5. Juni 2018, 12:39
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Unterschätztes Risiko Pflege – Kosten steigen weiter

Flächendeckende tarifliche Bezahlung der Pflegekräfte, mehr Personal und deutlich mehr Pflegebedürftige führen zu steigenden Eigenanteilen bei Heimpflege. Die Bundesregierung hört sich Experten im Gesundheitswesen an.

Gastbeitrag von Margit Winkler, Institut Generationenberatung 

Unterschätztes Risiko Pflege – Kosten steigen weiter

Margit Winkler: “Häufig parken Babyboomer ihr Geld für den Ernstfall, statt das Risiko auf eine Versicherung zu übertragen.”

Ob Möglichkeiten der Finanzierung durch einen steuerfinanzierten Bundeszuschuss, durch die medizinische Behandlungspflege über die Krankenkasse oder ob die Eigenanteile gedeckelt werden, wird aktuell diskutiert (Bundestag Nr. 366).

Doch sowohl Arbeitsrechtler als auch Sozialökonomen wollen die Eigenverantwortung bei den Pflegebedürftigen belassen und auf gar keinen Fall die steigenden Pflegekosten durch die Pflegeversicherung bei gleichbleibenden Leistungszusagen und ohne signifikant steigende Beiträge bewältigen.

Babyboomer besonders betroffen

Laut VDK liegt die monatliche Gesamtbelastung der Pflegebedürftigen aktuell 2.278 Euro und die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebedürftiger Menschen (BIVA-Pflegeschutzbund) weist auf das unterschätzte Risiko eines Pflegefalls hin.

Dieses große finanzielle Risiko für den Pflegefall betrifft die Babyboomer in aller Härte. Laut Wikipedia werden in Deutschland die im Zeitraum von 1955 bis 1969 Geborenen von Statistikern als geburtenstarke Jahrgänge bezeichnet.

Diese Gruppe ist heute zwischen 49 und 63 Jahre alt und sie heißen meistens Sabine und Thomas. Nicht immer sind sie finanzstark, denn sie sind doppelt so häufig geschieden wie ihre Eltern und jeder 5. führt ein Single-Leben. 16 Prozent von ihnen haben Hochschulabschluss. (Statisches Bundesamt).

Risiko ist weitgehend bekannt

Es ist unbegreiflich, dass lieber eine Risikolebensversicherung, eine Zusatzkrankenversicherung etwa für Zähne oder eine Unfallversicherung abgeschlossen wird, als das große und wahrscheinliche finanzielle Risiko im Pflegefall in den Griff zu bekommen.

Und das, obwohl Pflegezusatzversicherungen bereits seit vielen Jahren in unterschiedlichen Gestaltungen angeboten werden. Sabine und Thomas sind die Bevölkerungsgruppe, die am dringendsten die zusätzliche Pflegeversicherung braucht.

Latent ist ihnen das Risiko bekannt. Häufig führt es dazu, dass sie ihr Geld für den Ernstfall parken, statt das Risiko auf eine Versicherung zu übertragen und das Vermögen anlegen.

Autorin Margit Winkler ist Inhaberin des Instituts Generationenberatung.

Foto: Institut Generationenberatung

 

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