15. März 2019, 05:43
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Weniger Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen

Der Wert der Pensionsverpflichtungen der Dax 30-Unternehmen ist im Jahr 2018 von 380,8 auf etwa 366 Milliarden Euro gesunken. Im gleichen Zeitraum sank das Pensionsvermögen im IFRS-Abschluss von 258,0 auf etwa 246 Milliarden Euro.

Dax in Weniger Pensionsverpflichtungen deutscher Unternehmen

Unternehmen im Dax 30 haben Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen von 67 Prozent.

Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen ist mit etwa 67 Prozent zwar gegenüber dem Vorjahr (69 Prozent) leicht gesunken, liegt aber im Vergleich zu den vorherigen Jahren immer noch auf überdurchschnittlichem Niveau. Dies sind die Ergebnisse einer Hochrechnung des Beratungsunternehmens Mercer auf Basis der bis dato veröffentlichten Geschäftsberichte der Dax 30-Unternehmen für das Jahr 2018.

Rechnungszins hat nur wenig Anteil an Entlastung bei Pensionsverpflichtungen

Im Jahr 2018 haben die Commerzbank und ProSiebenSat.1 Media den Dax 30 verlassen, Covestro und Wirecard wurden neu aufgenommen. Dadurch sank der Verpflichtungswert um 5,4 Milliarden Euro auf 375,4 Milliarden Euro. Ende 2018 lag der Wert mit etwa 366 Milliarden Euro um rund zehn Milliarden oder etwa 2,5 Prozent unter dem so angepassten Vorjahreswert.

Dem Absinken der Verpflichtungen in Höhe von 2,5 Milliarden aufgrund der Zinsänderung wirkten diverse Effekte, vor allem Akquisitionen und Veräußerungen, entgegen, wodurch die Verpflichtungen deutlich unter das Niveau von 2017 sanken. In 2019 ist ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen zu erwarten, da die geplante Veräußerung von Innogy zwar bereits von RWE erfasst wurde, E.On diese Verpflichtungen in 2018 allerdings noch nicht aufführt.

Keine Trendwende beim Rechnungszins

“Von einer deutlichen Trendwende beim Rechnungszins kann daher nicht gesprochen werden“, erläutert Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer
Deutschland. Der Rechnungszins nach der Mercer Yield Curve, einem Verfahren zur Herleitung des Rechnungszinssatzes nach IAS 19, ist im Jahr 2018 für eine Duration von 15 Jahren von etwa 1,9 auf etwa 2,0 Prozent und für eine Duration von 20 Jahren von etwa 2,1 auf etwa 2,2 Prozent gestiegen.

“Die tatsächliche Zinsveränderung in den einzelnen Unternehmen hängt von der Bestandszusammensetzung und dem gewählten Zinsermittlungsverfahren ab. Im Schnitt haben die Dax 30-Unternehmen den Rechnungszins ebenfalls um etwa 0,1 Prozentpunkte erhöht”, so Hagemann weiter.

Zunächst nur bilanzielle Bewertungen

Ohne eine Änderung beim Rechnungszins und ohne die Veränderung bei der Zusammensetzung des Dax beziehungsweise der Dax-Konzerne wären die Verpflichtungswerte nahezu unverändert geblieben, weil Dienstzeit- und Zinsaufwand 2018 in etwa genauso groß waren wie die getätigten Zahlungen.
Zu beachten ist, dass es sich bei dem Rückgang der Pensionsverpflichtungen zunächst nur um eine rein bilanzielle Bewertung handelt.

Die Verpflichtungen selbst sind i. d. R. nicht zinsabhängig, d. h. die späteren Versorgungszahlungen werden durch die Niedrigzinsphase im Allgemeinen und die aktuelle kurzfristige Entlastung im Besonderen grundsätzlich nicht beeinträchtigt. Die bilanziellen Effekte aus der Zinsänderung werden zudem erfolgsneutral erfasst, belasten also nicht das Unternehmensergebnis.

Seite zwei: Schwieriges Aktienjahr führt zur Reduktion des Pensionsvermögens

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