Anzeige
16. Dezember 2013, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Honorar-Finanzanlagenberatung, eine Alternative zur Finanzanlagenvermittlung?

Ab dem 01. August 2014 haben Berater die Wahl, ob sie als Honorar-Finanzanlagenberater nach der neuen Erlaubnis des Paragrafen 34h GewO tätig sein wollen oder das herkömmliche Geschäft der Vermittlung nach Paragraf 34f GewO betreiben möchten.

Gastbeitrag von Thomas Elster, Dr. Roller & Partner Rechtsanwälte

GewO

Um sich von Kundenseite vergüten zu lassen, wird auch in Zukunft entgegen eines verbreiteten Irrtums nicht zwingend eine Erlaubnis nach 34h GewO erforderlich sein.

Der Honorar-Finanzanlagenberater muss alle Voraussetzungen, die für eine Erlaubnis nach 34f GewO erforderlich sind, mitbringen, also die erforderliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, eine Berufshaftpflichtversicherung, den Sachkundenachweis und die Eintragung ins Register. Unter Vorlage der Erlaubnisurkunde zu 34f GewO erübrigt sich eine erneute Prüfung.

Keinerlei Zuwendungen durch Dritte

Hinzu kommen gesteigerte Wohlverhaltenspflichten für den Honorar-Finanzanlagenberater. Er darf sich nur vom Anleger vergüten lassen und keinerlei Zuwendungen durch Dritte im Zusammenhang mit der Beratung, insbesondere aufgrund einer Vermittlung als Folge der Beratung entgegennehmen.

Nur wenn Produkte oder gleichermaßen geeignete Produkte nicht provisionsfrei erhältlich sind, ist die Annahme von Zuwendungen erlaubt. Diese Zuwendungen sind jedoch unverzüglich an den Kunden auszukehren.

Neben dieser Honorierungsregelung, die dem Honorar-Finanzanlagenberater seinen Namen gibt, sind noch weitere Wohlverhaltenspflichten einzuhalten. So muss der Empfehlung eine hinreichende Anzahl von auf dem Markt angebotenen Finanzinstrumenten zugrunde liegen (Marktüberblick).

Gesteigerte Wohlverhaltenspflichten

Diese müssen nach Art und Anbieter oder Emittenten hinreichend gestreut sein (Diversifikation) und dürfen nicht beschränkt sein auf Anbieter oder Emittenten, die in enger Verbindung stehen oder in sonstiger Weise wirtschaftliche verflochten sind. Konkretisierungen zu den unbestimmten Rechtsbegriffen sind in der FinVermV zu erwarten.

Der Vorteil, den ein Finanzanlagenberater hat, wenn er sich für die Honorar-Finanzanlagenberatung entscheidet, soll sein, dass er eine qualitativ hochwertigere Dienstleistung anbietet. Jedenfalls geht der Gesetzgeber davon aus, eine qualifizierte Form der Anlageberatung mit dem Honoraranlageberatungsgesetz geschaffen zu haben.

34f GewO versus 34h GewO: Nur alternativ erhältlich

Der Preis hierfür ist allerdings hoch. Ein Marktteilnehmer muss sich entscheiden, ob er eine Erlaubnis nach 34f GewO oder nach 34h GewO haben möchte, sie sind nur alternativ erhältlich. Diese Regelung ist sehr strikt.

Seite zwei: Gesetzgeber bewusst keine Klarheit geschaffen

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...