Anzeige
29. Juli 2015, 11:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Quirin Bank: Honoraranlageberatungsgesetz greift zu kurz

Seit dem 1. August 2014 ist das Gesetzes zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente in Kraft. Karl Matthäus Schmidt, Vorstand der Berliner Quirin Bank, zieht eine gemischte Bilanz.

Honoraranlageberatungsgesetz: Rahmenbedingungen müssen sich weiter verbessern

Karl Matthäus Schmidt: “Das Honoraranlageberatungsgesetz war ein wichtiger Schritt, um den Boden für die Honorarberatung in Deutschland zu bereiten.”

Das Honoraranlageberatungsgesetz sei ein wichtiger Schritt, um den Boden für die Honorarberatung in Deutschland zu bereiten und stärke die unabhängige Finanzberatung, heißt es in einer Mitteilung des auf Honorarberatung spezialisierten Instituts. “Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass das Gesetz in einigen wichtigen Punkten zu kurz greift”, sagt Schmidt.

Eine Schwachstelle des Gesetzes ist es seiner Ansicht nach, dass es noch nicht auf sämtliche Anlageprodukte angewendet wird. “Nach wie vor umfasst die Honorarberatung keine Versicherungen – für Anleger, die sich ganzheitlich unabhängig beraten lassen möchten, ist dies schwer nachvollziehbar”, erläutert Schmidt.

Regelung des Versicherungsbereichs gefordert

Die Quirin Bank begrüße jedoch die Initiative des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, auch bei der Beratung und Vermittlung von Versicherungen die Honorarberatung gesetzlich zu verankern.

Ein Manko sei auch, dass Honorare für Anleger weiterhin nicht steuerlich absetzbar seien. “Die steuerliche Gleichstellung von Honoraren und Provisionen ist zwingend zu regeln. Heute wirken sich Provisionen steuermindernd auf die Abgeltungssteuer aus, Honorare dagegen nicht”, so Schmidt.

Begriffsschutz für “Honorarberater” schaffen

Problematisch ist laut Schmidt zudem, dass es zwar die geschützten Bezeichnungen “Honoraranlageberater” oder “Honorar-Finanzanlageberater” gebe, der Begriff “Honorarberater” aber ungeschützt sei.

“Wir brauchen eine klare Bezeichnungspflicht, die es dem Verbraucher ermöglicht, das jeweilige Vertriebsmodell unmittelbar zu erkennen. Deshalb plädiere ich dafür, dass sich provisionsvergütete Modelle als Vermittler ausweisen und sich nur echte Honorarberater als Berater bezeichnen dürfen”, fordert Schmidt.

Die Kritikpunkte sind nach Ansicht Schmidts auch die Gründe dafür, dass die Zahl der bei der Bafin registrierten Honoraranlageberater und auch der bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer verzeichneten Honorar-Finanzanlagenberater nur gering ist. (jb)

Foto: Quirin Bank

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Ab dem 17. November im Handel!

Special 4/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Regulierung – betriebliche Altersversorgung – Unfallversicherung – Privathaftpflicht – Gewerbehaftpflichtpolicen

Ab dem 25. Oktober im Handel!

Versicherungen

Rentenversicherung warnt vor Beitragsrisiko durch Renteneinheit

Die Rentenversicherung hat vor Beitragsrisiken durch die geplante Ost-West-Angleichung der Rente ohne Steuerfinanzierung gewarnt. Sollte das Projekt nicht aus Steuern finanziert werden, bestünde die Gefahr, dass die Obergrenze des Beitragssatzes nicht eingehalten werden könne.

mehr ...

Immobilien

Jones Lang LaSalle übernimmt Zabel Property

Jones Lang LaSalle (JLL) übernimmt die Zabel Property AG mit Unternehmenssitz in Berlin. Die Übernahme erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

mehr ...

Investmentfonds

Wissenvorsprung durch detaillierte Analyse

In der deutschen Fondslandschaft ist mit dem Unternehmen Discover Capital ein neuer erfolgreicher Player aus Augsburg auf dem Markt aktiv.

mehr ...

Berater

VSAV mit mehr als 1.000 Mitgliedern

Wie die Vereinigung zum Schutz von Anlage- und Versicherungsvermittlern e.V. (VSAV) mitteilt, hat sie mit augenblicklich 1.002 aktiven Mitgliedern, den Sprung über die 1.000er Marke geschafft. Insbesondere vor dem Hintergrund sinkender Vermittlerzahlen sei die wachsende Mitgliederzahl positiv zu werten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Paribus startet ersten Immobilien-Publikums-AIF

Die Paribus-Gruppe aus Hamburg hat ein Bürogebäude in Berlin-Charlottenburg für ihren ersten geschlossenen Immobilien-Publikumsfonds nach KAGB erworben. Der Vertrieb des alternativen Investmentfonds (AIF) wurde bereits gestartet.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Ab welchem Zeitpunkt gilt ein Beamter als berufsunfähig?

Wird ein Beamter wegen Dienstunfähigkeit “mit Ablauf” eines Monats in den Ruhestand versetzt, dann tritt der Versicherungsfall am letzten Tag dieses Monats ein. Damit ist der Versicherer leistungspflichtig, auch wenn die Versicherungsdauer am selben Tag endet.

mehr ...