Gewerbeversicherung: Check-up nach der Corona-Pandemie

Foto: Nürnberger Versicherung
Volker Helmhagen

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft nachhaltig verändert: Digitalisierung, vermehrtes Homeoffice, neue Ansprüche durch die Kunden. Betriebe mussten sich verkleinern, andere sind gewachsen oder haben sich neu ausgerichtet. Vor dem Hintergrund betrieblicher Veränderungen gehört auch das unternehmenseigene Versicherungsportfolio auf den Prüfstand. Worauf beim Versicherungscheck zu achten ist.

Egal um welche Art von Gewerbeversicherung es sich auch handelt: In den meisten Fällen werden die Policen einmal abgeschlossen und fristen dann ein Schattendasein. Doch das kann unter Umständen existenzbedrohend sein.

„Wer bei einem Schadensfall nach Jahren erstmals wieder die Versicherungsunterlagen hervorholt, muss schlimmstenfalls feststellen, dass der entstandene Schaden nicht abgedeckt ist“, sagt Volker Helmhagen, Leiter Produkt- und Markenmanagement SHUK bei der Nürnberger Versicherung.

Bestandsaufnahme im Policenordner

Laut Helmhagen kommt es häufig vor, dass Versicherungssummen nicht mehr dem Bedarf entsprechen, weil eine Fehleinschätzung des notwendigen Schutzes vorliegt, sich der Schutz nicht an der aktuellen Unternehmenssituation orientiert oder Deckungssummen beispielsweise unbegrenzte Selbstbehalte haben.

Der jährliche Versicherungscheck sei daher ein Muss, um Risiken zu identifizieren, Deckungslücken zu erkennen und den Versicherungsschutz anzupassen, so der Experte.

Die Betriebshaftpflicht ist Pflicht

Ob ein Betrieb ausreichend abgesichert ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem gilt: Nicht jedes Unternehmen braucht jede Versicherung. „Daher ist es wichtig, je nach Branche und individueller Gefahrenlage den passenden Versicherungsschutz zu identifizieren“, weiß Helmhagen.

Ein Muss für jeden Betrieb ist jedoch eine Betriebshaftpflichtversicherung. Denn trotz aller Sorgfalt und Vorsicht kommt es im Arbeitsalltag zu Fehlern. So sind Sach- und Personenschäden abgedeckt, Schmerzensgeld und Behandlungskosten werden übernommen.

Auch auf eine Geschäfts-Inhaltsversicherung sollten Betriebe keinesfalls verzichten: „Sie deckt alle Gegenstände ab, die für den Betrieb nötig sind, zum Beispiel Waren und Vorräte, IT-Infrastruktur, Maschinen oder die technische Ausstattung, und zwar unabhängig davon, ob die Gegenstände in Firmenbesitz oder geleast sind“, erläutert der Experte.

Abhängig von der jeweiligen Branche kann für Produktionsbetriebe eine Maschinenbruchversicherung sinnvoll sein. Für Betriebe mit einem Fuhrpark lohnt sich zusätzlich eine Flottenversicherung, so Helmhagen

Passen bestehende Policen noch?

Auch wenn Versicherungen vor Jahren bedarfsgerecht abgeschlossen wurden, sollten sich Unternehmen nicht in Sicherheit wiegen. Denn: „Wurden beispielsweise neue Produktionshallen errichtet oder neue Mitarbeiter eingestellt, hat sich der Fuhrpark verdoppelt oder wurde die IT-Ausstattung modernisiert, passt der einmal abgeschlossene Versicherungsschutz unter Umständen nicht mehr zur aktuellen Situation“, so Helmhagen.

Kommt es dann zu einem Schaden, können Betriebe schnell unterversichert sein. Aber auch das Gegenteil ist zu beachten: Mussten sich Betriebe aufgrund der Corona-Pandemie beispielsweise verkleinern, sind sie gegebenenfalls sogar überversichert. In der Anpassung der Police liegt daher für Unternehmen ein enormes Einsparpotenzial.

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