Krankschreibung ohne Arztbesuch: Annahme verweigert

Ein Nutzer des Angebots von AU-Schein erhält seinen gelben Schein nicht nur als digitale Version per WhatsApp, sondern auch im Original per Post. Rechnet man für den Postweg ein bis zwei Tage ein, kann er diese Anforderung regelmäßig erfüllen.

Arbeitgeber können aber auch eine frühere Vorlage verlangen – formlos und ohne besondere inhaltliche Anforderungen. Das kann eine grundsätzliche Vorgabe des Unternehmens sein. Der Arbeitgeber kann dies aber auch im Einzelfall von seinem Mitarbeiter verlangen.

Handelt es sich um ein pauschales Verlangen, oder bezieht es sich auf eine bestimmte Arbeitnehmergruppe, müssen Unternehmen gegebenenfalls Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats beachten.

Müssen Kranke den Arbeitgeber aufsuchen?

Für Arbeitnehmer bedeutet das: Sie müssen nicht nur früher eine Bescheinigung einholen, sondern diese auch früher bei ihrem Arbeitgeber vorlegen.

Häufig ist das aus rein praktischen Gründen schwierig. Das trifft sowohl auf Arbeitnehmer zu, die sich per WhatsApp krankschreiben lassen, als auch auf die, die vorher einen Arzt aufsuchen.

Kann es einem erkrankten Arbeitnehmer zugemutet werden, nach dem Arztbesuch noch den Arbeitgeber aufzusuchen, unter Umständen verbunden mit einer langen Anfahrt? Eher nicht.

Ausnahmen aus praktischen Gründen

So sehr das Interesse des Arbeitgebers an der früheren Vorlage des Krankenscheins berechtigt und gesetzlich anerkannt ist, muss man aus praktischen Gründen Ausnahmen zulassen.

Das arbeitgeberseitige Interesse wird in einem ähnlichen Umfang gewahrt, wenn er zunächst eine digitale Version der Bescheinigung fristgerecht erhält.

Der Arbeitnehmer kann die Bescheinigung also einscannen oder abfotografieren und anschließend per E-Mail oder Fax an den Arbeitgeber versenden.

Seite drei: Annahme unbedingt verweigern!

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