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23. Januar 2012, 17:43
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Drei Viertel gegen erfolgsunabhängiges Honorar

Nur ein Fünftel der Deutschen würde einen Honorarberater auch dann bezahlen, wenn im Anschluss an die Finanzberatung kein Vertrag geschlossen wird, so eine aktuelle Forsa-Umfrage. Drei Viertel der Befragten möchten für eine solche Beratungsleistung nicht bezahlen.

HonorarberatungDas Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Zeitraum vom 16. bis 21. Dezember 2011 1.005 Bundesbürger zwischen 18 und 50 Jahren zum Thema Finanz- und insbesondere Honorarberatung befragt.

In der Situation, dass man eine Versicherung abschließen und sich darüber im Vorwege bei einem Finanzberater informieren will, wäre demnach ein Fünftel (21 Prozent) der Studienteilnehmer  bereit, für dessen Beratung eine erfolgsunabhängige Gebühr zu zahlen. 76 Prozent der Befragten möchten für eine solche Beratungsleistung nicht bezahlen.

Honorarberatung

Auch die wirtschaftliche Situation hat laut der Studie Einfluss auf die Zahlungsbereitschaft. So gaben elf Prozent der Bundesbürger mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 Euro an, dass sie sich vorstellen können den Berater erfolgsunabhängig zu bezahlen. Bei einem Einkommen zwischen 1.500 und 3.000 Euro sind es immerhin 23 Prozent. Bei den Befragten, die 3.000 Euro oder mehr verdienen, wäre ein Viertel (26 Prozent) zur erfolgsunabhängigen Bezahlung bereit.

Honorarberatung

30 Prozent derjenigen, die bereit sind, eine erfolgsunabhängige Gebühr für eine Finanzberatung zu zahlen, würden dafür weniger als 50 Euro ausgeben, so die Meinungsforscher. 49 Prozent wären bereit, für eine solche einmalige Beratung zwischen 50 und 100 Euro zu bezahlen. Lediglich 13 Prozent wären bereit, für eine solche Beratungsleistung mehr als 100 Euro zu zahlen. (jb)

Foto: Shutterstock

Grafiken: Forsa


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15 Kommentare

  1. Mit dem Angebot einer neutralen Beratung gegen Honorar ergeben sich total neue NACHFRAGER.
    Damit sind bis zu 100.000 € Honorareinnamen aus “Fachwissensberatung” pro Jahr, in Verbindung mit Steuerberatern, Firmen,
    GGFs und ltd. AN (die Beratung gegen Honorar gewohnt sind) möglich, so die Aussage meiner Softwareanwender.
    Frank L. Braun

    Kommentar von Frank L. Braun — 28. Januar 2012 @ 12:17

  2. Wenn die unabhängige und kompetente Finanzberatung unabhängig von einer Produktvermittlung per Honorar vergütet würde, wäre dies zweifellos die sauberste Lösung. Dies erfordert jedoch nicht weniger als einen Kulturwandel.
    1. Gegenwärtig glauben die meisten Menschen, Beratung sei kostenlos, weil sie am Bankschalter oder bei einer Versicherungsberatung nicht ausgewiesen wird.
    2. Die Produktwelt ist (noch!) so gebaut, dass die Vertriebs- und Beratungskosten im Gesamtpreis versteckt sind. Durch den Kostenausweis in der Produktinformation ist aber der Weg zur Transparenz eröffnet.
    3. Welchen Wert (pro Stunde) hat eine qualifizierte Vermögens- oder Versicherungsberatung? Für 100 Euro kann man im Ernst nichts Tolles erwarten.
    4. Zur Zeit ist eine echte Honorarberatung nur für Vermögendere bezahlbar. Bezieher kleiner Einkommen würden de facto ausgeschlossen.
    5. Auf dem Weg zu wirklich unabhängigen Beratung wäre eine Hybridlösung denkbar: Der/Die Berater/in macht einen Kostenvoranschlag und bietet zwei Varianten an: a) die bisher übliche Regelung mit Offenlegung der Vermittlerprovision bzw. Courtage; b) die Beratung nach Aufwand und Durchleitung erhaltener Vergütungen (“Kick-back”). Dies ist jedoch Maklern zur Zeit noch ausdrücklich verboten!
    Unser Netzwerk für nachhaltige Vermögensberatung ökofinanz-21 setzt sich dafür ein, dass Transparenz und Fairness für alle Beteiligten neu geregelt wird. Dazu verweise ich auf unser Votum zur jüngsten SPD-Initiative im Bundestag, die sich leider durch wenig Sachverstand auszeichnet. Mehr auf unserer Homepage oekofinanz-21.de.

    Kommentar von Ingo Scheulen — 27. Januar 2012 @ 20:18

  3. Diese ständige Gängelung durch Politiker, die von unserer Branche keine Ahnung haben und sogenannten “Verbraucherschüt-zern” wird immer unerträglicher. Hier wird alles getan um eine ganze Brache zu diskretitieren und finanziell zu ruinieren. Eine Honararberatung kann eine Ergänzung sein, jedoch einen Versicherungsmakler niemals ersetzen. Daß eine Honorarberatung qualitativ hochwertiger sein soll, ist völlig abwegig und falsch. Auch hier wird es “Schwarze Schafe” geben, die die Beratung bewußt in die Länge ziehen, da Sie ja nach Zeit bezahlt werden. Die meisten Gering- Und Durchschnittsverdiener werden niemals bereit sein, dafür einen Stundensatz von 100-150.- zu bezahlen, was ist daran so schwer
    zu verstehen? Alle Umfragen bestätigen dies. Ich bin es übrigens leid, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen (von meinen Kunden hat sich noch niemand darüber beschwert!),
    daß ich für meine Arbeit Geld nehme. Leider werde ich nicht, wie
    unsere tollen Verbraucherschützer durch Steuergelder subventioniert!

    Kommentar von Niedermeier (Versicherungsmakler) — 25. Januar 2012 @ 12:11

  4. Mich würde intererssieren, wer die
    Studie in Auftrag gegeben hat und wie
    genau die Fragestellung lautete. Wenn ein Kunde vollkommen über die
    Vorteile der Honorarberatung aufgeklärt wird, sieht die Quote anders aus. Da gehe ich jede Wette ein. Dazu gehört auch, dass er über alle Provisionen, Kickbacks, Verwaltungskosten informiert wird, die beim provisionsorientierten Verkauf anfallen und die er bezahlt.
    Wichtig: Honorarberatung hat mit Honorarvermittlung nichts zu tun.
    Bei der Honorarvermittlung wird lediglich die Abschlusscourtage gegen
    ein Honorar ausgetauscht.

    Kommentar von Carl Hermann — 25. Januar 2012 @ 12:08

  5. Eine qualitative Beratung, die diese Bezeichnung auch verdient, muss honoriert werden, eigentlich egal, ob über Provision oder Honorar. Es muss nur für den Kunden erkennbar sein, welches Modell, welche Leistung und welche Kosten er hat. Meist werden Kunden heute nicht über die Kosten aufgeklärt und meinen daher, die Beratung sei umsonst. Transparenz würde beide Modelle nebeneinander ermöglichen, der Kunde kann wählen und der Berater muss seine Kosten begründen können. und für seine Leistung haften. Den Rest löst der Markt: Ist mein Berater/ meine Beraterin ihr Geld wert?

    Kommentar von Renate Kewenig — 25. Januar 2012 @ 10:52

  6. Wissen Sie eigentlich, wie vielen, gerade jungen Leuten, ich in meiner tgl. Arbeit erklären muß, daß eine Haftpflichtvers. wichtiger ist als die Hausrat, die sie für die erste Wohnung haben wolle?
    Eine Gebühr für die Beratung würden/könnten sie nie zahlen.
    Sie wollen ja auch keine Beratung, sondern eine Hausratversicherung.

    Kommentar von Dierk-P. Hanske (Versicherungsmakler) — 25. Januar 2012 @ 10:26

  7. Erst einmal müssen die Nettotarife verfügbar sein, dann reguliert der Markt die Gebührenfrage von selbst. Erfolgsabhängige Honorare wären genau der richtige Anreiz für hochqualitative Beratungsleistungen. Wenn sich das erst einmal herumgesprochen hat, wird sich die Haltung der Konsumenten ändern. Für den Vertrauensaufbau ist die Frage wichtig: Was wird belohnt?

    Kommentar von ACF | Verkaufsforschung.de — 25. Januar 2012 @ 10:19

  8. Regelmäßge Einnahmen aus Beratungs-Honoraren sind durch Vernetzung mit Steuerberatern oder Firmen sogar als NACHFAGE realisierbar, wie in meinem Leitfaden beschrieben.
    Frank L. Braun

    Kommentar von Frank L. Braun — 25. Januar 2012 @ 10:05

  9. So oder so zahle ich lieber einen festen Betrag für gute Beratung, als dass der Vermittler mir auf Provisionsbasis irgendeinen Mist andreht, der nicht einmal in meinem Interesse ist.

    Kommentar von Diana Mahlich — 25. Januar 2012 @ 09:38

  10. “Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast…”
    Jeder kennt diesen Satz und das gleiche gilt für Umfragen.
    Wenn Sie Verbraucher fragen: “Würden Sie für die Beratung zur Altersvorsorge ein Honorar bezahlen, obwohl Sie nichts abgeschlossen haben?”,
    ist die Antwort des Verbrauchers ebenso klar, als wenn Sie fragen:
    “Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine Altersvorsorge abschließen, würden Sie dem Berater dann ein Honorar bezahlen, wenn Sie unterm Strich dabei günstiger kommen?”
    Diese Befragungen sind allesamt Nebelkerzen, die aus dem Lager der Befürworter oder Gegner kommen und Sie alle davon abhalten sollen eine klare Sicht zu behalten.
    Eine klare Sicht, auf die Interessen des Kunden!
    Behalten Sie den Durchblick!

    Kommentar von Michael A. Hillenbrand (Vorstand Dt. Verrechnunsstelle) — 24. Januar 2012 @ 19:29

  11. Die Fragestellung ist nicht richtig.
    Beim Vermittler zahlt der Kunde sehr wohl für die Beratung. Auch beim Vermittler ist sie nicht umsonst.
    Zugelassene Versicherungsberater verfügen durchaus über Möglichkeiten mit Nettotarifen eine doppelte Honorierung der Beratungsleistung zu umgehen. Über diese, für die Kunden interessante , wird in den Publikationen leider nicht berichtet.

    Kommentar von Friedhelm Wagner — 24. Januar 2012 @ 16:08

  12. Bei Firmen ist die Honorarberatung absolut üblich.
    Bei Privatpersonen nicht durchführbar.
    Der Deutsche ist dazu nicht erzogen. Er will alles kostenlos haben (Geiz ist geil!). So handelt er täglich: er holt sich Rat beim Fachmann… und kauft dort wo´s am billigsten ist.

    Kommentar von Causa — 24. Januar 2012 @ 14:03

  13. Wenn man diese Ergebnisse betrachtet, muss man zu dem Ergebnis kommen, dass 4/5 bzw. 3/4 der Deutschen einfach zu dämlich sind und sich hinterher nicht beklagen dürfen, wenn sie von einem Versicherungsvermittler über den Tisch gezogen werden.

    Es ist wie mit den Bankberatern, die auch keine Berater, sondern Verkäufer sind, die – ähnlich wie die Versicherungsvermittler – nicht die Interessen der Kunden sondern die ihres Arbeitgebers (oder ihre Eigenen) vertreten.

    Wer sich bei Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen wie z.B. dem Abschluss einer Lebens- oder privaten Krankenversicherung lieber auf Verkäufer verlässt, als auf einen unabhängigen Berater, der selbstverständlich für seine Leistung bezahlt werden muss, hat es wirklich nicht besser verdient !

    Meiner Meinung nach gibt es kaum Gelegenheit, in solchen Fällen sein Geld besser zu investieren als bei einem guten, wirklich unabhängigen Berater..

    Kommentar von Markus Cronenberg — 24. Januar 2012 @ 13:44

  14. @Tino Kuhn
    Es ist aber schon ein Unterschied, ob man sich bei einem Brot vergreift und 2 Euro verliert oder ob man von Strukkies ala DVAG etc. um sein Vermögen gebracht wird.

    Kommentar von Peer — 24. Januar 2012 @ 13:30

  15. Eine Honorarberatung sagt lange nichts über die Qualität aus. Allein aus diesem Grunde sollte diese Form des Entgeltes abgelehnt werden. Nächstens müssen wir alle noch beim Bäcker Beratungsleistung bezahlen, wenn wir nach Inhaltstoffen unseres Brotes fragen.

    Kommentar von Tino Kuhn — 24. Januar 2012 @ 13:00

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