1. Februar 2016, 08:30

Star Wars als Leitfaden zur Krisenlösung

Finanzmarktteilnehmer freuen sich fast immer über eine gute Analogie. In diesem Zusammenhang bot der Kinostart der neuesten Folge der Weltraum-Saga “Star Wars” im Dezember eine glänzende Gelegenheit.

Gastbeitrag von David Roberts, Kames Capital

Star Wars als Leitfaden zur Krisenlösung

Autor David Roberts ist Leiter Fixed Income bei Kames Capital.

Anhand von “Star Wars” und dem zentralen Kampf zwischen Gut und Böse haben wir die jüngste Finanzkrise aus einem völlig anderen Blickwinkel beleuchtet. Im Mittelpunkt des Films steht der Kampf zwischen Gut und Böse. Analogien helfen, komplexe und meist beunruhigende Themen zu erläutern. Sie sind indes keine realistische Reflexion der von der Krise unmittelbar Betroffenen, das heißt im aktuellen Fall von uns allen.

Episode 4: Eine neue Hoffnung

Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt in der Geschichte. Seit den Anfängen und seit den Exzessen des billigen Geldes müssen sich viele den Vorwurf gefallen lassen, ins Lager des Bösen gewechselt zu haben. Finanzinstitute, Ratingagenturen, Regulierungsbehörde, Regierungen und hochverschuldete Privatpersonen sind allesamt auf die eine oder andere Weise den Verlockungen der Tiefzinspolitik erlegen.

Bislang wurde das Finanzsystem (anders als das Star-System) von einer kleinen, bunten Truppe von “Helden” gerettet (die versuchten, das Problem auszusitzen). Nachdem das System stabilisiert wurde, bemühen sie sich nun, einen kollektiven Rückschlag gegen die dunklen Kräfte zu organisieren, die uns umgeben (und im Film vom Bösewicht Darth Deflation und seinem verrückten Kumpan Com Oddity angeführt werden).

In der Zwischenzeit droht der Todesstern, die ultimative Waffe, geladen mit Rekordverschuldung, Wachstumsschwäche und politischen Fehltritten, die Wirtschaft vollständig zu vernichten. Wer ist diese Gruppe von Helden, deren Mission darin besteht, der Weltwirtschaft “neue Hoffnung” zu schenken?

Yellen – der weise Yoda

Einige Protagonisten der Finanzkrise waren buchstäblich dazu bestimmt, eine aktive Rolle zu übernehmen. Janet Yellen spricht mit weisen Worten über die aktuellen Probleme und bedient sich beim Ausdruck ihres Wissens häufig eines für das Publikum mitunter verwirrenden und widersprüchlichen Sprachstils.

In ihrer Rolle als Vorsitzende der US-Notenbank verfolgt sie einen akademischen Ansatz bei der Lösung der aktuellen Krise, die eine Rückkehr zu langfristiger wirtschaftlicher Stabilität und Wachstum gefährdet. Sie will sichergehen, dass Darth Deflation vom Eisplaneten G7 verbannt wird. Trotz ihrer intellektuellen Brillanz ist Yellens Stimme aber nur ein Orakel. Sie ist Ratgeberin, aber nicht Heldin der Handlung. Diese Rolle gehört einem anderen. Wichtige Charaktereigenschaften: eloquent, aber liefert zu wenig.

 

Seite zwei: Angela Merkel – Prinzessin leia oder Darth Vader?

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