Wirte verklagen Versicherung auf Millionensumme für Wiesn-Ausfall

Foto: Picture Alliance
Wehmütig blicken Münchner Bürger in Tracht von der Treppe der Bavaria auf die Theresienwiese ohne das gewohnte Oktoberfest-Spektakel.

Sieben Wiesn-Wirte verklagen ihre Versicherung auf Zahlung ihrer Kosten für das wegen der Corona-Pandemie abgesagte Oktoberfest. Die ersten Klagen seien unterwegs zum Landgericht München I, teilten die Wirte am Dienstag mit. Insgesamt geht es um einen Millionenbetrag.

„Die Klagesumme liegt pro Zelt im Schnitt im mittleren sechsstelligen Bereich“, sagte Sebastian Kuffler vom Weinzelt. Die Ausgaben für die Wiesn summierten sich aus Mieten über Personal-, Büro- und Lagerkosten – und den teuren Versicherungsprämien.

Die Prämien hätten jährlich bei 20.000 bis 60.000 Euro gelegen, sagte Kuffler. „Über Jahre haben wir enorm hohe Prämien gezahlt, und dann sollen wir auf den Ausfallkosten sitzen bleiben. Das kann nicht sein, deshalb gehen wir vor Gericht.“ Seit September habe man versucht, die Ausfälle ersetzt zu bekommen, in den Verhandlungen sei aber keine gütliche Einigung erreicht worden.

Das Landgericht München I bestätigte den Eingang von Klagen gegen die Deutsche Sport und Entertainment Versicherungsgemeinschaft (DSE) zunächst nicht – üblicherweise geschieht dies erst, nachdem Klagen den Beklagten zugestellt sind. Bei der Versicherung hieß es dazu am Dienstag, zu laufenden Verfahren gebe es aus Datenschutzgründen und zum Schutz der Kunden keine Auskunft. (dpa-AFX)

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