30. Januar 2020, 11:53
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Industrie 4.0 fordert die Versicherungsbranche heraus

Eine der Grundlagen dafür, dass Unternehmen Risiken eingehen und Chancen nutzen können, ist ein wirksamer Versicherungsschutz. Doch in einer digitalisierten, automatisierten und vernetzten Welt, die auch als Industrie 4.0 bezeichnet wird, sind herkömmliche Werkzeuge der Risikokalkulation auf neue Gefahren nur eingeschränkt anwendbar. Noch fehlen langfristige Schadenstatistiken oder andere Erfahrungswerte. Das geht aus der aktuellen Marktprognose des Makler- und Beratungsunternehmen Aon hervor.

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Die vierte industrielle Revolution wird mit der Auswertung großer Datenmengen einhergehen, die für eine energie- und materialeffiziente Produktion von Gütern verwendet werden können. Letztendlich wird es unsere bekannte Welt der Herstellung und des Verkaufs von Produkten verändern. Dabei ist nicht auszuschließen, dass es zu heute noch nicht bekannten Komplikationen kommt, die sich aus der Komplexität der verknüpften Systeme und Technologien ergeben. „Beispielsweise kann ein Cyberangriff den vollständigen Zusammenbruch der gesamten Wertschöpfungskette verursachen“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer des Erstversicherungsmaklers bei Aon Deutschland.

Fehlende Erfahrungswerte als Bremsklotz

Bisher fällt es den Versicherern aufgrund fehlender Erfahrungswerte schwer, Schadenpotenziale richtig einzuschätzen und Prämien für die dem Umfang und der Höhe nach notwendigen Deckungen passend zu kalkulieren. „Hinzu kommt“, so Kremer-Jensen, „dass von einer Vereinheitlichung des Haftpflichtschutzes im Moment noch nichts zu sehen ist.“ Ganz im Gegenteil: Neben der allgemeinen Haftpflicht gewinnen andere Versicherungen wie beispielsweise Tech E&O oder Cyber enorm an Bedeutung. Unternehmen fahren deshalb verstärkt mehrgleisig. Diese Ausrichtung ist nicht ohne Risiko. Denn an den Deckungs-Schnittstellen wird es zu Doppelungen und Lücken kommen, die für Unternehmen im Schadenfall zu hohen Kostenbelastungen führen können.

Standardprodukte greifen zu kurz

Die Marktprognose von Aon verdeutlicht noch einmal, dass die neuen Gefahren und Anforderungen, die die Industrie 4.0 mit sich bringt, der deutschen Versicherungswirtschaft einiges abverlangt. Standardprodukte im Versicherungsbereich können die zum Teil noch unbekannten Probleme derzeit nicht vollständig abdecken. Zur Absicherung der neuen Risiken braucht es Versicherungslösungen, die schnell und flexibel an die Bedürfnisse der versicherungsnehmenden Industrie angepasst werden können. „Das muss aber nicht bedeuten“, meint Aon-Experte Kremer-Jensen, „dass nur neue Versicherungsprodukte Lösungen bieten können. Auch die Ausweitung bestehender Versicherungsarten auf derartige Risiken kann zielführend und möglicherweise kostengünstiger als neuartige Versicherungsprodukte sein.“

Foto: Shutterstock

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