Anzeige
Anzeige
9. September 2015, 11:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Versicherer fürchten Online-Vergleichsportale

Versicherer betrachten Online-Vergleichsportale momentan als die größte Bedrohung für ihr Geschäftsmodell, ergab eine aktuelle Studie. Demnach will rund ein Drittel der Gesellschaften der wachsenden Konkurrenz begegnen, indem sie Kooperationen in diesem Bereich anstrebt.

Online-Vergleichsportale: Versicherer fürchten Konkurrenz

Es gärt im traditionellen Versicherungsvertrieb: Jüngst hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) Klage eingereicht gegen die aus Sicht des Verbands wettbewerbswidrigen Aktivitäten des Online-Vergleichsportals Check24 – dem Marktführer in Deutschland.

Vier von zehn (41 Prozent) befragte Führungskräfte gaben an, Online-Vergleichsportale als große Bedrohung für ihr Geschäftsmodell anzusehen, reine Online-Direktversicherer stellen mit einem Anteil von 23 Prozent das zweithäufigste Bedrohungsszenario dar. Dies teilte die Business- und IT-Beratung Q_Perior auf Basis einer Befragung von mehr als 150 Führungskräften aus Erst- und Rückversicherungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Frankfurt School of Finance & Management durchgeführt.

Versicherer setzen auf Kooperationen

Um sich der Konkurrenz zu stellen, ergreifen einige Versicherer gewissermaßen die Flucht nach vorn und engagieren sich selbst auf dem Gebiet der Vergleichsportale. Rund ein Drittel der Studienteilnehmer gab laut Q_Perior an, im kommenden Jahr eine Kooperation mit einem Vergleichsportal eingehen zu wollen. 18 Prozent erwägen eine Beteiligung, weitere elf Prozent ein Eigeninvestment.

“Verhaltenes Interesse an der Realisierung digitaler Geschäftsmodelle”

Insgesamt zeigten die Versicherer im deutschsprachigen Raum “ein verhaltenes Interesse” an der Realisierung digitaler Geschäftsmodelle, berichten die Studienmacher. So würde die überwiegende Mehrheit diesbezüglich 2016 noch keine konkreten Aktivitäten planen, heißt es.

“Um in den kommenden Jahren im Markt zu bestehen, müssen sich die Verantwortlichen den Herausforderungen durch digitale Wettbewerber stellen und bei der Realisierung digitaler Geschäftsmodelle deutlich aktiver sein und kalkulierte Risiken eingehen”, sagt Walter Kuhlmann, Partner und Versicherungsexperte bei Q_Perior.

Q_Perior: Bedeutung der Online-Vergleichsportale nimmt weiter zu

Die Ergebnisse bestätigten, fahren die Studienmacher fort, dass sich die Versicherer “weiterhin schwer tun, sich konsequent und nachhaltig” auf das veränderte Kundenverhalten und die Diversifizierung von Produkten und Geschäftsmodellen einzustellen. Kuhlmann erwartet, dass die Bedeutung der Online-Vergleichsportale in den kommenden Jahren “für einzelne Versicherungsprodukte und Kundentypen weiter zunehmen wird”.

Versicherer müssten sich daher entscheiden, so der Experte, ob sie beispielsweise flexible und kosteneffiziente “Produktfabriken” für diverse bestehende und neue Kanäle, wie auch Onlineportale, sein wollten, oder, ob sie Kundenorientierung, Individualität und komplexe Produkte “für bestimmte anspruchsvollere Kundengruppen in den Vordergrund stellen”. (lk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset-Fonds - Digitalisierung - Kfz-Policen - Spezialitätenfonds - Robo Advice - Wohnimmobilien

Ab dem 15. September im Handel

Rendite+ 3/2016 "Immobilien"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Deutschlands beste Wohnimmobilien-Standorte - Marktreport Anlageimmobilien - Aktuelle Baufinanzierungstrends - Mietrecht etc.


Ab dem 1. September im Handel.

Versicherungen

Auch Rat der EU fordert PRIIPs-Verschiebung

Nach dem EU-Parlament spricht sich auch der Rat der EU, also die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten, für eine Verschiebung der EU-Verordnung über Basisinformationsblätter aus.

mehr ...

Immobilien

Smart Home wird beliebter

Das Leben im “Smart Home” wird zunehmend beliebt, fast zwei Drittel der Deutschen wünschen sich das intelligent gesteuerte Eigenheim.  Das ist ein Ergebnis der Studie “Wohneigentum und Baufinanzierung” des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag der PSD Bank Nord.

mehr ...

Investmentfonds

Sentix Asset Management und Universal Investment legen neuen Fonds auf

Mit der neuen Strategie “Sentix Total Return” offensiv erweitern Sentix Asset Management und Universal Investment ihre Produktpalette.

mehr ...

Berater

Verkaufen im Grenzbereich

Wenn Sie mit Ihrer klassischen Nutzenargumentation nicht weiterkommen, dann wechseln Sie auf die Schmerz-Seite und sichern so Ihren Umsatz zum Wohle Ihrer Kunden. Denn Schmerz-Vermeidung ist das stärkste Kaufmotiv. Gastbeitrag von Dirk Kreuter, Vertriebsexperte

mehr ...

Sachwertanlagen

MPC platziert auch restliche Kapitalerhöhung

Der Asset Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital AG wird heute seine am 12. September 2016 beschlossene Kapitalerhöhung erfolgreich abschließen, teilte das Unternehmen mit.

mehr ...

Recht

Massenkündigungen von Bausparverträgen: Nicht nur juristisches Problem

Die niedrigen Zinsen veranlassen viele Bausparkassen zur Kündigung von Bausparverträgen. Die Kündigungswelle wirft nicht nur juristische Fragen auf, sondern hat auch wirtschaftliche Konsequenzen.

mehr ...