Coronapandemie: Vier von zehn Versicherten würden sich telemedizinisch beraten lassen

Die Pandemie dürfte der Telemedizin zum Durchbruch verhelfen: 42 Prozent der Bundesbürger würden sich gerne auch telemedizinisch behandeln lassen.

Die Coronavirus-Pandemie zeigt immer deutlicher die Vorteile der Telemedizin. Rund 40 Prozent der Deutschen würden telemedizinische Leistungen selbst in Anspruch nehmen. Das zeigt die akutelle Trendstudie Versicherungen der Versicherungsforen Leipzig und des Schweizer Software- und Securityentwicklers ti&m.

Die Coronavirus-Pandemie zeigt immer deutlicher die Vorteile der Telemedizin. Rund 40 Prozent der Deutschen würden telemedizinische Leistungen selbst in Anspruch nehmen. Das zeigt die akutelle Trendstudie Versicherungen der Versicherungsforen Leipzig und des Schweizer Software- und Securityentwicklers ti&m.

Der Gang zum Arzt ist im Krankheitsfall eine Belastung und kann – wie die Coronavirus-Pandemie derzeit nachdrücklich zeigt – potenziell gefährlich sein. Telemedizin ist aber auch unabhängig von der aktuellen Lage eine sichere und komfortable Alternative zum Praxis-Besuch.

Laut der „ti&m-Trendstudie Versicherungen“ findet die Mehrheit der Deutschen daher das Thema bereits relevant, fast jeder Vierte sogar sehr relevant. 42 Prozent der Bundesbürger würden telemedizinische Leistungen zudem auch selbst in Anspruch nehmen.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass die Bereitschaft der Patienten groß ist, sich auf neue Behandlungsansätze einzulassen“, erläutert Dr. Holger Rommel, Head Research & Digital Transformation bei ti&m.

„Da wir die Befragungen einige Wochen vor dem Ausbruch der Pandemie abgeschlossen hatten, sind diese Zahlen wirklich belastbar und nicht durch aktuelle Ängste und Sorgen verzerrt.“ Dennoch sei gerade jetzt die Zeit gekommen, dass Gesetzgeber, Ärzte und Krankenversicherer neue Lösungen entwickeln, um die Vorteile digitaler Technologien zu nutzen und den Wünschen der Versicherten entgegenzukommen.

Kundenwunsch: Reduzierung von Stress und Wartezeiten

„Telemedizin kann übrigens schon im Kleinen anfangen, zum Beispiel beim Videotelefonat mit einem behandelnden Arzt“, so Digitalisierungsexperte Rommel weiter. „Niemand muss im ersten Schritt über das Ziel hinausschießen, es bedarf also keiner futuristischen Analysegeräte in der Wohnung des Patienten. In unserer Studie wurden die Stressreduzierung sowie die Vermeidung langer Wartezeiten in Arztpraxen als die drängendsten Probleme genannt, für die sich Kunden eine Lösung wünschen.“

Ärzte habe Telemedizin lange sehr skeptisch bewertet. Gerade im Zuge der Covid-19-Krise ist Rommel zufolge aber künftig mit einem stärkeren Einsatz von digitalen Lösungen zu rechnen. In der Schweiz ist das telemedizinische Angebot übrigens stark verbreitet und wird bereits millionenfach genutzt. „In den dortigen Telemed-Modellen sind sogar Telemedizinkomponenten in Versicherungsprodukte integriert, die vor dem Gang zum Arzt eine Erstberatung durch einen Telemediziner verlangen. In der Regel sind diese Arztbindungstarife günstiger als bisherige Tarife.“

Neue Geschäftsideen und -modelle für Versicherer

Neben der Betrachtung des technisch Möglichen müssten Versicherungsunternehmen langfristig weiterführende Konsequenzen und Anknüpfungspunkte für neue Geschäftsideen und -modelle entwickeln. Dies betreffe auch gesellschaftliche Trends wie der Wunsch nach mehr Personalisierung und Selbstoptimierung.

Innovationen wie Wearables ermöglichten eine immer genauere Überwachung des menschlichen Körpers. Mit den daraus gewonnenen Daten könne gleichzeitig die Früherkennung und Behandlung von Krankheiten verbessert werden. Versicherungen könnten diese Daten auch zu Präventionsmaßnahmen einsetzen. Gleichzeitig tun sich dabei neue Fragen in den Bereichen Datenschutz und Datenmissbrauch auf.

In der Studie gaben zwei Drittel der Befragten an, stark oder sehr stark auf ihre Gesundheit zu achten. Drei Viertel gehen davon aus, dass sie ihren Gesundheitszustand stark oder sehr stark beeinflussen können. Dies tun sie unter anderem durch Sport, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups sowie durch die Pflege sozialer Kontakte.

Auch der Besitz von Wearables setzt sich immer mehr durch: Zwei von zehn Befragten besitzen bereits ein Fitnessarmband, weitere 15 Prozent planen eine Anschaffung. Hilfreiche Apps der Krankenversicherung finden sich bereits bei 20 Prozent der Studienteilnehmer auf dem Smartphone. (dr)

Foto: Shutterstock

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