Anzeige
Anzeige
14. September 2011, 12:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Provisionen: Banken wenig auskunftsfreudig

Empfehlen Bankberater ihren Kunden eine Anlage, müssen sie ihre Provisionen offenlegen. Doch die Mehrheit der Banken und Sparkassen hält sich nicht daran, wie ein Bericht des Bundesverbands Verbraucherzentralen (VZBV) zeigt. Welche Ausreden die Banken parat haben.

Billen-vzbz-127x150 in Provisionen: Banken wenig auskunftsfreudig

Gerd Billen

So missachten der VZBV-Untersuchung zufolge zwei von drei Geldinstituten gegenüber ihren Kunden die Pflicht zur Offenlegung von Provisionen. Vor allem bei Geschäften mit Zertifikaten werde die Auskunft verweigert.

Die Verbraucherschützer fordern deshalb eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin. „Die Bafin muss sicherstellen, dass sich die Banken an Recht und Gesetz halten”, sagt VZBV-Vorstand Gerd Billen.

Im April hatten die Verbraucherschützer die Initiative „Finanzmarktwächter“ gestartet und Bankkunden aufgefordert, die Offenlegung von Provisionen von ihrem Berater zu verlangen. 280 Kunden haben sich daran beteiligt, in 172 Fällen haben sich die Banken geäußert. Jedoch wurde in über der Hälfte der Schreiben die Auskunft über die Provisionen ganz oder teilweise verweigert.

Die Ausreden sind vielfältig. Der Arbeitsaufwand sei zu hoch, die Informationen seien im Internet oder Prospekten zu finden, Auskunft werde nur gegen Rechnung erteilt, der Auskunftsanspruch sei verjährt oder es habe sich beim Produktvertrieb um sogenannte Festpreisgeschäfte gehandelt, bei denen Wertpapiere auf eigene Rechnung gekauft werden.

In rund einem Drittel der untersuchten Fälle informierten Banken und Sparkassen zwar über Provisionen, allerdings „völlig unzureichend“. So hätten, so der VZBV, nur vier Geldinstitute die Vergütungen in in Euro und Cent offengelegt und zwar aufgegliedert nach einzelnen Wertpapieren und Kalenderjahren.

„Das Spiel mit verdeckten Karten muss endlich ein Ende haben“, so Billen. Der Bundesverband sieht vor allem den Gesetzgeber in der Pflicht und fordert eine „klare und einheitliche Regelung zur Offenlegung von Provisionen und sonstigen Vertriebsanreizen“. (ks)

Foto: VZBV

1 Kommentar

  1. Banken: Keine Provision = Keine Empfehlung. Wie hoch die Provisionen bei klassischen Fonds sind, kann man mit einem Vergleichsrechner unter http://www.fonds-etf.de sehen. Dort wird der Anleger auch feststellen, dass der Ausgabeaufschlag nur ein geringer Teil der Kosten ist. Gleichzeitig wird aufgezeigt wie Geldanlegen ohne Provisionen funktioniert.

    Kommentar von Bernhard — 14. September 2011 @ 18:21

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Neue Leben Versicherungen: Diez übernimmt Vertriebsressort

Ab dem 1. April 2017 wird Holm Diez (42) als Generalbevollmächtigter das Vertriebsressort der Neuen Leben Versicherungen verantworten. Diez soll unter anderem den kontinuierlichen Ausbau der digitalen Vertriebsunterstützung für Sparkassen vorantreiben.

mehr ...

Immobilien

WIKR: Präzisierungen bei Immobilienkrediten

Die umstrittenen strengen Vorgaben für die Vergabe von Immobilienkrediten werden nachgebessert. Der Bundestag beschloss am Donnerstag Präzisierungen zu der seit einem Jahr geltenden “Wohnimmobilienkreditrichtlinie”.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: JP Morgan prüft Dublin als neuen Standort

Der kommende EU-Austritt Großbritanniens zwingt in London angesiedelte Banken zur Suche nach neuen Domizilen. So erwägt auch die US-Investmentbank JP Morgan eine Verlagerung von Arbeitsplätzen und verhandelt derzeit laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Donnerstag über den Kauf eines Bürogebäudes in Dublin.

mehr ...

Berater

“Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen”

Heide Härtel-Herrmann ist seit über 30 Jahren als Beraterin tätig. Mit Cash. hat sie über ihren Werdegang, Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche und die Bedürfnisse weiblicher und männlicher Kunden gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

S&K-Gründer mit Strafen am unteren Rand auf freiem Fuß

Der Betrugsprozess um das Immobilienunternehmen S&K hat sich in Teilen als undurchführbar erwiesen. Nach einem Deal mit der Justiz kommen die Gründer mit Strafen am unteren Rand davon.

mehr ...

Recht

BGH stärkt prozessualen Rechtsschutz von Versicherungsnehmern

Klagt ein Versicherungsnehmer gegen einen Versicherer mit Sitz im Ausland, gilt die für den Versicherungsnehmer vorteilhafte Regelung des Gerichtsstandes in dessen Bezirk – auch wenn es sich um Ansprüche aus “Altverträgen” handelt, die vor Inkrafttreten des reformierten VVG geschlossen wurden.

mehr ...