Generali: „Das Maklergeschäft ist sehr Mainstream“

Cash.: Könnten Sie das ein wenig konkretisieren?

Wir investieren signifikante Summen in die Digitalisierung. Und ich glaube, dass die größeren Konzerne wesentlich bessere Chancen haben dürften als kleinere Wettbewerber oder Start-ups.

Letztlich ist der Aufwand, den die Digitalisierung erfordert, so hoch, dass Sie eine Mindestgröße benötigen, um alles stemmen zu können. Schauen Sie, wir verwenden bei der Generali in Deutschland bereits heute über sechzig Robots.

Auf der anderen Seite wird jedes Start-up gefeiert, wenn es einen Robot präsentiert. Die Entwicklung jedes einzelnen Robots ist teuer und bindet bei einem Start-up nahezu alle Ressourcen. Deshalb glaube ich, dass eine solche Transformation eher den Größeren gelingen wird.

Was natürlich nicht ausschließt, dass es nicht einem Start-up gelingen könnte, den Markt zu revolutionieren. Hinzu kommt, dass dieser Prozess nicht von heute auf morgen beendet ist.

Zwar heißt es immer wieder, das sei eine Revolution, die zum Untergang der Versicherungsbranche führen könnte. Ich glaube vielmehr, wir sprechen hier über einen Veränderungsprozess, der uns die kommenden Jahre kontinuierlich begleiten wird.

Vor einigen Monaten sorgte eine Studie von Adcubum für Aufmerksamkeit, weil sie prophezeite, Robo Advisors würden das Gros des Vertriebs überflüssig machen. Wie bewerten Sie die These?

Selbst als jemand, der eine größen Teil seines Berufslebens im Direktvertrieb zugebracht hat, glaube ich nicht an dieses Szenario, dass es plötzlich keinen persönlichen Vertrieb in Deutschland mehr geben soll.

Ich glaube vielmehr, dass die Geschäftsmodelle sehr weit aufeinander zukommen werden. Also wenn Sie sich heute mal einen sehr physischen Vertrieb wie die DVAG anschauen: Dort gibt es viel digitale Unterstützung.

Und wenn Sie sich Direktvertriebler wie die Cosmos ansehen, dann läuft dort noch viel persönliche Beratung. Wir haben viel Interaktion – Chats, Videoberatung, Telefonie. Und ich glaube, dass sich die Grenzen annähern.

Seite vier: Zeithorizont der Annäherung

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