Anzeige
Anzeige
21. Mai 2015, 09:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Vermittler werden vom Markt verschwinden”

Franz-Josef Rosemeyer ist Vorstand des Münsteraner Finanzvertriebs A.S.I. Wirtschaftsberatung AG, dem er seit 1984 angehört. Mit Cash. hat er über das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) und die Folgen eines Provisionsverbots gesprochen.

Rosemeyer-asi in Vermittler werden vom Markt verschwinden

“Die Behauptung, die verringerten Abschlussprovisionen werden durch erhöhte Bestandspflegeeinnahmen oder aber laufende Abschlussprovisionen kompensiert, ist ein Märchen.”

Cash.: Welche Folgen wird das LVRG langfristig für die Branche haben?

Rosemeyer: Diese Frage wird zum jetzigen Zeitpunkt wohl niemand beantworten können, insbesondere dann nicht, wenn man allen drei Seiten, also Kunden, Produktgebern und Vermittlern, gerecht werden will. Auf Produktanbieterseite hat es positive Veränderungen gegeben, die die Überbrückung einer langfristigen Niedrigzinsphase zumindest erleichtern können. Erschwernisse gibt es zum Beispiel durch die erhöhte Beteiligung der Kunden an den Risikogewinnen oder aber durch die verringerten Möglichkeiten der Zillmerung.

Auf Kundenseite werden die Auswirkungen völlig unterschiedlich beurteilt. Von Verbraucherschutzseite wird insbesondere die Einschränkung bei der Beteiligung von Bewertungsreserven scharf kritisiert. Meines Erachtens handelt es sich aber um eine fairere Verteilung innerhalb des Versichertenkollektivs. Auf Vermittlerseite wird das LVRG zu dauerhaft niedrigeren Einnahmen führen. Die Behauptung, die verringerten Abschlussprovisionen werden durch erhöhte Bestandspflegeeinnahmen oder aber laufende Abschlussprovisionen kompensiert, ist ein Märchen.

Wie sollten sich die Berater auf die neue Situation einstellen?

Insbesondere die administrativen Veränderungen der letzten Jahre haben erheblichen Kostendruck auf Vermittlerseite erzeugt. Nach meiner persönlichen Einschätzung wird die Verringerung der Einnahmen, die durch das LVRG hervorgerufen werden, bei einigen Vermittlern dazu führen, dass sie ihr Geschäftsmodell nicht mehr auskömmlich betreiben können. Sie werden aus dem Markt verschwinden. Allen Beratern, die langfristig weiter arbeiten wollen, ist zu empfehlen, nicht in Hektik zu verfallen und innerhalb des eigenen Geschäftsmodells nach Ressourcen zu suchen, die bisher noch nicht oder nur zum Teil genutzt wurden. In den meisten Fällen sollte es gelingen, zumindest Möglichkeiten für eine Teilkompensation der LVRG-bedingten Einnahmeausfälle zu finden.

Seite zwei: “Großflächiges Vermittlersterben”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

3 Kommentare

  1. Bezüglich der Honorarberatung sollte man erwähnen, dass die Verbraucherzentralen, die am lautesten danach schreien, dass beste Gegenbeispiel sind. Denn sie können ihre Honorarberatung, aufgrund der massiven staatlichen Subventionen, zu nicht kostendeckenden Sätzen anbieten. Es wäre an der Zeit, auch gegen diese massive staatliche Wettbewerbsverzerrung vorzugehen.

    Kommentar von Helge von Hagen — 26. Mai 2015 @ 11:21

  2. Das Provisionsverbot wird nicht kommen und wäre auch nicht zielführend. Kunden die nur eine Kompositversicherung wünschen oder kleine Beträge sparen für die wäre die Honorar-Lösung deutlich teurer und dies ist die große Masse. Also wäre nur einem kleinen Teil geholfen so wie die Politik das leider ständig macht. Politik für eine kleine aber laute Minderheit

    Kommentar von Jan Lanc — 22. Mai 2015 @ 09:24

  3. Es sind immer die anderen – anstatt sich selbst mal an die eigene Nase zu fassen.

    Kommentar von Gerhard Göddecke — 21. Mai 2015 @ 16:03

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

Auch Mylife reduziert die Überschussbeteiligung

Die Mylife Lebensversicherung bieten ihren Kunden 2017 eine laufende Verzinsung in Höhe von 2,8 Prozent, nach 3,35 Prozent im Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Mietrecht: Steuerliche Anerkennung setzt Mietzahlung voraus

Liegt bei der Vermietung an Verwandte kein steuerlich anzuerkennendes Mietverhältnis vor, können die Kosten für die Wohnung nicht steuermindernd als Werbungskosten berücksichtigt werden. Die Wüstenrot Bausparkasse berichtet über ein entsprechendes Urteil.

mehr ...

Investmentfonds

Bafin greift bei komplexen Finanzwetten für Privatanleger ein

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin greift erneut auf dem Markt für komplexe Finanzwetten für Privatanleger ein. Zum Anlegerschutz plane sie, Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von finanziellen Differenzgeschäften – sogenannten CFDs – zu beschränken, teilte die Bafin am Donnerstag mit.

mehr ...

Berater

HSH Nordbank nach neun Monaten mit höherem Gewinn

Die HSH Nordbank sieht sich mit einem gestiegenen Gewinn für den geplanten Verkaufsprozess gewappnet. Unter dem Strich habe das Institut in den ersten neun Monaten des Jahres einen Nettogewinn von 163 Millionen Euro erzielt, teilte die Bank am Freitag mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 24 Millionen Euro.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Anteil der Immobilienfonds zieht kräftig an

Der Anteil von Immobilienfonds am Zweitmarkthandel ist im November auf fast 75 Prozent gestiegen. Das Handelsvolumen von Schiffsbeteiligungen hingegen ist eingebrochen.

mehr ...

Recht

Immobilienerbe: Obacht bei der Erbschaftsteuer

Beim Erben von Wohnungseigentum entfällt die Erbschaftsteuer nur, wenn der Erbe die Wohnung selber nutzt. Anderenfalls muss die Steuer entrichtet werden – auch wenn die Immobilie unentgeltlich engen Familienmitgliedern überlassen wird.

mehr ...