Anzeige
Anzeige
12. Juli 2011, 11:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Service-Test: Emissionshäuser lassen zu wünschen übrig

Geschlossene Fonds kämpfen mit dem Vorurteil, für Privatanleger schwer durchschaubar zu sein. Die Emissionshäuser sind gefordert, durch Aufklärung und guten Service vom Gegenteil zu überzeugen. Doch offensichtlich tun sie sich schwer, wie eine Studie zeigt.

Service-unbefriedigend in Service-Test: Emissionshäuser lassen zu wünschen übrig

Das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) hat die Beratungsqualität von sieben großen Emittenten geschlossener Beteiligungen getestet. Untersucht wurde die Kompetenz von Auskünften am Telefon und via Email sowie Transparenz und Verständlichkeit von Info-Material und Internet-Auftritten.

Die Ergebnisse fallen insgesamt ernüchternd aus. Fazit: Servicequalität im Durchschnitt nur befriedigend, Informationen oft unverständlich. Die größten Defizite offenbarten sich bei der Transparenzanalyse.

Die für Anleger wesentlichen Informationen wie Emissionsprospekte oder Exposés waren nach Einschätzung der Tester sehr schwer nachvollziehbar und nicht detailliert genug. Kein Anbieter bot ein kompaktes Info-Blatt zu wesentlichen Entscheidungskriterien sowie Risiken und Kosten an.

Zudem sei das Thema Totalverlust von allen Anbietern nur an einer einzigen Stelle angesprochen worden. “Die verfügbaren Informationen können somit kaum als Entscheidungsgrundlage dienen”, kommentiert DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer.

Bei der telefonischen Beratung konnten die Mitarbeiter der Fondsinitiatoren zwar durch Freundlichkeit überzeugen, die Inhalte ihrer Finanzprodukte jedoch nur schwer vermitteln. Mehr als ein Drittel der Tester bemängelte, dass die komplexe Materie nicht verständlich genug kommuniziert wurde.

Optimierungspotenzial machten die Marktforscher auch beim Email-Support aus. Ein Viertel aller Anfragen wurden überhaupt nicht beantwortet. Zudem seien viele standardisierte Antworten verschickt worden, so Hamer. Die Internetseiten böten zwar viele Infos, allerdings wünschte sich jeder dritte Testnutzer einen übersichtlicheren Aufbau und jeder zweite eine bessere optische Gestaltung.

Testsieger wurde das Hamburger Emissionshaus Lloyd Fonds vor dem ebenfalls in der Hansestadt ansässigen Wettbewerber MPC Capital. Dahinter folgen Nordcapital, HCI Capital, König & Cie., Hannover Leasing und Wealth Cap. (hb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

3 Kommentare

  1. Bei Beratungsfragen bitte den Berater ansprechen und nicht den Produzenten. Der darf nach heutiger Rechtslage im Vertrieb/Beratung ja wohl kaum tätig sein (VSH; Plausibilitätsprüfung u.v.m.)

    Kommentar von Christian Becker — 13. Juli 2011 @ 09:23

  2. Da stimme ich zu. Auch nur die großen Sieben. Wer hat die Studie bezahlt? Die Welt der Beteiligungen ist deutlich größer. Aber vielleicht hilft es diesen Unternehmen zu mehr Reputation, nachdem die Kunden viel Geld mit ihnen verloren haben und nun zögerlich sind. Als ggf. börsennotiertes Haus kann man mangelnde Qualität durch ein großes Marketingbudget wieder wett machen. Möchte wissen, wieviel z.B. MPC in PR und Marketing steckt. Das dürfte für andere Häuser das Platzierungsvolumen sein….

    Kommentar von Carsten — 12. Juli 2011 @ 21:26

  3. Ich hab mir die Originalstudie nochmal angeschaut. Was die eigentlich gemacht haben, wird nicht klar. Beim Emissionshaus angerufen und eine konkrete Anlageberatung gewollt? Sie verstehen Prospekte nicht, fordern aber ein Blatt DIN-A4? Das ist doch alles Bullshit.
    Jürgen Braatz, Ratingwissen

    Kommentar von Jürgen Braatz — 12. Juli 2011 @ 15:07

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Universa erweitert Fondspolice

Die Universa hat ihre fondsgebundene Rürup-Rente weiter ausgebaut. Nach Angaben des Versicherers können Kunden in der Einzelfondsauswahl bis zu fünf Anlagefavoriten aus rund 50 Aktien-, Renten-, Misch-, Dach- und Geldmarktfonds wählen und diese jederzeit wieder ändern.

mehr ...

Immobilien

Beruhigung am chinesischen Immobilienmarkt

Obwohl die Immobilienpreise in den meisten chinesischen Städten weiter steigen, beruhigt sich der Markt im Vergleich zu den Vormonaten. Dies geht aus einer am Mittwoch in Peking veröffentlichten Erhebung der nationalen Statistikbehörde hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Aktientausch: BFH-Urteil zur Steuerfreiheit bei einem Barausgleich

Erhält ein Aktionär bei einem Aktientausch einen Barausgleich für vor dem 1. Januar 2009 erworbene ausländische Aktien, die länger als ein Jahr gehalten wurden, unterliegt dieser Barausgleich nicht der Einkommensteuer. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH).

mehr ...
18.01.2017

Donald sieht rot

Berater

Dirk Kreuter startet Vertriebsoffensive

Vertriebsexperte Dirk Kreuter gastiert in diesem Jahr in acht deutschen Städten und in Wien mit dem Event “Vertriebsoffensive”. Zu den Themen zählen unter anderem Kundenakquise, Einwandbehandlung und “Die Psychologie des Überzeugens”. Cash.-Online-Leser erhalten vergünstigte Karten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia offeriert digitale Zeichnung von Immobilienfonds

Die Platzierungspartner der Patrizia GrundInvest können ab sofort das Portal eDirektzeichnung zur Erweiterung ihres Online-Angebots für Sachwerte nutzen.

mehr ...

Recht

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...