Anzeige
15. April 2014, 07:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sachwertanlagen – Haftungsfallen umgehen

Anlegerschutzanwälte haben es seit Jahren als lukratives Betätigungsfeld entdeckt: Schadensersatzklagen gegen die Vermittler von Sachwertanlagen. Eine Auswahl an typischen Haftungsfallen soll die wichtigsten Fallstricke darstellen.

Gastbeitrag von Dr. Martin Andreas Duncker und Dr. Heiko Hofstätter, Schlatter Rechtsanwälte

Vermittler

Die Autoren Dr. Heiko Hofstätter (links) und Dr. Martin Andreas Duncker, Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Für die von Schadensersatzklagen erstmals betroffenen Vermittler ist dies oft ein Schock: sie werden mit einer Fülle von Papier und einer Vielzahl von Vorwürfen überzogen. Die Auseinandersetzung mit solchen Verfahren bedeutet für die Vermittler stets eine erhebliche persönliche und zeitliche sowie oft auch eine finanzielle Belastung.

Wer täglich mit der Abwehr solcher Klagen betraut ist, kennt die wiederkehrenden Punkte, auf welche diese Vorwürfe gestützt werden. Eine kleine Auswahl von Haftungsfallen und Problemkreisen wird im Folgenden dargestellt.

Der falsche Außenauftritt

Wer die Vermittlung eines Fonds nicht im eigenen Namen (zum Beispiel als eingetragener Kaufmann) durchführt, sondern im Namen einer Gesellschaft oder eines Unternehmens, muss dies stets erkennbar deutlich machen – sonst kann ihm eine persönliche Haftung drohen (Paragraf 164 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)).

So muss der Vermittler, der als GmbH-Geschäftsführer handelt, dies über seine Visitenkarten, sein Türschild, seinen Stempel, sein Briefpapier, seinen Internet-Auftritt und seine E-Mail-Signatur deutlich zu erkennen geben.

Auch wer als vertraglich gebundener Vermittler ausschließlich für ein Haftungsdach vermittelt und damit nach dem Willen des Gesetzgebers nicht persönlich haften soll (Paragraf 2 Abs. 10 Satz 1 des Kreditwesengesetzes), muss dies von sich aus zu Beginn des Vermittlungsgespräches (zum Beispiel durch Übergabe einer Visitenkarte oder Vorlage eines Vermittlerausweises) klarstellen und zu Nachweiszwecken dokumentieren und vom Kunden unterzeichnen lassen.

Dann haftet der Vermittler für die angeblichen Beratungsfehler – wenn überhaupt – nur dann persönlich, wenn er eine über das normale Verhandlungsvertrauen hinausgehende persönliche Gewähr für die Seriosität und Erfüllung des Geschäfts bietet (Bundesgerichtshof in Zivilsachen (BGHZ) 88, 67, 69). Diese Hürde liegt nach der BGH-Rechtsprechung aber hoch.

Vermittlung oder Beratung?

Nicht in allen Fällen, in denen ein Vermittler mit einem Anlageinteressenten in Kontakt steht, muss es zu einem Beratungsvertrag kommen. Wer sich dessen bewusst ist, sein Verhalten daraus ausrichtet und dies auch dokumentiert, kann seine Haftung begrenzen.

Zu jeder Beratung gehört es, das jeweilige Produkt dem Kunden nicht nur als eine interessante Möglichkeit, sondern als für seine persönlichen Bedürfnisse geeignet vorzustellen.

Seite zwei: Beratung umfasst umfangreiche Befragung des Kunden

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Insurtechs: Über 80 Millionen US-Dollar für deutsche Start-ups

Im Jahr 2016 haben die deutschen Insurtechs in Finanzierungsrunden mehr als 80 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das geht aus einer Untersuchung des Münchener Fintech-Start-ups Finanzchef24 hervor. Demnach hat sich das Finanzeriungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

mehr ...

Immobilien

Baufi Secure: Neues Absicherungsprodukt für Immobiliendarlehen

Was geschieht, wenn Immobilienkäufer ihre Darlehensraten aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht mehr bedienen können? Das Produkt Baufi Secure will die Immobilienfinanzierung flexibel absichern.

mehr ...

Investmentfonds

Merck Finck sieht Rückenwind für Aktien

Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump sind vermehrt kritische Stimmen von der Investmentseite laut geworden. Merck Finck blickt der kommenden Handelswoche dennoch optimistisch entgegen.

mehr ...

Berater

WhoFinance und Defino bauen Kooperation aus

Wie das Bewertungsportal WhoFinance und das Defino Institut für Finanznorm mitteilen, haben sie ihre beiden Portale eng miteinander vernetzt. Dadurch sollen Finanzberater und Vermittler künftig die Qualität ihrer Beratung noch besser im Internet darstellen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Doric zieht positive Bilanz für 2016

Quadoro Doric hat mit der kernsanierten Büroimmobilie Trappenburch in Utrecht eine weitere Immobilie für den offenen Spezial-AIF Vescore Sustainable Real Estate Europe übernommen und damit das Jahr 2016 erfolgreich abgeschlossen.

mehr ...

Recht

LV-Verträge als Kreditsicherung: Widerspruchsrecht verwirkt

Werden Lebensversicherungsverträge zur Immobilienfinanzierung eingesetzt, kann das Widerspruchsrecht des Versicherten verwirkt sein, auch wenn die Widerspruchsbelehrungen der Policen nicht korrekt sind. Knackpunkt ist die Bedeutung der Policen als Sicherungsmittel.

mehr ...