30. April 2019, 09:53
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Riester-Rente: “Die Idee ist nicht aufgegangen”

Damit die Rentenkommission eine Chance auf Erfolg hat, darf sie nicht allein die gesetzliche Rente in den Blick nehmen. Auch der privaten Altersvorsorge muss endlich wieder mehr Gewicht und Attraktivität verliehen werden, kommentiert Eva Quadbeck im “General-Anzeiger”.

Riester-Rente: Die Idee ist nicht aufgegangen

Laut Eva Quadbeck ist die private Altersvorsorge dringend reformbedürftig.

“Die Idee der Riester-Rente ist nicht aufgegangen”, schreibt Quadbeck am Dienstag im Bonner “General-Anzeiger”. Es sei vorgesehen gewesen, dass die Arbeitnehmer das sinkende Rentenniveau durch eine private Vorsorge ausgleichen, für die der Staat Zuschüsse gibt.

Die Produkte, die im Rahmen der Riester-Rente angeboten werden, seien jedoch nicht attraktiv genug. So zehren die Nebenkosten die staatlichen Zuschüsse fast auf, und die seit Jahren andauernde Niedrigzinsphase tue ihr Übriges.

Quadbeck erklärt: “Die private Altersvorsorge ist also dringend reformbedürftig. Der Koalitionsvertrag enthält dazu nur einen dürren Satz. Es wird aber nicht reichen die Riester-Produkte zu entschlacken.”

Neue Produkte brauchen Vertrauensbasis

Vielmehr solle sich die Koalition auf das Modell der Deutschland-Rente besinnen, welches sich auch die Verbraucherschützer in leicht abgeänderter Form angeeignet haben.

Dieses vom Staat verantwortete und von Finanzprofis realisierte Produkt habe die Chance auf viel breitere Akzeptanz als die Riester-Rente. Die Erträge dürften deutlich höher liegen.

Da das Geld am Finanzmarkt und nicht in einem staatlichen Fonds angelegt werden soll, besteht laut Eva Quadbeck auch nicht die Gefahr, dass der Staat in Krisenzeiten auf die Alterssicherung seiner Bürger zugreift. Das sei wichtig für das Vertrauen in ein neues Produkt.

Seite zwei: Alterssicherung auf neuem Fundament

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3 Kommentare

  1. Die Babyboomer müssen bei der Betrachtung außen vor bleiben – ihr Renteneintritt steht vor der Tür, da hätte man sich vorher etwas einfallen lassen sollen. Was soll ein “Deutschland-Produkt” nach dem Motto One size fits all? Es möge sich ein FinTech der Riesterrente annehmen mit minimalen Verwaltungskosten und dv-gestützter Umsetzung der EU-Regulierung (Stichwort IDD), so dass auch die Vertriebs- und Beratungskosten stark abgesenkt werden können, so dass in das Riester-Kleid individuell passende Anlagebausteine gepackt werden könnten. Und die Politik sollte zusätzlich ein steuerbegünstigtes “Vorsorgekonto” schaffen, auf dem – bis zu einem Höchstbetrag – sämtliche Erträge z.B. aus Investmentfonds steuerfrei bleiben, wenn die vorgeschriebenen Haltefristen eingehalten werden.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 3. Mai 2019 @ 10:58

  2. So ein Quatsch! Riester funktioniert, man darf diese Sparform nur nicht weiter kaputt reden. Und die Erkenntnis, dass die junge Generation nicht für die AV spart, liegt eher an den zu niedrigen Einkünften, den hohen Sozialversicherungsabgaben und den hohen Lebenshaltungskosten/Mieten.

    Kommentar von Wetzel, Matthias — 30. April 2019 @ 14:51

  3. Man darf sich nicht wundern, wenn die Sparquote fürs Alter bei der jüngeren Generation rückläufig ist. Welche Form der Vorsorge hat denn heute noch verlässlich über 30-45 Jahre? Die Politik wäre gut beraten, nicht jede Form der Altersvorsorge, insbesondere die Riester-Rente zu beerdigen. Sie ist nicht schlecht, bedarf nur geringer Anpassungen. Das immer neue erfinden weiterer Formen und Anlagen, wird die Sparquote nicht erhöhen, sondern nur die Verunsicherung der Altersvorsorgesparer. Diese müssen sich über viele Jahre auf eine Form der Vorsorge verlassen können.

    Kommentar von André Perko — 30. April 2019 @ 12:40

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