1. August 2019, 08:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gesundheitsapps: Die Wenigsten wollen sich selbst um’s Wohlergehen kümmern

Die Digitalisierung bringt Verbesserungen für Gesundheit und Lebensqualität – davon ist die Hälfte der Menschen in Deutschland überzeugt. Doch wenn es um die Weitergabe von Daten geht, ist die Bevölkerung vor allem hierzulande zurückhaltend. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life.

Leben-im-Jahr-2029 Umfrage-YouGov Canada-Life in Gesundheitsapps: Die Wenigsten wollen sich selbst ums Wohlergehen kümmern

Die Umfrage “Leben im Jahr 2029” von YouGov im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life untersuchte im April 2019, welche Haltung Deutsche, Iren, Kanadier und US-Amerikaner zu Digitalisierung und Gesundheit einnehmen.

Die Hälfte der deutschen Bevölkerung denkt, dass die Digitalisierung in zehn Jahren neue Methoden zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität bringt. Noch optimistischer schätzen dies Umfrage-Teilnehmer in Irland (58 %) und USA (52 %) ein. Zwischen 30 und 38 % stimmen dem immerhin noch zum Teil zu – über alle befragten Länder hinweg.

Daten weitergeben: Skepsis in Deutschland, Zustimmung in Kanada

Konkretere Fragen zur Digitalisierung zeigen, dass die Menschen in Deutschland besorgter um ihre Daten sind als in angelsächsischen Ländern. Dies belegt die Umfrage gleich mehrfach. Die Teilnehmer wurden befragt, wie sie zu einer persönlichen digitalen Gesundheitsakte stehen, mit der sie zum Beispiel auf dem Smartphone ihre Gesundheitsdaten verwalten können.

In Deutschland findet das weniger als ein Viertel der Befragten gut, 39 % lehnen eine Datenweitergabe ohne ihr Wissen kategorisch ab. Anders die Bevölkerung in Irland: Über ein Drittel äußert sich positiv und nur 29 % sprechen sich gegen eine Datenweitergabe ohne ihr Wissen aus.

Alle Befürworter der digitalen Gesundheitsakte beantworteten zusätzlich, ob sie ihre Daten an Präventionsdienstleister weitergeben würden, die dann Analysen zu persönlichen gesundheitlichen Risiken und passende Angebote erstellen könnten.

Jeder Vierte lehnt Gesundheitsapps ab

Hierzulande lehnt dies ein Drittel der Antwortenden ab. In Irland und USA sagt nur rund ein Viertel Nein, in Kanada nur 14 %. In Kanada gibt es hingegen viel Zustimmung zur Daten-Weitergabe an Präventionsdienstleister: Die Hälfte der Antwortenden optiert klar dafür.

Beim Thema Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker konnten die Umfrage-Teilnehmer mehrere Antworten wählen. Auch hier finden kritische Positionen in Deutschland mehr Anhänger als in den anderen befragten Ländern.

In Deutschland fürchtet über ein Viertel der Befragten Daten-Missbrauch, ein fast genauso hoher Prozentsatz möchte keine Speicherung persönlicher Daten. Ein Fünftel will nicht überall mit Gesundheits- und Fitness-Themen konfrontiert werden.

Doch immerhin ein Viertel befürwortet Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker als Möglichkeit, sich selbst um gesundheitliche Prävention zu kümmern.

In den anderen Ländern sehen die Befragten die Vorteile von Gesundheits-Apps häufiger.

In Irland befürworten fast 40 % der Befragten Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker für die eigenständige Prävention, in Kanada über ein Drittel. In den USA und Irland lehnen deutlich weniger Menschen die Speicherung ihrer Daten ab: Nur 10 % der Befragten in Irland und nur 14 % in den USA sehen das kritisch.

Diagnose von Google nur bei kleineren Erkrankungen

Unternehmen wie Google kämen für die Menschen in Deutschland für eine qualifizierte Erstdiagnose in den nächsten 10 Jahren nicht in Frage. Die Zahl der kategorischen Ablehner ist in Deutschland mit 36 % mit Abstand am höchsten.

Hierzulande würden nur 10 Prozent solch eine Diagnose nutzen – in Irland und USA sind es 15 %. Bei “kleineren” Erkrankungen kommt diese Möglichkeit viel eher in Frage: Auch in Deutschland erwärmen sich 42 % der Umfrage-Teilnehmer dafür. In Irland gibt es hier 53 % Zustimmung.

Die Umfrage “Leben im Jahr 2029” untersuchte die Haltung zu Digitalisierung und Gesundheit in Deutschland, Irland, Kanada und den USA. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland, Irland, USA und Kanada.

Institut: YouGov
Methode: Online-Umfrage
Grundgesamtheit: 4.279 Personen

Deutschland: 1.021
Irland: 1.039
USA: 1.054
Kanada: 1.165
Zeitrahmen: 17.04.2019-25.04.2019

 

Foto: Canada Life

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Immobilien

Prognose: Immobilienmarkt trotzt der Coronakrise

Der Immobilienboom in Deutschland wird nach Einschätzung von Fachleuten der Coronakrise weiter trotzen. Ein großer Teil der Treiber bleibe trotz der Pandemie intakt, heißt es in einer Prognose des Hamburger Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung.

mehr ...

Investmentfonds

Grün hat viele Schattierungen

Nachhaltiges Anlegen ist facettenreich. Die Spanne der Strategien reicht dabei von diversifizierten Ansätzen mit einem grünen Twist bis hin zu Strategien, die das Erreichen der Pariser Klimaziele anvisieren. Heute gibt es für annähernd jede Grünschattierung das passende Indexprodukt. Ein Beitrag von Hermann Pfeifer, Leiter Amundi ETF, Indexing & Smart Beta, Deutschland, Österreich und Osteuropa

mehr ...

Berater

Bundestag beschließt Verlängerung für Anleger-Musterverfahrensgesetz

Der Bundestag hat eine verlängerte Gültigkeit des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes zum Schutz von Aktionären und Anlegern beschlossen. Das Gesetz gilt nun bis zum 31. Dezember 2023.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Fondsbranche weist BaFin-Kritik zurück

Der deutsche Fondsverband BVI weist die Kritikder BaFin an den Fondsanbietern entschieden zurück, dass die Umsetzung der neuen Liquiditätswerkzeuge (Rücknahmegrenzen, Swing Pricing, Rücknahmefristen)bei ihnen in den Hintergrund gerückt sei, je weiter die Kursturbulenzen im März zurückliegen.

mehr ...