9. Mai 2019, 12:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wie die Riester-Rente gerettet werden soll

Wegen der häufigen Rückforderungen plädieren die Autoren um den empirica-Vorstandsvorsitzenden Dr. Reiner Braun auch dringend dafür, die Zulagen vor der Auszahlung zu prüfen. Die dadurch entstehenden Zinsverluste fallen angesichts der gegenwärtigen Niedrigzinsen ohnehin kaum ins Gewicht. Außerdem müsse im Zeitalter der Digitalisierung eine erhebliche Beschleunigung des Zulagenverfahrens auf nur wenige Monate möglich sein.

Obergrenze für förderfähigen Betrag auf vier Prozent dynamisieren

Weiterer Vorschlag: Die Obergrenze für den förderfähigen Beitrag sollte auf vier Prozent der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze dynamisiert werden, um die Schließung der Rentenlücke wieder zu ermöglichen. Der Höchstbetrag ist seit Einführung der Riester-Rente eingefroren. Das führte sowohl real als auch in Relation zur Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Entwertung. In der Folge stoßen immer mehr Sparer an den “Riester-Deckel” und können ihre Rentenlücke nicht mit Hilfe der Riester-Rente schließen.

Bildschirmfoto-2019-05-10-um-12 12 43 in Wie die Riester-Rente gerettet werden soll

Quelle: DIA

Über die Dynamisierung der Fördergrenze hinaus sollten Überzahlungen möglichst wie geförderte Vermögen behandelt werden. So könnte bei Brüchen in der Erwerbsbiografie oder schwankenden Einkommen besser “nachgespart” werden, alle Einzahlungen von Geringverdienern wären “Hartz-IV-sicher” und die Anbieter könnten eine doppelte Kontenführung vermeiden. Grundsätzlich sprechen sich die Studienautoren dafür aus, einen großen Wurf bei der Vereinfachung der Fördersystematik zu unternehmen statt vieler kleiner jährlicher Anpassungen.

Wahlfreiheit bei der nominalen Beitragsgarantie

Als grundsätzliche Veränderung schlägt die Studie auch eine Wahlfreiheit bei der nominalen Beitragsgarantie der Riester-Rente vor. Die zu erwartenden Erträge leiden derzeit erheblich unter den Niedrigzinsen. Die Absicherungskosten für die Bruttobeitragsgarantie sind hoch und die Netto-Sparleistungen dadurch niedrig. Im Übrigen werden nominale Garantien ohnehin durch Inflation entwertet. Bei langfristiger Anlage ist eine Risikostreuung wichtiger als Garantien.

Die Studie schlägt daher zwar als Standardvorgabe eine 100-Prozent-Beitragsgarantie vor, von der aber abgewichen werden kann, zum Beispiel in vorgeschlagenen Stufen von 80 oder 60 Prozent oder komplett.

Seite drei: Vereinfachung von Wohn-Riester

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Das ist ein sehr guter Vorschlag. Oft wechselt der Status für mittelbar und unmittelbar, Scheidung, Trennung etc. führen zu unterschiedlichen Förderungen. Viele Menschen sind von Altersarmut betroffen, so dass es “ungerecht” ist, dass angestellte eine Förderung für sich und die Kinder erhalten, selbständige aber nicht. Minijobs nur, wenn man sich nicht von der RV befreit… Wenn die Förderung übersichtlicher ist, ist allen mehr geholfen!

    Kommentar von Manuela Brenndorff — 10. Mai 2019 @ 13:43

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Betriebsschließungsversicherung: Zeit für unkonventionelle Lösungen?

Das Betriebsschließungen und entsprechende Versicherungen dagegen sind in Corona-Zeiten ein sehr heißes Eisen, wie ein Interview von Dietmar Diegel, Vorstand der CHARTA AG in Düsseldorf zeigt.

mehr ...

Immobilien

Preise, Bauen, Recht: Die Folgen von Corona für Immobilienanleger

Die Auswirkungen der Coronakrise treffen nahezu alle Bereiche der deutschen Wirtschaft. Finanzexperten sind sich einig, dass es dieses Jahr eine Rezession geben wird – die Frage ist nur noch, wie stark sie ausfällt. Aktuell ist die Lage unübersichtlich, denn Informationen der Virologen, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen ändern sich schnell. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, beantwortet drei Fragen zur aktuellen Situation.

mehr ...

Investmentfonds

ifo Institut: Corona kostet Europa Hunderte von Milliarden Euro an Ausfällen

Die Bekämpfung des Coronavirus wird zu Produktionsausfällen führen. Sie werden die Länder Europas Hunderte von Milliarden Euro kosten. Das haben neue Berechnungen des ifo Instituts ergeben. Was das Virus außerhalb Detschlands wirtschaftlich anrichtet.

mehr ...

Berater

Schroeder-Wildberg übernimmt MLP-Aktienpaket

MLP-Vorstandschef Dr. Uwe Schroeder-Wildberg erwirbt 1,95 Millionen Aktien an der MLP SE von der Gründerfamilie Lautenschläger. Nach Vollzug der Transaktion wird er insgesamt 1,86 Prozent der Aktien halten, die Familie Lautenschläger verfügt dann über einen Anteil von rund 27,4 Prozent.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL kauft 178 Wohnungen in Wiesbaden

Die KGAL Investment Management hat für den von ihr verwalteten Spezialfonds KGAL/HI Wohnen Core 2 im Rahmen eines Asset Deals die im Jahr 2017 fertiggestellte Wohnanlage “Rheingold” in Wiesbaden-Schierstein erworben.

mehr ...

Recht

Coronavirus: Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern

Muss ich ins Büro, wenn der Kollege hustet? Wie muss mich mein Arbeitgeber vor dem Coronavirus schützen? Was ist, wenn ich nicht ins Büro komme, weil Bus und Bahn nicht mehr fahren? Muss ich meinem Chef meine Handynummer geben, wenn er mich ins Home-Office schickt? Darf ich mich weigern, zu Hause zu arbeiten? Muss ich Überstunden wegen der Corona-Krise machen? Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne geschickt werde? Fragen über Fragen, die sich in einer sehr besonderen Zeit wohl jeder Arbeitnehmer früher oder später stellt. Die Arag-Experten gaben Antworten.

mehr ...