13. Juni 2014, 09:10

BU für Hausfrauen: Was zu beachten ist

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist für Erwerbstätige eine der wichtigsten Versicherungen. Doch wie sieht dies bei Hausfrauen und Hausmännern aus? Welche Fallstricke sind bei Vertragsabschluss zu beachten? Und ist diese Art der Absicherung überhaupt notwendig?

Gastbeitrag von Claudia Möller, Finesurance GmbH & Co. KG

Hausfrauen

Häufig ordnen Versicherer Hausfrauen/Hausmänner in besonders hohe Klassen ein, wie üblicherweise Berufe des Dackdeckers oder ähnlich.

Die Versicherer nehmen es sehr genau, wenn es um die Definition von Hausfrauen oder -männer geht. Die nämlich biegen sie sich relativ praxisfremd zurecht, um im Leistungsfall nicht zahlen zu müssen: “Als Beruf gilt bei Hausfrauen und Hausmännern die Tätigkeit eines Hauswirtschafters.”

Übersetzt heißt das: Kinder in die Schule fahren, kochen, Fußballtrikots waschen, einkaufen, verarzten, trösten ist demzufolge wohl keine Berufsunfähigkeitsrente wert. Denn all das hat eine Hausfrau/ein Hausmann 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche zu leisten – während ein Hauswirtschafter laut vieler Versicherer allenfalls kocht und ein bisschen putzt. Die wahre Bedeutung dieser Klauseln und somit Tragweite werden leider oft nicht erkannt.

Hausfrau/-mann oder Hauswirtschafter sind zwei ziemlich verschiedene Paar Versicherungsschuhe

Praktisch läuft es daher zumeist so ab: Hausfrauen oder -männer stellen einen Antrag bei Versicherung xy und werden angenommen. Jawohl, wir versichern dich im Falle einer BU, Vertrag läuft – jedoch mit dem Vermerk von oben, aus dem sich ein Fallstrick entwickeln könnte.

Die Folge: Im Fall der Fälle erhält die/der berufsunfähige Hausfrau/Hausmann nicht die erwartete Leistung, da Hausfrau/-mann oder Hauswirtschafter eben doch zwei ziemlich verschiedene Paar Versicherungsschuhe sind. Steht also nicht explizit Hausfrau/Hausmann als Beruf im Vertrag, gehen Sie bitte davon aus, dass exakt dieser Beruf auch NICHT abgesichert ist!

Hohe Beiträge für Hausfrauen und Hausmänner

Häufig ordnen Versicherer Hausfrauen/Hausmänner überdies in besonders hohe Klassen ein, wie üblicherweise Berufe des Dackdeckers oder ähnlich. Die Beiträge sind entsprechend gesalzen.

Bei eintretender BU erhält man völlig konträr dazu jedoch absolut unerwartet die Nachricht, dass man leider nicht die erwartete (und erhoffte) Summe erwarten kann, da man als Hausfrau/Hausmann eben theoretisch noch als Hauswirtschafter tätig sein könnte oder der Beruf eben nicht anerkannt ist. Achten Sie daher bei Ihren Kunden unbedingt darauf, dass kein Vertrag mit diesem Vermerk abgeschlossen wird.

Seite zwei: Vorsicht bei versteckter Erwerbsunfähigkeit

Weiter lesen: 1 2


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Versicherungen rechnen nach Unwettern mit hohen Schäden

Die heftigen Unwetter im Südwesten haben auch die Versicherungsbranche hart erwischt. Bei der Sparkassenversicherung (SV) dürften Schäden im mindestens zweistelligen Millionen-Euro-Bereich anfallen, sagte ein Sprecher am Montag in Stuttgart.

mehr ...

Immobilien

Berlin, München, Hamburg: Preise überholen Einkommen

Die Immobilienpreise haben sich in Deutschland weitestgehend im Einklang mit den Mieten und Einkommen entwickelt, wie die jüngste Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigt. Die Ausnahme bilden Berlin, Hamburg und München.

mehr ...

Investmentfonds

Aktien aus Südeuropa: Zeit zu investieren

Mehr Dynamik in den Volkswirtschaften Südeuropas und vorteilhafte Bewertungen auf Unternehmensebene haben das Vertrauen von Generali Investments in das Erholungspotenzial Südeuropas und in das Anlagekonzept des Fonds GIS European Equity Recovery bestärkt.

mehr ...

Berater

Politisches Europa: Schicksal wie Sandburgen am Meer?

Europa steckt tief in der Krise, zunächst wirtschaftlich. Das seit dem Vertrag von Lissabon 2007 erzählte Märchen, wonach die EU die wachstumsstärkste Region der Welt werde, hat bislang kein Happy End gefunden. Die Eurozone stagniert vielmehr. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Politische Appelle vor EEG-Gipfel

Die Grünen haben die Bundesländer aufgefordert, der Bundesregierung im Streit um den Ökostrom-Ausbau Kontra zu geben. “Die Ministerpräsidenten müssen die Energiewende und den Klimaschutz vor der Bundesregierung schützen”, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur.

mehr ...

Recht

Landgericht Stuttgart verurteilt die LBBW

Das Landgericht Stuttgart hat in einem neuen Urteil vom 20. Mai 2016 die Widerrufsbelehrung in einem Immobilien-Darlehensvertrag der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vom 22. Juli 2007 ein weiteres Mal als fehlerhaft angesehen.

mehr ...