5. August 2014, 10:10

Immobilienfinanzierung: Wenn eine zu geringe Tilgung zum Risiko wird

Das aktuell niedrige Zinsniveau für Baufinanzierungen macht den Erwerb eines Eigenheims für Kaufinteressenten sehr attraktiv. Es lauern aber auch Gefahren. Das Zinsniveau könnte in den nächsten Jahren auch wieder steigen. Immobilienkäufer sollten ihre Anfangstilgungen hoch ansetzen.

Gastbeitrag von Wolfgang Kubatzki, Feri Euro Rating Services AG

Wolfgang-Kubatzki Feri 750 500- in Immobilienfinanzierung: Wenn eine zu geringe Tilgung zum Risiko wird

Wolfgang Kubatzki: “Die historisch niedrigen Hypothekenzinsen verleiten immer mehr Kaufwillige zum Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie.”

Die eigenen vier Wände sind der Traum vieler Menschen. Doch der kann bekanntermaßen auch zum Alptraum werden. Infolge des aktuellen Niedrigzins nimmt die Gefahr zu: Die historisch niedrigen Hypothekenzinsen verleiten immer mehr Kaufwillige zum Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie. Insbesondere in Kombination mit einer zu geringen Anfangstilgung droht vielen Eigentümern spätestens nach Auslaufen der Zinsbindung ein böses Erwachen.

Mangel an Alternativen macht Wohnimmobilien attraktiv

Die Preise für Wohnimmobilien steigen vielerorts. Obwohl diese Entwicklung teils lautstark beklagt wird, hält sie jedoch immer weniger Kaufwillige von ihrem Vorhaben ab, Wohneigentum zu erwerben. Der Grund liegt in den historisch niedrigen Zinsen. Sie sorgen zwar dafür, dass Anlagealternativen fehlen, sie gleichen aus Sicht vieler Käufer aber auch die gestiegenen Kaufpreise aus.

Prognose: Steigende Zinsen

Für ein Darlehen mit einer Zinsbindung von zehn Jahren fordern Banken derzeit je nach Bonität des Kreditnehmers nur etwa zwei Prozent Zinsen. Zum Vergleich: In den 1980er und 90er Jahren lag die Hypothekenlast meist zwischen sieben und zehn Prozent, teilweise sogar darüber. Doch wer garantiert, dass die Zinsen auf dem niedrigen Stand von heute bleiben? Fakt ist, dass niemand weiß, wie hoch die Zinsen in zehn Jahren sein werden. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit werden sie aber den gegenwärtigen Wert übertreffen.

Finanzielle Opfer durch hohe Anfangstilgungen vermeiden

Um den daraus resultierenden negativen Folgen zu entgehen, sollten Immobilienkäufer schon heute eine möglichst hohe anfängliche Tilgung vereinbaren. Wem hierbei mindestens zwei Prozent zu hoch sind, der läuft Gefahr, nach dem Auslaufen der Zinsbindung die Kreditraten nicht mehr zahlen zu können, wenn die Hypothekenzinsen zu diesem Zeitpunkt wieder ein höheres Niveau erreicht haben.

Ein Kaufinteressent sollte sich daher sehr genau überlegen, ob er eine Wohnung beziehungsweise ein Eigenheim erwirbt, wenn er die wahrscheinlich höheren Zinsen in zehn Jahren nicht oder nur unter größten Entbehrungen zahlen kann.

Seite zwei: Kredite schneller abbezahlen

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Immobilien


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Knip holt 19-Jährigen in den Vorstand

Das Insurtech-Unternehmen Knip hat den 19-jährigen Jan Thurau in die Führungsetage berufen. Thurau werde als Chief Technology Officer (CTO) “Deutschlands jüngster Vorstand” sein, teilte das Versicherungs-Startup in Berlin mit.

mehr ...

Immobilien

Deutsche Investment erwirbt vier Wohnportfolios in Berlin

Die Deutsche Investment hat für ihren zweiten Wohnimmobilien-Spezialfonds ‚Deutsche Investment – ZBI Wohnen II’ vier Wohnimmobilienportfolios mit insgesamt 32 Objekten in Berlin erworben.

mehr ...

Investmentfonds

Zeichen für Zinserhöhung in den USA verdichten sich

In der vergangenen Handelswoche meldeten sich eine Reihe von Mitgliedern der US-Notenbank zu Wort und teilten den überraschten Marktteilnehmern mit, dass auf Basis der aktuellen Datenlage nichts gegen eine Zinserhöhung schon im Juni oder Juli spreche.

mehr ...

Berater

Plansecur feierte 30-jähriges Bestehen

Der Kasseler Finanzvertrieb Plansecur hat am vergangenen Wochenende sein 30-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest gefeiert. Auftakt der Veranstaltung bildete ein Gottestdienst für Mitarbeiter und Berater in der Unternehmenszentrale, nach dem es zum Feiern in den Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe ging.

mehr ...

Sachwertanlagen

Energiebranche legt Warnminute gegen EEG-Reform ein

Mehrere Tausend Beschäftigte aus Betrieben der erneuerbaren Energien haben sich am Mittwoch in Norddeutschland an einer Warnminute “5 vor 12” für die Energiewende beteiligt. 

mehr ...

Recht

BU: Keine Beraterhaftung bei Falschangaben

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Krefeld, kann die Vermittlerhaftung trotz fehlgeschlagener Umdeckung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ausgeschlossen sein (Urteil vom 17. Dezember 2015 – 3 O 29/15 – VertR-LS). Grund: Mitverschulden.

mehr ...