7. Dezember 2015, 09:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die größten Haftungsfallen in der Pflegeberatung (Teil I)

Für viele Versicherungsvermittler ist Haftung ein immer größer werdendes Thema. Insbesondere für Maklerinnen und Makler, die – anders als der Versicherungsvertreter – für den Kunden als “treuhänder-ähnlicher Sachwalter” tätig sind. Eine dreiteilige Serie zu den relevantesten Haftungsrisiken – Teil I.

Gastbeitrag von Dr. Stefan M. Knoll, DFV Deutsche Familienversicherung AG

Beratungspflicht

Dr. Stefan M. Knoll: “Pflegedürftigkeit kann jeden treffen. Ein Unterlassen der Pflegeberatung bedeutet somit eine Verletzung der Beratungspflicht.”

Aufgrund des mit seinem Kunden abgeschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrages steht der Versicherungsmakler im Lager des Kunden und hat für ihn einen “angemessenen, individuellen Versicherungsschutz zu besorgen”.

Er muss den Kunden daher nach seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen befragen oder nach seiner individuellen Situation beraten.

Gesamte Risikosituation im Blick

Als Sachwalter muss er dabei die gesamte Risikosituation des Kunden gründlich untersuchen. Er muss feststellen, an welcher Stelle eine weitergehende Befragung und Beratung erforderlich sind, um vorhandene Versorgungslücken oder einen notwendigen Absicherungsbedarf – etwa im Bereich der Pflegevorsorge – zu ermitteln.

Gemäß den Paragrafen 60 und 61 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) unterliegt der Makler dabei besonderen Beratungs-,  Auswahl- und Begründungspflichten sowie auch Dokumentationspflichten.

Diese Pflichten – insbesondere aber die Beratungspflicht vor Abschluss eines Versicherungsvertrages und die Auswahl- und Begründungspflicht – können in erhebliche Haftungsfallen führen. Denn sie verlangen vom Makler, dass er

-> eine eigene, umfassende Bedarfs- und Risikoanalyse erstellt,
-> die Schutzbedürfnisse und den individuellen Versicherungsbedarf ermittelt,
-> sich nicht auf den konkreten Anlass der Beratung beschränkt, sondern
-> über eine weitergehende Befragung und Beratung den Absicherungsbedarf feststellt.

Hieraus ergeben sich sieben wesentliche Haftungsfallen für Versicherungsmakler.

Seite zwei: Haftungsfalle Nr. 1: ‚Nicht-Beratung zur Pflegevorsorge‘

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Ab dem 16. Februar am Handel.

 

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien

Versicherungen

Techniker: Mit Migräne-App gegen Kopfschmerzen

Migräne-Apps können die ärztliche Therapie bei Schmerzpatienten wirksam unterstützen. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Berlin mitteilte, können solche Apps grundsätzlich zu einem besseren Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen verhelfen.

mehr ...

Immobilien

Deutsche Wohnen AG: Dynamisches Wachstum

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen AG konnte seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr deutlich steigern. Das Unternehmen platzierte eine Kapitalerhöhung und plant weitere Zukäufe.

mehr ...

Investmentfonds

Höhere Kursschwankungen eröffnen Chancen

Auf der ganzen Welt bestimmen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten die Nachrichtensendungen. Dennoch geht die Volatilität gemessen an den entsprechenden Kennzahlen zurück. Gastkommentar von George Efstathopoulos, Fidelity International

mehr ...

Berater

Arbeiten mit Leads: So gelingt die Kundengewinnung

Die Neukunden von morgen sind im Internet unterwegs. Um sie dort zu erreichen, fehlen den meisten Beratern Zeit und Know-how. Hier kann der Zukauf von Leads eine Lösung sein. Damit aus Leads tatsächlich Neukunden werden, gilt es jedoch, einiges zu beachten. Gastbeitrag von Sabine Koch, finanzen.de

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium plant weitere Wechselkoffer-Direktinvestments

Der Hamburger Anbieter Solvium Capital kündigt an, die Angebote „Wechselkoffer Euro Select 1 & 2“ zum 20. März 2017 zu schließen und konzipiert zurzeit Nachfolgeprodukte nach gleichem Modell, die voraussichtlich im Mai in den Vertrieb gehen sollen.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Haftpflichtversicherer versus Rententräger

Kommt es bei einem Haftpflichtschadensfall zu Renteneinbußen und ist der Versicherte durch Zahlungen des Versicherers an den Rententräger wirtschaftlich so gestellt, als sei der Unfall nicht geschehen, kann ein ersatzpflichtiger Rentenkürzungsschaden bejaht werden, so der BGH.

mehr ...