15. Branchengipfel Sachwertanlagen: „Sehr spannender Markt“ – Interview Jörg-Karsten Hagen (HTB)

Cash. spricht mit Jörg-Karsten Hagen, Geschäftsführer der HTB Hanseatische Fondshaus GmbH, über seine wichtigsten Erkenntnisse vom 15. Cash. Branchengipfel Sachwertanlagen, die aktuelle Situation im Zweitmarkt für Immobilienfonds sowie die Erwartungen und Planungen des Unternehmens im kommenden Jahr.

Cash. spricht mit Jörg-Karsten Hagen, Geschäftsführer der HTB Hanseatische Fondshaus GmbH, über seine wichtigsten Erkenntnisse vom 15. Cash. Branchengipfel Sachwertanlagen, die aktuelle Situation im Zweitmarkt für Immobilienfonds sowie die Erwartungen und Planungen des Unternehmens im kommenden Jahr.


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Transkript des Videos:

Löwer: Herr Hagen, Sie haben gerade an unserem Cash Branchengipfel Sachwertanlagen teilgenommen. Was ist der wichtigste Eindruck oder die wichtigste Information, die Sie vom Branchengipfel mitnehmen? 

Hagen: Also erst einmal vielen Dank für die Einladung. Es ist ein wirklich sehr spannendes Format, das Sie organisiert haben, Entscheidungsträger zusammenzubringen für einen Austausch sowohl, was das eigene Geschäft als auch verschiedene Bereiche unsere Assetklasse im Sachwertebereich angeht, plus Diskussion der rechtlichen Gegebenheiten, rechtlichen Veränderungen. Das war sehr, sehr spannend. Und ich glaube, wir sind alle mit dem Thema Vertrieb [00:01:00] beschäftigt, wie wir vertriebsseitig uns neuen Anforderungen stellen. Und das war ein sehr, sehr interessanter Austausch. 

Löwer: Ja, vielen Dank. Es waren ja verschiedene Asset-Klassen, haben Sie gerade gesagt, vertreten. Sie sind nun in erster Linie im Immobilienfonds-Zweitmarkt aktiv. Wie ist dort die aktuelle Marktsituation? 

Hagen: Für uns läuft es sehr gut. Das Thema ist ja grundsätzlich, dass bei Unsicherheiten im Markt, in der Politik, auch in anderen Segmenten wie Aktien etc. Sachwerte immer mehr wieder in den Fokus rücken. Das war sehr wahrscheinlich in den letzten Jahren nicht so der Fall, weil ja sich doch alle auf ständig steigende ETFs konzentriert haben. Und durch die Unsicherheiten, die wir jetzt auch in der zweiten Jahreshälfte gesehen haben, ist bei vielen Anlegern der Sachwertebereich wieder in den Fokus gerückt.

Und dort sind wir natürlich gut [00:02:00] aufgestellt mit einem Basisprodukt, wenn ich ein Immobilieninvestment machen will, was dann auch in mehrere Assetklassen geht und ich nicht gleich mit meinem vollen Vermögen einsteigen möchte, sondern als Teil eines Portfolios, dann ist das ein sehr, sehr spannender Markt. Und wir merken das in beide Richtungen sowohl was unsere Vertriebsseite angeht, dass wir sehr, sehr gut den Vertrieb jetzt gerade im dritten und vierten Quartal hatten, als auch was unsere Ankaufseite angeht, dass wir die Investments in Zweitmarktanteile geschlossener Fonds sehr gut steigern konnten und da auch sehr gute Preise erzielen konnten. Also muss man sagen, für uns war das ein erfolgreiches Jahr. 

Löwer: Sie sagten Ihr Vertrieb läuft rund im Augenblick, wenn ich das richtig verstanden habe…

Hagen: Läuft rund, sehr rund.

Löwer: … und wie nehmen Sie die Situation in der Branche insgesamt wahr, [00:03:00] was die Vertriebssituation von geschlossenen Alternativen Investmentfonds angeht?

Hagen: Ich glaube, und das ist auch ein Take-away aus dem heutigen Treffen und aus der heutigen Diskussion, dass es tatsächlich sehr schwierig ist, dass diese Vehikel, die wir dort haben, ein AIF, Spezial-AIF und Ähnliches natürlich ein bisschen anders in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden als so ein Investment in ETFs oder Ähnliches. Sodass man sagt okay dieser Fokus auf Ein-Objekt-Fonds oder Ein-Asset-Fonds ist natürlich schwierig dem Anleger zu vermitteln. Da haben wir natürlich im Zweitmarktbereich deutliche Vorteile. Ich glaube aber, das wird auch bei weiteren politischen Unsicherheiten wieder mehr in den Fokus kommen. Also man hat ja auch gehört, dass neue Produkte angeboten werden, was für die [00:04:00] gesamte Branche gut ist. Dass die Wahrnehmung dieser Branche und dieser Sachwertebereiche steigt, wieder mehr in den Fokus rückt – auch von Anlegern. Das ist definitiv für alle gut.

Und ich glaube, ein Ergebnis auch aus dem heutigen Tag ist definitiv, dass man als Branche sich dort in die Diskussionen einbringen kann und muss, um auch gewisse Entwicklungen einfach zu befeuern und zu verstärken. Und neben Aufklärung der Anleger oder Kommunikation für potenzielle Investoren sicherlich auch in den Bereich der Politik oder auch in den Bereich der BaFin reinzugeben, was wir dort sehen und nicht nur welche Wünsche wir haben, sondern was auch ganz klare positive Entwicklungen wären, also klare Sachverhalte rechtlicher Art zum Beispiel.

Löwer: Es gibt ja ein neues Sachwertvehikel, den European Long Term Investment [00:05:00] Fund. Wir haben ja auch jetzt relativ breit diskutiert beim Branchengipfel, das Für und Wider dieser neuen Verpackung. Wie ist Ihre Position dazu? 

Hagen: Ich glaube, das wird für Investoren, die nicht nur in Ein-Objekt-Gesellschaften investieren, ein sehr guter neuer Standard werden. Es gibt ja auch im Rahmen der neuen Gesetzgebung gewisse neue Entwicklungen, aber dieser AIF Ist für uns dadurch, dass wir eben in 50 oder 60 Zielfonds investieren schon mal eine Möglichkeit, relativ flexibel tatsächlich zu agieren. Es ist deutlich kostengünstiger als ein AIF für uns, weil wir in den Strukturen ein bisschen anders aufgestellt sein müssen, um das Risiko zu diversifizieren und ich [00:06:00] glaube, so ein semiliquides Vehikel zu haben, kommt bei den Anlegern auch sehr gut an. Also es wird sicherlich nicht so sein am Ende des Tages, dass wir eben sagen, wir haben taggleiche Rückgaben von Anteilen, aber ich sag mal mit Kündigungsfrist von ein, zwei, drei Jahren, Mindesthaltefristen von drei Jahren. Kann man aus diesem Produkt eine Sachwerteinvestition, die flexibel ist, durchaus was machen? Und ich glaube, das wird auch zukünftig sehr angenommen werden vom Markt. 

Löwer: Herr Hagen, zum Schluss in aller Kürze: Wie ist Ihre Prognose für 2026? 

Hagen: Wahrscheinlich, ohne dass man jetzt sagt, ich habe bessere Erkenntnisse als alle anderen auf dieser Welt: Es wird weiter schwierig sein. Ich glaube, die politische Stabilität, die wir uns [00:07:00] alle wünschen und vielleicht auch eine langfristig zu Reformen willigen Koalition, das ist alles so nicht gesetzt. Wir sehen das in den Diskussionen über die Rente, über das Bürgergeld, dass, glaube ich, die Koalition einen sehr harten Weg vor sich hat, um die gesamte Legislaturperiode durchzustehen. Das internationale Umfeld ist klar, kennt jeder, also es wird hohe Unsicherheiten geben. Was wir uns alle nicht wünschen, aber was so sein wird. Und am Ende des Tages ist es dann, wenn wir das auf unser Geschäft bei der HTB zurückbrechen, durchaus von Vorteil, weil diese Unsicherheit in diesen Märkten dazu führt, dass Sachwertinvestitionen und gerade Investitionen in unsere Fonds gefragt sein werden.

Löwer: Herr Hagen, vielen Dank für das Gespräch. 

Hagen: Ganz vielen [00:08:00] Dank. 

Foto: Adobe Stock / Screenshot und Collage: Cash.

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