwischen 2,5 und vier Prozent des Beitragsvolumens üblich. Die Afa stelle ihren Kunden für die Vermittlung von Prisma-Life-Verträgen bis zu sieben Prozent in Rechnung. “Die Unwissenheit der Kunden über angemessene Abschlusshonorare wird von der Afa schamlos ausgenutzt”, kritisierte Sandra Klug, Teamleiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams der VZHH.

“Die Marktwächter beschuldigen die Prisma Life hoher Kostenstrukturen, ohne dass dies etwas mit unseren aktuellen Angeboten zu tun hätte”, entgegnet Rainer Overbeck, Leiter Produktmanagement und Marketing der Prisma Life. “Im Grunde kritisiert die VZHH das von ihr selbst favorisierte Modell einer Trennung von Produkt und Beratung. Durch strikte Trennung unserer Vorsorgeverträge von den Beratungsvergütungen des Vermittlers stellen wir gerade sicher, dass die Höhe der Vertragskosten für den Kunden in Euro und Cent ganz explizit erkennbar ist.”

Die Afa sei auch nicht die Vertriebsagentur der Prisma Life, wie die VZHH in ihrer Mitteilung schreibt. Vielmehr handele es um einen Mehrfachagenten und einen von vielen Vertriebspartnern mit einem Angebot von Finanz- und Versicherungslösungen mehrerer Gesellschaften.

“Separate Honorarvereinbarung”

Die Produkte der Prisma Life lassen nach Angaben der Gesellschaft eine variable Vergütung zu, der Vermittler lege die Höhe der Abschluss- und Betreuungskosten selbst fest. Das Produkt könne als klassischer Provisionstarif abgeschlossen werden oder als echter Honorartarif ohne Provision. In diesem Fall treffe jeder Vermittler mit seinem Kunden eine separate Honorarvereinbarung, deren Inhalt und Höhe nicht von der Prisma Life beeinflusst sei und die direkt vom Kunden an den Vermittler beglichen werde.

Die von den Marktwächtern gewählte Überschrift ihrer Mitteilung (“Vertriebspartner des Lebensversicherers schließt teure und unkündbare Vergütungsvereinbarungen mit Kunden”) sei objektiv falsch und markenschädigend. Man prüfe deshalb rechtliche Schritte. (kb)

Foto: Picture Alliance

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BRSG: Wie der Vertrieb seine Rolle stärker nutzen kann

Seit über einem Jahr setzt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) Anreize für den Vertrieb, das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu forcieren. Doch wie ist es um die Ausrichtung des Vertriebs bestellt? Ein Kommentar von Dr. Matthias Wald, Leiter Vertrieb bei Swiss Life Deutschland.

mehr ...

Immobilien

Neue Strategien fürs Energiesparen

32 Prozent der Heizungen in deutschen Kellern sind 20 Jahre oder älter. Sie verursachen höhere Heizkosten und stoßen mehr CO2 aus als moderne Geräte. Steigende Energiepreise sorgen seit Jahren für Frust bei Immobilienbesitzern. Doch der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit Fördermitteln. Höchste Zeit, veraltete Anlagen zu ersetzen oder zu modernisieren.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Neuer Trend mit Potenzial: Design Thinking hilft Unternehmen, effizienter zu arbeiten

Die Entwicklung von neuen Ideen, Konzepten und Produkten gehört zu einem der schwersten Arbeitsprozesse. Auf Knopfdruck kreativ und innovativ zu sein, gelingt den wenigsten Menschen. Die Agile Coaches und Unternehmensberater des Darmstädter Unternehmens 4craft packen das Problem an der Wurzel: Für alle, egal ob Angestellten, Produktentwickler oder Führungskräfte, die in der Entwicklung neuer Produkte auf Granit beißen, bieten sie Workshops in Design Thinking an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...