24. Mai 2019, 08:00
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Pflege: Eine Frage der Pflicht

Den Berechnungen der Stiftung zufolge dürften die Ausgaben ab 2025 aufgrund des demografischen Wandels stärker wachsen als die Einnahmen.

Etgeton: “Ändert sich rechtlich nichts an der Finanzierung der Pflege, müsste der Betragssatz zur sozialen Pflegeversicherung bis zum Jahr 2045 von derzeit 3,05 auf 4,25 Prozent klettern.” Bei einem heutigen Durchschnittseinkommen wären das 550 Euro mehr im Jahr für die Pflegeversicherung.

Pflegenotstand ist programmiert

Die soziale Pflegeversicherung, vor 25 Jahren als die berühmte fünfte Säule der gesetzlichen Sozialversicherung eingeführt, wankt spürbar.

Eindringlich warnt DFV-Vorstandschef Dr. Stefan M. Knoll: “Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland verdoppelt. Der Pflegenotstand ist programmiert. Wir steuern direkt auf eine Katastrophe zu und die Politik hat keine geeignete Strategie, dieser Herausforderung entgegenzutreten.”

Ein großes Problem sei, dass sich die Menschen der Situation nicht bewusst seien und sie die Kosten, die im Pflegefall auf sie zukommen, unterschätzen.

Bundesbürger unterschätzen Kosten

Laut einer aktuellen Studie der Postbank gehen 43 Prozent aller Deutschen davon aus, dass die gesetzliche Pflegeversicherung sämtliche Kosten übernimmt. Weitere 21 Prozent unterschätzen die Höhe der zu leistenden Zuzahlung deutlich und gehen von einem Betrag von weniger als 1.000 Euro aus.

Damit liegen die Bundesbürger voll daneben. “Zwar zahlen Berufstätige und Rentner Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein, diese ist jedoch grundsätzlich nicht auf volle Kostendeckung ausgelegt – das heißt, dass von ihr nur Zuschüsse zu den tatsächlichen Pflegekosten geleistet werden”, erklärt Anja Maultzsch von der Postbank.

“Für diesen Eigenanteil müssen Pflegebedürftige im Bedarfsfall nicht nur ihre Rente, sondern auch vorhandene Ersparnisse und Vermögenswerte einsetzen. Besitzen sie etwa Wohneigentum, müssen sie es unter Umständen verkaufen, um die Pflegekosten zu begleichen.”

Seite vier: Pflichtversicherung reicht nicht aus

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