Betriebsrente: Zinsflaute setzt Pensionskassen unter Druck

Die deutschen Pensionskassen leiden unter der aktuellen Zinsflaute. Das kann negative Folgen für Betriebsrentner haben, erklärt Friedemann Lucius, Vorsitzender des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung.

Durch die Zinsflaute wird es schwer, die hohen Zinsversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

„Bislang gibt es an der Niedrigzinsfront keine Entspannung. Das können Pensionskassen auf lange Sicht nur mit einer entsprechenden Kapitalausstattung durchhalten“, so Lucius. Gerät eine Kasse in Schieflage, können im Extremfall sogar die laufenden Betriebsrenten gekürzt werden.

„Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung muss der Arbeitgeber diese Kürzungen ausgleichen“, erläuterte der Experte. „Wenn der Arbeitgeber insolvent ist, haben Betroffene aber erstmal keine Chance auf Ausgleich.“

Probleme sorgen für Schlagzeilen

Lucius sieht hier den Gesetzgeber in der Pflicht: „Das Thema liegt beim Europäischen Gerichtshof. Es könnte durchaus sein, dass auch für diese Fälle eine gesetzliche Insolvenzabsicherung kommt“, sagte er zu Beginn der Jahrestagung der Aktuare (Versicherungsmathematiker) am Mittwoch in Düsseldorf.

Für Schlagzeilen sorgten jüngst die Probleme mehrerer Versorgungseinrichtungen, etwa der Caritas Pensionskasse mit rund 25.000 Versicherten. Die Zinsflaute erschwert es den Einrichtungen, die hohen Zinsversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

Seite zwei: Bafin beobachtet Pensionskassen

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