Anzeige
25. Juni 2014, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherer im Online-Geschäft: SEPA- Lastschrift ist nicht alles

Die SEPA-Einführung hat viele Versicherer in Deutschland einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Die zunehmende Digitalisierung erfordert zudem spezielle Bezahlverfahren für das Internet und mobile Endgeräte. Erste Versicherer setzen bereits auf moderne Zahlmethoden wie Paypal und Kreditkarte.

Gastbeitrag von Enrico Köhler, PPI AG

Sepa Lastschrift

“Innovative, internetbasierte Versicherungsangebote würden mit der SEPA-Lastschrift nicht funktionieren – das Ausfüllen des Formulars für das SEPA-Mandat dauert dafür zu lange. Kunden warten nicht gerne an der Internetkasse.”

Versicherer sind rege Lastschriftnutzer. Rund 80 Prozent der Beiträge ziehen Deutschlands Assekuranzen per SEPA-Mandat ihrer Kunden ein. Die restlichen 20 Prozent der Prämien überweist der Versicherungsnehmer direkt.

Viele Versicherungen wollen allerdings die Abhängigkeit von der SEPA-Lastschrift reduzieren und beginnen mit der Einführung weiterer Bezahlverfahren. Denn die SEPA-Lastschrift ist für das immer wichtigere Online-Geschäft zu kompliziert und langsam.

SEPA-Lastschrift ist aufwändig

Erstens müssen sich die Versicherer sehr aufwändig vom Kunden ein Mandat erteilen lassen. Zweitens müssen sie Kunden vorab informieren, dass Prämien eingezogen werden. Drittens verlängern neue Einreichungsfristen für die SEPA-Lastschrift die Abwicklung.

Der Kunde erwartet außerdem eine einfache und bequeme Form der Zahlung, wie er sie auch von anderen Transaktionen im Internet kennt.

Online-Wachstum erfordert schnelle und einfache Bezahlsysteme

Für die Erschließung der Internetwelt brauchen Versicherer einfachere Bezahlverfahren als die SEPA-Lastaschrift. Ein Umdenken findet bereits statt, denn die Produktentwicklung für die Zielgruppe der “Digital Native” ist in vollem Gange.

Im Fokus der Pioniere stehen Leistungen, die speziell die Nutzer von Smartphones und Tablets ansprechen. Kurzentschlossene können zum Beispiel über eine App von Ergo Direkt und Surenow einen tagesgenauen Reiseschutz buchen oder einen Gegenstand wie ein Fahrrad versichern. Sie müssen sich nicht gleich für ein ganzes Jahr binden.

Geschäftsideen für das Internet

Die Nürnberger Versicherung bietet an, im Kfz-Versicherungsvertrag nicht eingetragene Fahrer per Smartphone-App vorübergehend mitzuversichern. Die Plattform Appsichern.de spricht Kunden an, die sich bei Massen- oder Sportevents kurzfristig gegen Unfall absichern können – beispielsweise beim Stadionbesuch oder beim Golfen.

Weitere Geschäftsideen für das Internet werden schon diskutiert. Ein Beispiel baut auf die neue Telematiktechnologie. Der Kunde nähert sich mit seinem Auto der Landesgrenze, das Navigationsgerät im Fahrzeug erkennt dies. Dem Kunden werden nun automatisch spezielle Versicherungen angeboten, die der Kunde sofort per Smartphone abschließen kann.

Darüber hinaus könnten sich Versicherer den Faktor Schnelligkeit bezahlen lassen und gegen einen geringen Aufschlag eine Expresspolice anbieten. Bei Tierversicherungen für Landwirte könnte zudem eine Art Krankenkassenkarte eingesetzt werden. Damit würde der Tierarzt bezahlt, ohne dass der Landwirt zunächst in Vorleistung treten müsste.

Seite zwei: SEPA-Lastschrift für das Internet zu umständlich

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Cash. 9/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Brexit - China - Digitalisierung - Offene Immobilienfonds - Berlin - Hitliste Maklerpools

Ab dem 11. August im Handel.

Versicherungen

“Beeindruckend, wie schnell die Start-ups den Input aufnehmen”

Das Insurtech-Accelerator-Programm “Werk1” in München soll innovative Ideen für die Versicherungsbranche entwickeln, die in ein tragfähiges Geschäftsmodell münden – so der Wunsch der zehn Versicherungsunternehmen, die das Programm unterstützen. Cash. hat mit Martin Gräfer, Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische, über die Ziele und die Fortschritte gesprochen.

mehr ...

Immobilien

Studentenwohnungen als Crowdinvestment

In Oestrich-Winkel, im Herzen des Rheingaus bei Wiesbaden, kann deutschlandweit über Crowdinvesting in ein Studentenwohnheim investiert werden.

mehr ...

Investmentfonds

Schroders startet mit Two Sigma Bigdata-Fonds

Schrorders hat am gestern zusammen mit der Investmentgesellschaft Two Sigma Advisers aus New York eine neue Bigdata-Strategie platziert. Die US-Amerikaner fungieren hierbei als externer Manager für den Fonds.

mehr ...

Berater

Mehrheit der Deutschen gegen Abschaffung von Bargeld

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen die Abschaffung von Bargeld. 44 Prozent der Befragten würden bei einer Volksabstimmung gegen ein Ende von Schein und Münze stimmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bremer Landesbank will Schiffsfinanzierungsportfolio verringern

Die in Schieflage geratene Bremer Landesbank (BLB) will ihr Portfolio für Schiffsfinanzierungen bis 2020 um 2,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro reduzieren. Das kündigte der Leiter für Schiffsfinanzierungen bei der BLB, Ulrich Kropp, am Mittwoch an.

mehr ...

Recht

Rechtsfragen zur Digitalisierung, Teil 4: “Technische Kreativität erforderlich”

Bei einer Online-Vertriebsplattform ist es nur schwer nachvollziehbar, ob ein Anleger die Texte aufmerksam liest und versteht. Es ist ungewiss, wie die Rechtsprechung die vermeintlichen Ansprüche eines nichtlesenden Anlegers bewerten wird. Gastbeitrag von Dr. Gunter Reiff, RP Asset Finance Treuhand

mehr ...