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19. Juli 2013, 09:07
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Vorsorgevollmacht: Wie Sie im Alter die Kontrolle behalten

Die meisten Deutschen wünschen sich, auch noch im hohen Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Durch eine Vorsorgevollmacht kann man rechtssicher und solange man noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist Vorsorge treffen.

Elmar Uricher, Rechtsanwalt und Vorstand des Instituts für Erbrecht e.V.

Vorsorgevollmacht

Elmar Uricher: “Nur durch eine Vorsorgevollmacht kann man sicher sein, dass schnell und vor allem nach den eigenen Wünschen gehandelt wird.”

Der Wunsch älterer Menschen auch weiterhin zu Hause zu wohnen, stellt Familien allerdings vor große Herausforderungen, denn mit der steigenden Lebenserwartung steigt leider auch das Pflegefallrisiko.

So wurden laut statistischem Bundesamt allein in 2011 mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen, das heißt 1,76 Millionen Menschen, von ihren Angehörigen und Pflegediensten zu Hause versorgt.

Damit auch in solch schwierigen Situationen im Sinne des Betroffenen gehandelt werden kann, sollten rechtzeitig rechtliche und finanzielle Vorsorgeregelungen getroffen werden.

Wieso Vorsorgevollmachten notwendig sind

Jeder Mensch kann durch Krankheit, Unfall oder im Alter durch einen Pflegefall in die Lage kommen, in der er wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann. Ohne ausdrückliche Vorsorgevollmachten sind dann Angehörige – selbst Ehepartner – nicht berechtigt, für den Betroffenen zu handeln. Weder kann dann über die medizinische beziehungsweise pflegerische Versorgung entschieden, noch über das Vermögen des Betroffenen verfügt werden.

Durch eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung und eine Patientenverfügung kann man rechtssicher und solange man noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist vorausschauend für den Fall, dass man die Handlungsfähigkeit verliert, Vorsorge treffen.

Nur durch eine Vorsorgevollmacht kann man sicher sein, dass schnell und vor allem nach den eigenen Wünschen gehandelt wird, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist. Durch sie lässt sich auch sicherstellen, dass notwendige finanzielle Transaktionen kurzfristig getätigt werden können. Die Frage der Vorsorge ist für den Fall des Verlusts der eigenen Willenskraft also existenziell.

Formen von Vollmachten

Eine Vorsorgevollmacht dient dazu, einer anderen Person die Wahrnehmung einzelner oder aller persönlichen und rechtsgeschäftlichen Angelegenheiten für den Fall zu übertragen, dass man die Fähigkeit, selbst zu entscheiden, verliert.

Sie schützt vor Handlungsunfähigkeit in Situationen, in denen der Betroffene seinen Willen nicht mehr selbst formulieren kann, weil er beispielsweise aufgrund eines Unfalls im Koma liegt oder aufgrund einer altersbedingten Krankheit wie Demenz seine Geisteskraft dauerhaft verliert.

Seite zwei: Vermeiden, dass Behörden und Gerichte über Lebensgestaltung entscheiden

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2 Kommentare

  1. Hallo Herr Stern, was lange währt wird endlich gut – anbei die Antwort des RA E. Uricher: Es ist richtig, dass ggf. auch beglaubigte Vorsorgevollmachten akzeptiert werden, wobei der Kostenunterschied zu einer beurkundeten Vollmacht unwesentlich ist.
    Jedoch zeigt sich aus der Praxis heraus, dass gerade für Grundstücksgeschäfte, Vermögen im Ausland und im Bankenverkehr, entgegen der Entscheidung des OLG Dresden, vielfach nur eine beurkundete Vorsorgevollmacht akzeptiert wird. Wenn man sich überlegt, dass mit einer Vorsorgevollmacht tatsächlich eine Verfügung über das ganze Vermögen möglich wird, sollte man sich wegen der Kosten nicht für die günstigere beglaubigte Vollmacht entscheiden, sondern die wenigen Euro mehr entrichten, um Rechtsicherheit zu erlangen.

    Kommentar von lennert — 6. August 2013 @ 11:38

  2. Bei Ihnen ist zu lesen:

    Die Vorsorgevollmacht muss in notarieller Form erfolgen, sofern Grundbesitz oder Vermögen im Ausland vorhanden ist.

    Das OLG Dresden hat dazu in einem Beschluss vom 04.08.2010ausgeführt, dass eine von der Betreuungsbehörde beim Landkreis beglaubigte Vollmacht der Formvorschrift des § 29 Grundbuchordnung genüge. Die öffentliche Beglaubigung beim Landratsamt mit Kosten von 10 Euro ist damit eine günstige Möglichkeit, um mit einer Vorsorgevollmacht auch im Grundstücksverkehr zu agieren.

    Ist dieses Urteil jetzt allgemeingültig oder nicht. Das wäre wichtig zu wissen und natürlich auch eine Kostenfrage.

    Kommentar von M. Stern — 22. Juli 2013 @ 14:02

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